Tierpsychologie

"Will to please" beim Hund: Was ist das?

Manchen Hunderassen wie dem Labrador oder dem Golden Retriever wird ein sogenannter "will to please" nachgesagt. Der Begriff kommt aus dem Englischen und lässt sich mit "Wille/Bereitschaft/Bedürfnis zu gefallen" übersetzen. Diese Hunde legen großen Wert darauf, mit ihrem Menschen zusammenzuarbeiten oder bei ihm zu sein. Was das für die Hundeerziehung bedeutet und welche Rassen noch über diese Eigenschaft verfügen, verraten die folgenden Tipps.

Golden Retriever, wie dieser niedliche Welpe, haben normalerweise einen ausgeprägten "will to please" – Shutterstock / Jeff Wasserman

Golden Retriever, wie dieser niedliche Welpe, haben normalerweise einen ausgeprägten "will to please" – Shutterstock / Jeff Wasserman

Gelegentlich wird der "will to please" mit Arbeitseifer gleichgesetzt, aber das ist so nicht ganz zutreffend. Es gibt beispielsweise Hunde, die großen Arbeitseifer an den Tag legen und eine sinnvolle, rassegerechte Aufgabe brauchen, dabei aber sehr eigenständig sind und nicht zwingend mit ihrem Menschen zusammenarbeiten wollen – wie Herdenschutzhunde. Gleichzeitig haben viele Gesellschaftshunde das Bedürfnis, ihren Bezugspersonen zu gefallen und in ihrer Nähe zu sein, sind aber nicht besonders arbeitswütig.

Was bedeutet "will to please" beim Hund?

Der "will to please" beim Hund bezieht sich also im Wesentlichen darauf, wie menschenbezogen er ist und wie wichtig es ursprünglich für seine Rasse war, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Solche Hunde sind von Natur aus bemüht, zu verstehen, was ihre Bezugsperson von ihnen erwartet, und sind bereit, dem Folge zu leisten. Diese Vierbeiner wurden für Aufgaben gezüchtet, die Kooperationsbereitschaft und gutes Teamwork mit ihrem Halter zusammen voraussetzen. Für einige Jagdhunde wie dem Golden Retriever oder manche Gebrauchshunde wie dem Deutschen Schäferhund war das zum Beispiel immer wichtig, aber vor allem auch für Gesellschaftshunde, die – wie der Name schon sagt – ihre Hauptaufgabe darin haben, dem Menschen Gesellschaft zu leisten.

Hunderassen mit ausgeprägtem "will to please"

Neben allen Retrievern wie dem Labrador und dem Golden Retriever sowie dem Deutschen Schäferhund verfügen die folgenden Hunderassen über einen "will to please":

Australian Shepherd

Australian Cattle Dog

Australian Kelpie

● