Tierkrankheiten

Ursachen einer Angststörung bei Hunden

Die Ursachen und Auslöser einer Angststörung bei Hunden zu erkennen, gleicht der Arbeit eines Detektivs. Doch die Mühe lohnt sich, denn der Tierarzt oder Tierpsychologe kann Ihrem Vierbeiner besser helfen, wenn er die Gründe für das überängstliche Verhalten kennt. Zudem können Hunde mit der Zeit noch ängstlicher werden, wenn die psychische Störung nicht behandelt wird.

Die Ursachen einer Angststörung beim Hund sind vielfältig – Shutterstock / Anke van Wyk

Die Ursachen einer Angststörung beim Hund sind vielfältig – Shutterstock / Anke van Wyk

Ein scheinbar harmloses Ereignis kann unter Umständen dazu führen, dass Hunde eine Angststörung entwickeln. Ursachen sind dann Traumata, die der Mensch womöglich gar nicht mitbekommen hat. Schließlich unterscheidet sich die Wahrnehmung von Hunden teilweise erheblich von der des Menschen. So empfinden die Tiere viele Gerüche und Geräusche als viel intensiver und können teilweise Stimmungen um sich herum intuitiv genau erfassen. Das macht sie auch empfindlicher für Überreizungen und in der Folge Angst- oder Panikzustände.

Fehlverknüpfungen als Ursachen für Ängste

Häufige Auslöser einer Angststörung bei Hunden sind sogenannte Fehlverknüpfungen. Denn Angst ist zum Teil ein erlerntes Hundeverhalten, das durch klassische Konditionierung zustande kommt. Der russische Physiologe Iwan Pawlow entdeckte diesen Lernprozess in einem Versuch: Er ließ immer eine Klingel läuten, wenn er seinen Hunden etwas zu fressen gab. Am Anfang passierte noch nichts, wenn die Hunde nur die Klingel hörten, ohne dass sie gefüttert wurden. Doch nach einer Weile verknüpften sie das Geräusch mit der Futtergabe und fingen an, Speichel zu bilden, selbst, wenn es nach dem Klingelton kein Futter gab.

Mithilfe dieser klassischen Konditionierung können Sie Ihrem Hund beispielsweise wichtige Grundkommandos wie "Sitz", "Platz", "Bleib" und "Komm" beibringen, indem Sie dafür sorgen, dass Ihr Vierbeiner eine Belohnung mit dem Gehorsam verbindet und deshalb brav Folge leistet. Leider funktioniert dieser "Trick" auch im negativen Sinne, sprich: Ihr Vierbeiner lernt, – meist ohne, dass Sie es merken – bestimmte Situationen mit Schmerzen, Enttäuschungen oder anderen Unannehmlichkeiten zu verbinden. Dabei nimmt der Hund eventuell zufällig etwas wahr, das mit den Schmerzen gar nichts zu tun hat, das er jedoch versehentlich damit verknüpft. Zum Beispiel bekommt ein Hund an einem elektrischen Zaun einen Schlag, achtet dabei jedoch auf die Schafe, die auf der Wiese weiden. Den Schmerz des Stromschlags verknüpft er nicht etwa mit dem Zaun, sondern mit den Schafen, die er währenddessen gesehen hat. In der Folge kann er eine Phobie vor Schafen, blökenden Geräuschen oder sogar Wolle entwickeln. Solche Fehlverknüpfungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Angststörungen bei Hunden.

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Deprivationssyndrom kann Angststörung verursachen

Neben konkreten Phobien können Hunde auch unter einer generalisierten Angststörung leiden. Das bedeutet, dass die Vierbeiner allgemein vor allem Angst haben und sich nicht nur vor bestimmten Lauten, Situationen oder Gegenständen fürchten. Deprivation bedeutet, dass die Hunde in einem reizarmen Umfeld aufgewachsen sind und zum Beispiel keine Spielkameraden hatten oder sich nie an Alltagsgeräusche gewöhnen konnten. Den Krach von Staubsaugern oder Verkehrslärm haben sie nie kennen gelernt. Es war einfach niemand für sie da, um sie zu erziehen. Später reagieren solche Hunde mit einer Angststörung auf Alltagsgeräusche und andere Reize, weil das alles für sie unbekannt und daher bedrohlich ist. In ihrer Verzweiflung legen manche Hunde deshalb ein sehr aggressives Verhalten an den Tag.

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