Tierpsychologie

Der Pawlowsche Hund und die klassische Konditionierung

Der sogenannte Pawlowsche Hund steht für ein Experiment, mit dem der berühmte Naturwissenschaftler Iwan Petrowitsch Pawlow das Phänomen der klassischen Konditionierung bewies.

Der Mediziner Pawlow entdeckte die Funktionsweise der Konditionierung beim Hund – Shutterstock / IrinaVol

Der Mediziner Pawlow entdeckte die Funktionsweise der Konditionierung beim Hund – Shutterstock / IrinaVol

Der russische Professor Iwan Petrowitsch Pawlow (geboren am 14.09.1849 und gestorben am 27.02.1936) erhielt 1904 nicht nur den Nobelpreis für die Aufklärung von Verdauungsprozessen, sondern war auch der Entdecker der klassischen Konditionierung bei Hunden. Bei diesem Phänomen wird aus einem angeborenen unbedingten Reflex durch Training ein bedingter, also absichtlich hervorgerufener, Reflex. Um zu belegen, dass das Prinzip der Konditionierung tatsächlich funktioniert, führte er ein Experiment durch, das als der Pawlowsche Hund Berühmtheit erlangte.

Pawlow entdeckte das Phänomen der klassischen Konditionierung

Hunde speicheln während der Nahrungsaufnahme mehr. Bei dem vermehrten Speichelfluss handelt es sich um eine natürliche und zwanghafte Reaktion auf den Futterreiz – also auf den Geruch und Anblick des Futters. Dieser unwillkürliche Reflex der Vierbeiner ist nicht zu unterdrücken. Nun beobachtete Pawlow aber bei seiner Forschungsarbeit zur Verdauung bei Hunden, dass bei den Tieren ein vermehrter Speichelfluss nicht nur während der Fütterung auftrat, sondern auch schon, sobald er sich dem Hundezwinger nur näherte.

Dabei hat ein Hund eigentlich gar keinen Grund bei einfachen hörbaren Schritten mehr zu sabbern – es sei denn, er hat gelernt, den unbedeutenden Reiz der Schritte mit der Gabe von Futter zu verknüpfen. Die Theorie dieses Lernprozesses beim Hund – Konditionierung – wollte Pawlow nun beweisen. Deshalb stellte er ein einfaches aber einschlägiges Experiment auf die Beine: den Pawlowschen Hund.

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Das belegende Experiment: Der Pawlowsche Hund

Für sein Experiment nahm er eine einfache Glocke zur Hilfe, um einen akustischen Reiz durch das Klingeln bei seinen Hunden zu erzeugen. Allein dieses Geräusch löste, wie der Naturwissenschaftler beobachtete, keinen vermehrten Speichelflussreflex bei den Vierbeinern aus. Anschließend fütterte er seine Hunde immer kurz nach dem Glockenton, womit sie dem Reiz des Futters, durch den sie mehr speichelten, sowie dem Reiz des Klingelns gleichzeitig ausgesetzt waren.

Nach einer gewissen Gewöhnungszeit ließ Pawlow nur noch die Glocke läuten: Wie er erwartet hatte, reagierten die Hunde allein auf den Tonreiz mit mehr Speichelfluss, weil sie gelernt haben, dass es nach dem Klingeln Futter gibt. Er hatte seinen Hunden also einen bedingten Reflex auf einen eigentlich für Hunde unbedeutenden Reiz erfolgreich antrainiert. Auch diesen angewöhnten Reflex konnten die Tiere genauso wie einen angeborenen nicht mehr unterdrücken. Somit wurde das Prinzip der Konditionierung wissenschaftlich belegt. Ohne diese Entdeckung würde ein wesentlicher Bestandteil des heutigen Verhaltenstrainings bei Hunden fehlen.

Noch mal eine kleine Zusammenfassung gefällig? Hier wird das Experiment des berühmten Wissenschaftlers, der Pawlowsche Hund, noch einmal kurz erklärt:

Und hier folgt die kurze Erläuterung zur klassischen Konditionierung:

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