Krankheitssymptome

Verstopfung beim Hund: So äußert sie sich

Kommt eine Verstopfung beim Hund nur gelegentlich und vorübergehend vor, besteht meist kein Grund zur Sorge. Die in der Medizinsprache auch als Konstipation oder Obstipation bezeichnete Verdauungsstörung kann aber auch chronisch werden. In diesem Fall ist rasche Hilfe vom Tierarzt nötig, um unheilbare Spätfolgen zu vermeiden. Wie Sie rechtzeitig erkennen, wenn Ihr Hund Probleme beim Kotabsetzen hat, und was Sie dann tun können, erfahren Sie hier.

Verstopfung beim Hund: So äußert sie sich – Foto: Shutterstock / iko

Verstopfung beim Hund: So äußert sie sich – Foto: Shutterstock / iko

Eine Verstopfung beim Hund bedeutet, dass das Tier Schwierigkeiten hat, Kot abzusetzen. Die verdaute Nahrung staut sich im Dickdarm und konzentriert sich dort, sodass es immer schwieriger und schmerzhafter wird, sie auszuscheiden.

Prognose bei Hundeverstopfung

Manchmal löst sich die Verstopfung von selbst wieder auf und der Hund erholt sich schnell wieder von den Strapazen der Kotabsatzstörung. Ist die Verdauung jedoch mehrere Tage lang gestört, empfiehlt sich ein Tierarztbesuch. Warten Sie damit nicht zu lange, denn eine länger anhaltende Verstopfung kann die Darmwand überdehnen und einen sogenannten Megakolon auslösen. Die Darmwandüberdehnung lässt sich nicht rückgängig machen und stört die Verdauung des Vierbeiners dauerhaft. Je früher die Beschwerden erkannt, die Ursachen gefunden und behandelt werden, desto größer sind die Heilungschancen.

Symptome einer Verstopfung beim Hund

Wenn Ihr Hund beim Spaziergang zwar immer wieder in die typische Hockstellung geht, um Kot abzusetzen, aber nichts herauskommt, leidet er unter Verstopfung. Es kann auch sein, dass etwas Kot ausgeschieden wird, der jedoch sehr hart und trocken ist. Manchmal kann ein sogenannter Pseudodurchfall hinzukommen; dabei scheidet das Tier Schleim und Blut aus.

Weitere Begleitsymptome sind starke Bauchschmerzen, teilweise Koliken, Blähungen und "Schlittenfahren" – dabei lässt der Hund seinen Po über den Boden schleifen, wie es häufig bei Analdrüsenentzündungen der Fall ist. Eine Verstopfung beim Hund ist generell mit Schmerzen und Unwohlsein verbunden. Das kann sich in Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit und anderen Auffälligkeiten im Hundeverhalten äußern.

Mögliche Ursachen für die Verdauungsstörung

Die Verdauungsstörung kann die unterschiedlichsten Ursachen haben: angefangen bei falscher Ernährung über zu wenig Bewegung bis hin zu ungenügender Pflege und tiefer liegenden Erkrankungen. Häufige Fütterungsfehler sind etwa eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr und eine zu große Menge an Knochen. Letzteres kann bei falschem Barfen passieren. Wenn Ihr Hund viel Trockenfutter bekommt und das nicht mit einer erhöhten Wassermenge kompensiert wird, kann dies zu Verstopfung führen. Ungenügende Fellpflege insbesondere bei langhaarigen Hunden können dafür sorgen, dass der After verschmiert und der Kot nicht mehr so leicht nach draußen gelangt.

Zu wenig Bewegung führt zu Darmträgheit – die verdaute Nahrung wird dabei nicht mehr richtig weitertransportiert, staut sich im Dickdarm und wird immer fester. Für den Bewegungsmangel kann es wiederum verschiedene Gründe geben; möglicherweise sind Dauer und Anzahl der Spaziergänge zu knapp, es fehlt an artgerechtem Hundesport oder der Vierbeiner hat Schwierigkeiten, sich zu bewegen. Das ist etwa bei Übergewicht der Fall, aber auch bei Gelenkschmerzen, Hüftproblemen, Arthrose, Rheuma und anderen Erkrankungen des Bewegungsapparats.

Flohsamen für Hunde und Katzen: Gut für die Verdauung Ansehen

Es können überdies Entzündungen und Abszesse in der Afterregion das Kotabsetzen erschweren und schmerzhaft gestalten, sodass der Hund sich "zurückhält" und sich die verdaute Nahrung im Darm aufstaut. Ähnliches passiert, wenn Fremdkörper wie kleine verschluckte Gegenstände oder Haare einen Darmverschluss auslösen oder wenn ein Tumor in der Afterregion verhindert, dass Verdautes ausgeschieden werden kann. Manche Medikamente haben Verstopfung beim Hund als Nebenwirkung zur Folge, zum Beispiel Entwässerungstabletten, die Hunde mit Herzproblemen häufig bekommen. Bestimmte Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie Antiallergika schlagen sich ebenso auf die Verdauung nieder.

