Hundegesundheit

Herpes beim Hund: Impfung gegen das Welpensterben

Herpes bei Hunden ist vor allem für Welpen gefährlich – nicht umsonst wird eine Infektion mit dem Canine Herpes Virus auch als "Welpensterben" bezeichnet.

Mit simplen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Welpensterben verhindern – Shutterstock / Fernando Castelani

Mit simplen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Welpensterben verhindern – Shutterstock / Fernando Castelani

Hunde-Herpes ist für Menschen ungefährlich und auch erwachsene Kaltschnauzen kommen mit der Infektion meist gut zurecht. Für neugeborene Welpen allerdings endet eine Ansteckung mit dem Virus fast immer tödlich.

Ursache für Herpes bei Hunden: Das Canine Herpes Virus

Der Erreger CHV-1 ist der häufigste Auslöser für den sogenannten Zwingerhusten und für Fruchtbarkeitsstörungen bei Hunden. Doch am dramatischsten sind die Auswirkungen des Herpes-Virus auf Welpen – sie überleben eine Ansteckung in der Regel nicht.

Etwa zehn Prozent aller Hunde in Einzelhaltung sind mit dem Virus infiziert – oftmals, ohne Symptome zu zeigen. Leben allerdings viele Tiere auf engem Raum zusammen, lassen sich bei 50 bis 100 Prozent von ihnen eine zurückliegende Infektion nachweisen.

Dieses spezielle Herpes-Virus befällt ausschließlich Hunde, sodass für Menschen und andere Tiere keine Gefahr besteht.

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Ansteckungswege und Vorbeugung

Herpes wird bei Hunden über alle Körperflüssigkeiten abgegeben. Beim Beschnuppern oder Ablecken gelangt der Erreger dann über die Atemwege ins Immunsystem. Auch während des Deckakts kann es zur Ansteckung kommen, wenn auch seltener als über die Atmenschleimhäute. Welpen sollten in den ersten Wochen von anderen Hunden ferngehalten werden, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Das Virus fühlt sich bei 35 bis 36 Grad Celsius am wohlsten. Schon bei 38 bis 39 Grad Celsius ist die Vermehrungsrate so stark herabgesetzt, dass nur noch wenig Gefahr von den Herpes-Erregern ausgeht. Da frische Welpen zur Unterkühlung neigen, bieten Sie den Viren perfekte Brutbedingungen. Sorgen Sie deshalb für ausreichende Wärme in der Wurfbox – 38 Grad Celsius halten das Virus in Schach und die kleinen Fellnasen kuschelig warm.

Auch sonst ist das Hunde-Herpes-Virus nicht besonders widerstandsfähig: Schon normale Putzmittel töten es ab. Allgemeine Sauberkeit kann also viel zum Schutz vor CHV-1 beitragen und ist gerade in Hundegruppen sehr wichtig.

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Symptome von Herpes bei erwachsenen Hunden

Erwachsene Hunde zeigen häufig gar keine Symptome. Das Tückische bei Herpes ist auch, dass es sich um eine latente Infektion handelt, das heißt das Virus ist nach der Ansteckung immer da und auch nicht heilbar – es "schläft" aber die meiste Zeit im Körper und wird nur aktiviert, wenn das Immunsystem schwächelt. Das passiert zum Beispiel bei Stress, Trächtigkeit oder Krankheit der Tiere. Sobald das Virus aktiv ist, können die betroffenen Tiere ihre Artgenossen anstecken.

Wird das Herpes-Virus aktiv, lassen sich eher diffuse Symptome beobachten:

● leichte Atemwegsbeschwerden

● Husten

● Schnupfen

● Augenausfluss

● Ausfluss aus Scheide oder Vorhaut

Wenn Hündinnen während einer Trächtigkeit zum ersten Mal mit CHV-1 in Kontakt kommen, verlieren sie die Welpen meist oder die Kleinen werden tot geboren.

Symptome von Herpes bei Welpen

Welpen können sich entweder im Mutterleib, bei der Geburt oder über das Scheidensekret der Mutter anstecken oder werden später durch andere Hunde mit Herpes infiziert. Je nachdem wie alt die Welpen sind, unterscheiden sich die Folgen.

Welpen, die jünger als drei Wochen sind, sterben fast immer nach ein bis zwei Tagen. Manchmal völlig ohne Symptome, manchmal mit folgenden Warnsignalen:

● Saugunlust

● Durchfall

● Jammern

● Würgen und Erbrechen

Welpen im Alter zwischen drei und fünf Wochen haben geringfügig bessere Überlebenschancen, tragen aber oft Nervenschäden davon. Die Herpes-Infektion zeigt sich bei ihnen durch:

● Schnupfen

● Husten

● Augenausfluss

● Zittern

● Taubheit

● Blindheit

Ab der fünften Lebenswoche kommen Welpen ähnlich gut mit dem Herpes zurecht wie erwachsene Tiere – eine Behandlung ist nicht möglich und im Erwachsenenalter auch nicht nötig.

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Impfung für trächtige Hündinnen

Um das Welpensterben zu verhindern, können Hündinnen geimpft werden, wenn sie nicht aufgrund einer früheren Infektion eigene Antikörper besitzen. Die Impfung sorgt dafür, dass Sie den Immunschutz über das Blut und die Muttermilch an ihre Babys weitergeben, die so für die ersten Lebenswochen gut geschützt sind.

Die Impfung erfolgt während der Läufigkeit oder sieben bis zehn Tage nach dem Deckakt. Zwei Wochen vor dem Geburtstermin gibt es eine Auffrischimpfung. Diese Immunisierung ist auch beim nächsten Wurf wieder nötig.

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