Ernährungstipps

Dürfen Hunde Honig essen? Oder ist das gefährlich?

Süß und klebrig, aber auch gesund? Bei Honig und seiner heilenden Wirkung, die ihm zugesagt wird, gehen die Meinungen auseinander. Für erwachsene Menschen ist der Verzehr oder die Anwendung von Honig in der Regel nicht gefährlich. Aber wie sieht es bei Ihrem Vierbeiner aus? Dürfen Hunde Honig essen? Oder ist das ungesund für sie?

Süße Versuchung: Einen Löffel Honig wird wohl kaum ein Hund verschmähen – Shutterstock / Taya Ovod

Süße Versuchung: Einen Löffel Honig wird wohl kaum ein Hund verschmähen – Shutterstock / Taya Ovod

Nicht alle Nahrungsmittel, die Menschen guttun, sind auch für Ihren Hund geeignet – Honig allerdings schon. Sofern Ihr Hund ausgewachsen und gesund ist und aufgrund des hohen Zuckergehalts von Honig diesen nur in Maßen und nicht in Massen konsumiert. Eine heilende Wirkung von Honig ist bislang aber nicht wissenschaftlich bewiesen worden. Daher sollten Sie im Zweifelsfall nicht allein auf den positiven Effekt vertrauen, sondern Ihren Tierarzt um Rat fragen.

Welche Gefahren und Risiken gehen von Honig für Hunde aus?

Honig kann bei Säuglingen in Einzelfällen schwere Vergiftungen auslösen und sogar zum Tod führen, weil die Darmflora noch in der Entwicklung ist. Sie ist noch nicht in der Lage, das im Honig vorkommende Bakterium Clostridium botulinum abzuwehren. Dieses Prinzip lässt sich auch auf Hunde übertragen. Welpen und Vierbeinern mit geschwächtem Immunsystem sollten Sie daher keinen Honig verabreichen.

Wenn Sie sich selbst unsicher sind, beispielsweise weil Ihr Hund vor einiger Zeit krank war, suchen Sie am besten Ihren Tierarzt auf und bitten ihn um eine Einschätzung. Auch wenn Ihr Hund an Diabetes leidet oder übergewichtig ist, fragen Sie vorher den Tierarzt, ob Sie dem Hund Honig geben dürfen. Im Zweifel sollten Sie lieber darauf verzichten. Des Weiteren kann die Fütterung von Honig in zu großen Mengen zu Zahnfäule beim Hund führen.

Welchen Honig dürfen Hunde essen? Und wie viel?

Gerade wenn Sie Ihrem Hund aus gesundheitlichen Gründen oder zur heilenden Unterstützung Honig geben, sollten Sie darauf achten, dass Sie ein unbehandeltes Naturprodukt verwenden. Reiner Honig ist vorher weder gefiltert worden, noch wurde er erhitzt oder enthält Zusatzstoffe.

Möchten Sie auf Nummer sicher gehen, kaufen Sie den Honig am besten direkt beim Imker oder in Geschäften, die regionale Produkte anbieten. Dem in Neuseeland und Südost-Australien produzierten Manuka-Honig wird eine besondere antibakterielle und heilende Wirkung nachgesagt. Er ist verglichen mit herkömmlichem Honig allerdings überdurchschnittlich teuer und muss lange Transportwege zurücklegen, bevor er in unseren heimischen Läden ankommt. Andere Honigsorten erfüllen denselben Zweck und können Ihrem Hund genauso gut verabreicht werden – in Maßen.

Ein Teelöffel Honig enthält etwa 60 Kalorien und 17 Gramm Zucker. Sie sollten Ihrem Hund keinesfalls mehr als einen Teelöffel Honig am Tag zu essen geben – lieber weniger. Den Honig können Sie ihm pur verabreichen oder auch unter das Futter mischen.

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Honig für Hunde: Anwendungsgebiete

Honig enthält nicht bloß Vitamine, sondern ihm wird auch eine heilende Wirkung auf mehreren Anwendungsgebieten nachgesagt. Einwandfrei bewiesen sind diese jedoch nicht – tun Sie daher nichts, ohne vorher Ihren Tierarzt zu konsultieren.

● Allergien lindern: Einige Hundebesitzer schwören darauf, dass Honig auch Allergien Ihres Tieres lindern kann. Leidet der Vierbeiner an einer Pollenallergie, soll es angeblich helfen, ihm Honig aus der Region zu verabreichen, in der auch die Pollen vorkommen. So besteht die Möglichkeit, dass Ihr Hund eine Immunität entwickelt und weniger oder gar keine Allergiesymptome mehr zeigt. Belege dafür gibt es jedoch nicht. Zwar beruht das Prinzip der Hyposensibilisierung zur Behandlung von Allergien auf diesem Prinzip – Sie sollten diese aber niemals auf eigene Faust durchführen!

Arthritis reduzieren: Einige Studien legen nahe, dass Honig in der Lage ist, die Arthritisschmerzen beim Hund zu lindern.

Wunden heilen und Hautkrankheiten bekämpfen: Honig wird eine wasserentziehende Wirkung nachgesagt, die Wunden schneller austrocknet. Dadurch wird die Zellteilung beschleunigt und die Wundheilung angeregt. Hierfür frisst Ihr Hund den Honig aber nicht, sondern Sie tupfen lediglich ein wenig davon auf die Wunden oder den Ausschlag.

● Den Stoffwechsel anregen: Honig enthält das Stärke abbauende Enzym Amylase, das Ihrem Hund dabei helfen kann, sein Futter besser zu verdauen. Allerdings können Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Verstopfung darauf hindeuten, dass Ihr Vierbeiner sein Futter nicht verträgt oder krank ist. Lassen Sie dieses Symptom daher vorsichtshalber erst vom Tierarzt abklären, bevor Sie Ihrem Hund Honig geben.

Hilft Honig auch bei Zwingerhusten?

Zwingerhusten ist eine ansteckende Hundekrankheit, die Sie vom Tierarzt behandeln lassen sollten. Eine Therapie des Zwingerhustens, die Sie zu Hause nur durch Beigabe von Honig durchführen, ist absolut nicht empfehlenswert, da es keine wissenschaftlichen Belege für einen Erfolg gibt. Möglicherweise können Sie den Husten Ihres Hundes durch die Zugabe von Honig etwas lindern, ein Tierarztbesuch mit vorheriger Rücksprache ist aber unabdingbar.

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