Erziehungstipps

Hund wird nicht stubenrein: Was tun?

Der Hund wird nicht stubenrein und löst sich ständig in Ihren vier Wänden? Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Bei Welpen und Tierheimhunden ist es möglich, dass sie nie gelernt haben, ihr Geschäft draußen zu verrichten. Ihr Hund macht in die Wohnung, obwohl er das früher nicht getan hat? Dann ist vorsichtshalber ein Tierarztbesuch nötig.

Hoppla! Wie konnte dieses kleine Missgeschick bloß passieren? –Shutterstock / Olimpik

Hoppla! Wie konnte dieses kleine Missgeschick bloß passieren? –Shutterstock / Olimpik

Ein Hund macht in die Wohnung, wenn er nicht gelernt hat, sich erst draußen zu lösen. Ein junger Hund wird nicht stubenrein, wenn es ihm niemand beibringt. Es kann jedoch auch sein, dass Ihr Vierbeiner auf den Boden pinkelt, weil er einfach nicht mehr an sich halten kann.

Hund macht in die Wohnung: Mögliche Ursachen

Zunächst sollten Sie überlegen, woran es liegen könnte, dass Ihr Hund in die Wohnung macht. Ist Ihr Vierbeiner noch ein Welpe und erst seit Kurzem bei Ihnen zu Hause? Dann muss er höchstwahrscheinlich erst noch lernen, wo er sein Geschäftchen erledigen darf und wo nicht. Dies ist normal und kein Grund zur Sorge. Möglich ist auch, dass Sie zu selten mit ihm Gassi gehen – ein kleiner Welpe muss teilweise alle zwei Stunden "aufs Töpfchen".

Kommt ein Tierheimhund zu Ihnen ins Haus und erweist sich als nicht stubenrein, besteht die Möglichkeit, dass er das nie war. Die Herkunft der Hunde im Tierheim lässt sich nicht immer ganz zurückverfolgen und manchmal sind Menschen, die Ihr Haustier im Tierheim abgeben, nicht ganz ehrlich, was die Gründe dafür betrifft. Dies soll Sie jedoch keinesfalls davon abhalten, einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren. Auch ältere Hunde können lernen, stubenrein zu werden, wenn Sie ausreichend Liebe, Geduld und Konsequenz von ihren neuen Menscheneltern erfahren. War Ihr Hund bereits stubenrein und das Lösen in der Wohnung ist ein recht neues Verhalten, können gesundheitliche Probleme, Alterserscheinungen oder psychische Leiden dahinter stecken.

Den Hund stubenrein bekommen: So vermeiden Sie Missgeschicke Ansehen

Hund wird nicht stubenrein: Haben Sie Geduld

Ein Hund wird nicht stubenrein, wenn Sie sich nicht ausreichend Zeit dafür nehmen, es ihm beizubringen. Dabei kann es von Tier zu Tier unterschiedlich lange dauern, bis er das Prinzip verinnerlicht hat, erst draußen seine Blase zu entleeren und Bescheid zu sagen, wenn er mal muss. Dies kann durchaus mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Das gilt auch für Tierheimhunde, die womöglich noch nie stubenrein waren. Sie brauchen sogar eventuell noch etwas länger, bis sie nicht mehr in die Wohnung machen, weil sie sich das unerwünschte Verhalten zuvor angewöhnt hatten.

Sie können Ihrem Liebling dabei helfen, dass er nicht mehr dort eine Pfütze oder ein Häufchen hinterlässt, wo er es nicht darf. Achten Sie besonders aufmerksam auf die Körpersprache Ihres Hundes und gehen Sie sofort mit ihm hinaus, sobald er unruhig wird und zeigt, dass er mal muss. Dies kann ein flüchtiger Blick zur Tür sein, plötzliche Nervosität, Hin- und Herlaufen oder das demonstrative Setzen vor die Haustür. Welpen müssen etwa alle zwei Stunden raus, später lassen sich die Abstände zwischen den Gassirunden verlängern. Auch nachts müssen kleine Hunde pinkeln.

Strafen helfen fast nie gegen Unsauberkeit

Wenn er fertig ist mit seinem Geschäft draußen, loben Sie ihn und belohnen Sie ihn mit einem Leckerli. Gehen Sie danach noch eine Weile spazieren, damit Ihr Hund nicht verinnerlicht, dass er sofort wieder ins Haus muss, nachdem er sich gelöst hat. Es besteht ansonsten die Möglichkeit, dass er das Pinkeln hinauszögert, um länger draußen schnüffeln und entdecken zu können, beim Gassigehen anhält und erst wieder im Haus ein Häufchen oder Pfützchen macht, weil er sich nicht länger beherrschen kann.

Ihr Hund macht in die Wohnung, wenn er keinen anderen Ausweg kennt, nicht, weil er böse oder bockig ist. Daher ist es auch nicht sinnvoll, ihn dafür zu bestrafen. Das Einzige, was Sie tun können, wenn Sie ihn auf frischer Tat ertappen, ist, ihm mit einem klaren "Nein" oder "Pfui!" zu sagen, dass er das nicht soll und sofort mit ihm rauszugehen. Aber schimpfen Sie nicht mit ihm und tunken Sie niemals, wirklich niemals, seine Schnauze in seine Hinterlassenschaften.

Sonst stubenreiner Hund pinkelt überall hin: Ist er krank?

Ihr Hund macht in die Wohnung, obwohl er schon stubenrein war? Gehen Sie auf jeden Fall mit ihm zum Tierarzt, er könnte unter einer Blasenentzündung oder einer Niereninsuffizienz leiden. Konnte Ihr Tierarzt eine körperliche Ursache für die Unsauberkeit ausschließen, stecken womöglich Ängste oder Stress dahinter. Ein Tierpsychologe kann Ihnen dann weiterhelfen.

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