Chronische Erkrankungen wie die Schilddrüsenunterfunktion gehen oft mit einer Konstipation einher. Außerdem können seelische Probleme die Hundeverdauung aus dem Gleichgewicht bringen, etwa wenn sich der Tagesablauf Ihres Vierbeiners schlagartig ändert oder er sich in einer völlig fremden Umgebung befindet. Das kann schnell auf den Magen schlagen.

Verstopfung beim Hund behandeln: Hausmittel oder Tierarzt?

Handelt es sich um eine akute Verstopfung beim Hund und zeigt er keine weiteren Krankheitssymptome, können Sie zunächst versuchen, die Obstipation mit Hausmitteln zu lösen. Möglicherweise genügt es schon, ihm etwas Milch ins Futter und reichlich Wasser zu trinken zu geben. Auch milde Abführmittel wie Lactulose oder Flohsamenschalen können helfen, den gestauten Kot im Darm aufzuweichen, sodass der Vierbeiner ihn ausscheiden kann. Leinsamen und Kleie erfüllen gleichfalls diesen Zweck. Hält die Verstopfung nach zwei Tagen immer noch an oder scheint Ihr Hund Schmerzen zu haben, gehen Sie zum Tierarzt.

Er wird durch verschiedene Untersuchungen erkunden, welche Ursache hinter der Verdauungsstörung steckt, und je nach Diagnose die geeignete Behandlung einleiten. Stellt sich bei einer Röntgenuntersuchung heraus, dass ein Fremdkörper oder Tumor den Darm verstopft, ist eine Operation meist unumgänglich. Bei starker Dehydration (Austrocknung) des Körpers muss der Tierarzt gegebenenfalls intravenös Flüssigkeit verabreichen.

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Verstopfung beim Hund: So äußert sie sich: Alle Kommentare

  • 2013-08-21 22:27:00
    Nicole Gerste: Oh Ursula, danke für den Tipp. Ich gebe meinem Hund regelmäßig Knochen und er leidet oftmals unter Verstopfungen. Das es davon kommt hätte ich niemals gedacht. Aber es würde Sinn ergeben. Aber auch der Artikel bietet einige gute Tipps. Ich werde mal probieren, Milch in das Futter meines Hundes zu tun.
  • 2013-07-09 09:51:07
    Ursula Schweizer: Ich habe letztens erst eine ganz interessanten Artikel über Verstopfung beim Hund gelesen. Knochen sind wirklich die Nummer eins für Verstopfungen. Seitdem ich meinen Hund nicht mehr so oft Knochen gebe hat er auch keine Vertopfungen mehr. Da bin ich auch sehr froh drum. Es war nicht schön zu sehen, dass der Kleine immer so Bauchweh hatte.
  • 2013-06-21 09:25:01
    Laura Gartner: Das mit den Knochen wusste ich so noch gar nicht. Mein Hund kaut regelmäßig und sehr gern seine Knochen. Danke für den Tipp. Ich mag es nämlich gar nicht wenn mein Hund eine Verstopfung hat.
  • 2013-06-14 22:51:46
    Michael Schiffer: Bei Verstopfung beim Hund muss man zuerst einmal feststellen, woher die Verstopfungen kommen. Mein Hund bekommt es ganz oft, wenn er nicht ausreichend seine Knochen kaut. Ich habe auch schon überlegt ihm gar keine Knochen mehr zu geben. Ich glaube das wäre jedoch gar nicht machbar. Er mag sie viel zu gern. Also natürliche Tricks bei Verstopfung wären zum Beispiel noch gekochtes Apfelmus und Holunderbeeren unters Futter mischen. Diese wirken abführend.
  • 2013-06-14 21:44:31
    Laura Gartner: Mein Hund hat eher selten Verstopfungen. Aber ich kann mir vorstellen mit welchen Schmerzen das verbunden ist. Einmal hatter er ganz schlimm Verstopfungen. Das war nachdem ich ihn bei einer Freundin abgegeben hatte, weil ich im Urlaub war. Und ich habe mich immer gefragt woran das wohl lag. Jetzt sehe ich das hier erstmal, dass es auch ein psychisches Problem sein kann. Das finde ich gut zu wissen.
  • 2013-06-14 13:47:39
    Simone Thalberg: Man sollte sofort zum Tierarzt gehen, wenn man merkt, dass der Hund Verstopfungen hat. Bei meinem Liebling macht es sich dann immer bemerkbar, dass er nur in der Ecke rumliegt und gar nicht mehr spielen mag. Ich versuche ihm dann immer den Bauch zu streicheln. Dann wird es auch manchmal besser. Hält die Verstopfung mehrere Tage an würde ich zum Tierarzt gehen.
  • 2013-06-14 13:29:15
    Nina Müller: Mein Hund hat er selten Verstopfungen aber wenn er welche hat ist es nicht schön. Er hat dann immer starke Schmerzen in der Bauchgegend und jammert rum. Also mit einer Verstopfung beim Hund ist nicht zu spaßen.
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