Tierkrankheiten

Addison-Krankheit beim Hund: Was Sie wissen müssen

Die Addison-Krankheit beim Hund wird auch als Morbus Addison oder Hypokortizismus bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Nebennieren, die zu einem Mangel an bestimmten Hormonen führt. Die Krankheit kann akut auftreten oder chronisch verlaufen, gehört aber immer in tierärztliche Behandlung.

Der Tierarzt kann die Addison-Krankheit beim Hund mit einer Hormonersatztherapie behandeln – Shutterstock / Tyler Olson

Der Tierarzt kann die Addison-Krankheit beim Hund mit einer Hormonersatztherapie behandeln – Shutterstock / Tyler Olson

Die Nebennieren sind bei Hunden für die Produktion verschiedener Hormone zuständig. Leidet ein Hund an der Addison-Krankheit, ist diese Hormonproduktion gestört. Das hat negative Auswirkungen auf seinen Stoffwechsel und andere Körperfunktionen. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Addison-Krankheit, ihre Folgen und ihre Therapie.

Was ist die Addison-Krankheit beim Hund?

Hunde, die an Morbus Addison erkrankt sind, leiden an einem Hormonmangel. Grund hierfür ist eine Unterfunktion der Nebennieren, die im gesunden Zustand sogenannte Mineralkortikoide wie Aldosteron und Glukokortikoide wie Kortisol produzieren. Aldosteron reguliert beispielsweise den Mineralhaushalt, den Wasserhaushalt und den Blutdruck. Kortisol ist wesentlich für einen funktionierenden Stoffwechsel.

Ein Mangel an diesen Kortikoiden – ein Hypokortizismus – führt zu Kreislaufschwäche, Austrocknung und krankhaftem Gewichtsverlust. Übrigens: Eine Überproduktion von Kortikoiden gibt es auch – sie tritt zum Beispiel beim Cushing-Syndrom auf.

Akute und chronische Addison-Krankheit bei Hunden: Ursachen

Bei der Addison-Krankheit unterscheidet man einerseits die akute und chronische Form, andererseits die primäre und sekundäre Variante. "Akut" bedeutet, dass die Nebennierenschwäche plötzlich auftritt. "Chronisch" heißt, dass sich der Hormonmangel schleichend entwickelt und sich erst mit der Zeit bemerkbar macht. Die Ursachen für Morbus Addison richten sich danach, ob es sich um die primäre oder sekundäre Variante handelt.

Die primäre Addison-Krankheit ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem wehrt dabei nicht nur Krankheitserreger ab, sondern zerstört auch gesunde Körperzellen – im Falle von Morbus Addison die Zellen der Nebennieren, die für die Hormonproduktion zuständig sind.

Die sekundäre Addison-Krankheit ist eine Folge oder Begleiterscheinung einer anderen Grunderkrankung wie Diabetes mellitus, Verletzungen, Entzündungen oder Tumoren. Darüber hinaus gibt es noch die sogenannte Addison-Krise. Wenn betroffene Hunde zusätzlich zur Addison-Krankheit extremen Stress oder einen Infekt erleiden, sackt der Hormonspiegel so schnell ab, dass es zu einem Schock oder Kreislaufkollaps kommen kann. Die Addison-Krise ist ein lebensgefährlicher Notfall!

So finden Sie den passenden Tierarzt für Ihren Hund Ansehen

Morbus Addison: Symptome der Nebennierenschwäche beim Hund

Der Hypokortizismus macht sich beim Hund durch körperliche Schwäche bemerkbar. Sie äußert sich zum Beispiel durch folgende Symptome:

● Abgeschlagenheit

● Teilnahmslosigkeit

Zittern

● Bauchschmerzen

Appetitlosigkeit

● Gesteigerter Durst

● Gewichtsverlust

Durchfall

Erbrechen

Des Weiteren kann es zu Blut im Stuhl des Hundes kommen. Bleibt die Addison-Krankheit unbehandelt, drohen Herzinsuffizienz und Lungenschäden. In Stresssituationen oder bei Infekten verschlimmern sich die Symptome. Achtung! In diesem Fall droht eine lebensgefährliche Addison-Krise.

Diagnose der Addison-Krankheit beim Hund: Bluttest gibt Sicherheit

Die Symptome allein reichen leider nicht aus, um eine Addison-Krankheit mit Sicherheit festzustellen. Sie sind lediglich Indizien dafür, dass mit Ihrem Hund etwas nicht stimmt. Es kann jedoch auch eine andere Krankheit die körperliche Schwäche auslösen. Daher ist ein schnellstmöglicher Tierarztbesuch nötig, um die Ursachen für die schlechte Verfassung Ihres Vierbeiners zu ermitteln.

Die Diagnose der Addison-Krankheit lässt sich mit einer Blutuntersuchung absichern. Der Mangel an Aldosteron verursacht einen erhöhten Kalium- und einen erniedrigten Natriumspiegel im Blut. Dies lässt sich durch einen Bluttest nachweisen. Ein sogenannter ACTH-Test, der die Hormonkonzentration im Blut misst, gibt schließlich Gewissheit darüber, ob es sich um Morbus Addison handelt.

Mit einer Ultraschall- oder Röntgen-Untersuchung kann der Tierarzt außerdem prüfen, wie weit die Addison-Krankheit schon fortgeschritten ist und ob sie bereits Schäden an Herz und Lunge hinterlassen hat.

Wann muss der Tierarzt den Hund röntgen? Ansehen

Hormonersatztherapie für Hunde mit Morbus Addison

Die Addison-Krankheit beim Hund lässt sich nur durch eine Hormonersatztherapie behandeln. Das gilt für alle Formen der Nebennierenschwäche. Der Tierarzt verschreibt Ihrem Hund Hormonpräparate, die den Hypokortizismus ausgleichen und die Körperfunktionen wieder normalisieren.

Handelt es sich um die primäre Variante von Morbus Addison, ist Ihr Hund lebenslang auf die Hormonersatztherapie angewiesen. Heilbar ist die primäre Form zwar nicht, aber mit der richtigen Behandlung kann Ihr Hund trotzdem ein normales Leben führen. Die sekundäre Variante von Morbus Addison lässt sich unter Umständen heilen, sofern die Grunderkankung heilbar ist.

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