Tierkrankheiten

Patellaluxation beim Hund: Alles über die Knieverletzung

Ihr Hund lahmt plötzlich? Dann könnte er womöglich an einer Patellaluxation leiden. Was das genau ist, welche Symptome es gibt und welche Behandlung sinnvoll ist, erfahren Sie hier.

Bei Verdacht einer Patellaluxation hilft meist die Untersuchung beim Tierarzt – Shutterstock / Maria Sbytova

Bei Verdacht einer Patellaluxation hilft meist die Untersuchung beim Tierarzt – Shutterstock / Maria Sbytova

Ihr Hund hat plötzlich die Lust am Laufen verloren? Es macht sogar den Anschein, als würde er lahmen? Dann Vorsicht! Es besteht die Gefahr, dass Ihr Vierbeiner an einer Patellaluxation leidet. Darunter verstehen Tierärzte eine Kniegelenkverletzung, bei der die Kniescheibe des Tieres verrenkt ist.

Besonders häufig betroffen sind kleinere Hunderassen. Dazu gehören:

Yorkshire Terrier

Chihuahua

Pekinesen

Französische Bulldoggen

Aber auch bei einigen mittelgroßen Hunden, darunter Chow-Chow oder Shar-Pei, können diese Veränderungen auftreten.

Typische Anzeichen einer Patellaluxation

Die Kniescheibe eines Hundes – in der Fachsprache auch Patella genannt – besteht aus einem scheibenförmig abgeflachten Knochen, der sich vor dem Kniegelenk befindet. Ist die Kniescheibe verrenkt, bleibt sie nicht mehr am üblichen Platz, sondern springt immer wieder aus ihrer Gleitrinne im Oberschenkelknochen.

Die Folge: Das Tier belastet das betroffene Bein falsch und leidet unter starken Schmerzen. Humpeln oder gelegentliches Aussetzen der Schritte sind typische Symptome einer Patellaluxation. Hier die Anzeichen einer Patellaluxation im Überblick:

• Lahmen

• Entlastung des betroffenen Beins alle paar Schritte

Keine Lust aufs Gassigehen

• Schmerzen

• Hüpfender, aussetzender Gang

Mögliche Ursachen einer Knieverletzung

Die Ursachen einer Patellaluxation sind vielfältig. Häufig sind krankhafte Knochenveränderungen schuld. Die Knieverletzung kann aber auch auf eine Schwäche des Bindegewebes zurückzuführen sein. Die häufigsten Auslöser sind die Folgenden:

Knochenbedingte Patellaluxation

In erster Linie sind genetische Faktoren bei einer knochenbedingten Patellaluxation ausschlaggebend. Eine zu flache Gleitrinne oder eine zu große Kniescheibe ist häufig der Grund. Auch eine Fehlstellung der Hinterläufe zählt zu den knochenbedingten Ursachen. Hat Ihr Hund O- oder X-Beine, springt aufgrund der überdehnten Seitenbänder die Kniescheibe aus der Gleitrinne nach innen beziehungsweise nach außen heraus.

Bindegewebs- und Muskelschwächen

Ist das Bindegewebe oder die Muskulatur Ihres Vierbeiners zu schwach, können sie der Kniescheibe und den dazugehörigen Sehnen und Bändern keinen Halt mehr geben. Die Folge: Die Patella springt aus der Gleitrinne.

Unfallbedingte Knieverrenkung

Eine weitere mögliche Ursache einer Patellaluxation kann auch ein Unfall sein, bei dem die Kniescheibe aus dem Gelenk geschleudert wurde. Diese Form der Knieverletzung ist jedoch nur äußerst selten und kann zumeist gut eingerenkt werden.

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Die Diagnose einer Patellaluxation

Falls Sie den Verdacht haben, dass ihr Hund womöglich an einer Patellaluxation leidet, sollten sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Der untersucht und tastet das betroffene Bein im Liegen und Stehen genaustens ab. Zudem wird der Veterinär Sie darum bitten, ihre Fellnase einmal in der Praxis hin- und hergehen zu lassen. Eine Röntgenuntersuchung gibt dann Aufschluss über das Ausmaß der Knieverletzung sowie über die mögliche Behandlung.

Schweregrade der Patellaluxation und darauffolgende Behandlung

Bevor der Tierarzt eine Behandlung empfiehlt, wird er zunächst den Schweregrad der Knieverletzung bewerten. Insgesamt gibt es vier Grade, die unterschiedlich ausgeprägt sind und somit auch unterschiedliche Behandlungen benötigen.

Grad 1

Ihr Vierbeiner leidet an einer Patellaluxation Grad 1? Dann kann die Kniescheibe manuell aus der Gleitrinne gedrückt werden und springt problemlos zurück in die richtige Position. Eine OP ist in diesem Falle nicht notwendig. Dennoch wird eine Behandlung in Form von Nahrungsergänzungsmitteln empfohlen. Damit können die Gelenke gestärkt und der Knorpelaufbau begünstigt werden.

Grad 2

Bei gelegentlichen Verrenkungen der Kniescheibe, die aber gewöhnlich selbstständig oder bei Bewegung der Hinterläufe zurück an die richtige Position springt, spricht man von einer Patellaluxation Grad 2. Auch hier reicht eine Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln aus. Sollte diese Methode jedoch nicht die gewünschte Wirkung zeigen, sollte über eine Operation nachgedacht werden.

Grad 3

Wenn die Verrenkung der Kniescheibe andauert und das Schienbein merkbar verdreht ist, dann hat Ihr Hund eine Patellaluxation dritten Grades. Das betroffene Bein kann dann nicht mehr gestreckt werden. Zwar kann die Patella durch manuellen Druck zurück in die Gleitrinne verlagert werden, doch schon binnen kürzester Zeit springt sie wieder raus. Bevor der Tierarzt jedoch direkt eine OP in Betracht zieht, sollten Sie zunächst Ihr Tier mit Nahrungsergänzungsmitteln füttern und zur Physiotherapie gehen. Häufig können diese Behandlungsmethoden eine Linderung verschaffen.

Grad 4

Diagnostiziert der Tierarzt eine Patellaluxation Grad 4, dann ist eine Operation die einzige Lösung. Denn in diesem Stadium befindet sich die Kniescheibe Ihres Hundes fast immer außerhalb des Gelenks und kann auch nicht mehr manuell eingerenkt werden. Der Verschleiß der Knochen und der Gleitrinne ist einfach zu groß.

Operation vs. alternative Behandlung

Da OP-Kosten bei einer Knieverletzung nicht gerade günstig sind, empfiehlt es sich immer, nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu schauen. Der Kostenfaktor liegt ungefähr zwischen 500 und 1.000 Euro pro Bein.

Dann ist eine Operation sinnvoll:

• Hund leidet unter andauernden Schmerzen

• Alternative Behandlungen waren ergebnislos

• Hund leidet an Übergewicht, Knie wird mit zu viel Gewicht belastet

Finger weg von einer OP:

• Hund ist noch jung, befindet sich im Wachstum

• Keine Beeinträchtigungen durch die Patellaluxation

• Keine Schmerzen

• Nahrungsergänzungsmittel helfen

Vorbeugende Maßnahmen gegen Patellaluxation

Damit Ihr Hund gar nicht erst eine Patellaluxation bekommt, sollten Sie bereits im Welpenalter darauf achten, dass der Kleine seine Gelenke nicht zu übermäßig beansprucht. Achten Sie außerdem auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender, aber nicht übermäßiger Nährstoffversorgung. Zudem ist es wichtig, dass Ihr Vierbeiner nicht übergewichtig wird.

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