Tierkrankheiten

Diagnose und Borreliose-Therapie bei Hunden

Eine Infektion mit Borreliose kann schwere Folgen haben – auch noch lange nach dem eigentlichen Zeckenbiss. Deshalb ist eine Borreliose-Therapie bei Hunden ebenso wichtig wie bei Menschen.

Borreliose-Therapie bei Hunden: Je früher, desto besser — Bild: Shutterstock / melis

Borreliose-Therapie bei Hunden: Je früher, desto besser — Bild: Shutterstock / melis

In den meisten Fällen verläuft die durch Zecken übertragene Borreliose ohne Beschwerden, sodass sie häufig unerkannt bleibt. Doch im Verlauf der Erkrankung kann es neben verschiedenen Entzündungsreaktionen und Schmerzen in den Gelenken auch zu Herzerkrankungen, neurologischen Ausfällen oder Lähmungserscheinungen kommen. Je früher die Borreliose-Therapie bei Hunden erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen.

Bei Borreliose-Symptomen zum Tierarzt

Damit Ihr Hund richtig behandelt werden kann, muss zunächst die richtige Diagnose gestellt werden. Denn die Borreliose-Symptome beim Hund sind wie beim Menschen unspezifisch. Das bedeutet, dass sie auch in Verbindung mit anderen Erkrankungen beobachtet werden können und deshalb nicht eindeutig auf eine Borreliose hinweisen. Der Tierarzt kann verschiedene Tests durchführen, um eine mögliche Infektion mit Borreliose abzuklären.

Blutuntersuchung: Antikörpertest auf Borrelien

Der einfachste Test ist eine Blutuntersuchung mit Erhebung eines sogenannten Titer: Im Labor wird ein serologischer Antikörpertest durchgeführt - hat sich Ihr Hund nach dem Biss einer Zecke mit Borreliose infiziert, weist sein Blut Antikörper gegen die Erreger auf. Die Antikörper lassen sich erst drei bis fünf Wochen nach einem Zeckenbiss nachweisen.

Auch der Borreliose-Immunoblot untersucht die Antikörper im Blut des Hundes, allerdings kleinteiliger als ein einfacher Titertest. Hier wird nach speziellen Borrelien-Antigenfraktionen gesucht, wodurch sich Infektionen von Impfreaktionen unterscheiden lassen. Da diese Untersuchung mit mehr Aufwand verbunden ist, ist sie entsprechend teurer.

Weitere Testverfahren, die Borreliose-Erreger über die Immunreaktion nachzuweisen versuchen, sind: Indirekte Hämagglutinationstest (IHA), Immunfluoreszenstest (IFT), Western-Blot, Enzym-Immunoassay (EIA) und der C6-ELISA-Test.

So finden Sie den passenden Tierarzt für Ihren Hund Ansehen

Molekularbiologischer Test: Borrelien-PCR

Ein sehr kompliziertes Verfahren ist das sogenannte Borrelien-PCR. PCR steht dabei für "Polymerase Chain Reaction" – die Untersuchung schaut direkt in die Zellkerne der Erreger. Dieser Schnelltest ist möglich, wenn Hautgewebe oder Gelenkflüssigkeit entnommen werden, die den Erreger noch enthalten. Entzündete Hautstellen oder geschwollene Gelenke sind ein Indiz dafür, dass die Borrelien dort aktiv sind.

Differenzialdiagnostik: Therapie auch bei uneindeutigen Symptomen

Ob mithilfe von Schnelltests oder aufwendigen Verfahren: Es ist schwer, eine Borreliose zweifelsfrei zu diagnostizieren. Vielmehr werden systematisch andere Krankheiten als Ursache der Beschwerden ausgeschlossen. Da der Schaden, den eine Borrelieninfektion anrichten kann, enorm ist, wird im Zweifelsfalle eine Therapie begonnen, wenn keine anderen Auslöser zu finden sind. Bessern sich daraufhin die Symptome, gilt eine Erkrankung an Borreliose als bewiesen.

Vor allem folgende Krankheiten müssen ausgeschlossen werden:

● Allergien

● Pilzinfektionen

● Tumore im Bereich der Gelenke

● Arthrose & rheumatoide Arthritis

● andere durch Zecken übertragene Krankheiten (z. B. FSME, Anaplasmose, Ehrlichiose)

Zecken bei Hunden vorbeugen und entfernen Ansehen

Borreliose-Therapie bei Hunden mit Antibiotika

Üblicherweise wird die Infektionskrankheit mit Antibiotika behandelt. Die Behandlung erfolgt über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen. Um auch die Symptome der Erkrankung abzumildern, können weitere Medikamente wie etwa entzündungshemmende Schmerzmittel verabreicht werden. Zur Unterstützung der Borreliose-Therapie bei Hunden können zudem Vitaminpräparate eingesetzt werden. Bleibt eine Borreliose unbehandelt, kann sie einen schweren Verlauf nehmen und schließlich chronisch werden.

Keine Immunität nach Infektion

Nach einer überstandenen Borreliose-Erkrankung ist Ihr Hund leider nicht immun gegen Borrelien, sodass er sich bei einem erneuten Biss einer infizierten Zecke jederzeit wieder anstecken kann. Deshalb sollten Sie sich bei Ihrem Tierarzt darüber informieren, wie Sie einer Infektion durch Zecken vorbeugen können. Dazu gehört beispielsweise die umstrittene Zeckenimpfung beim Hund gegen Borreliose.

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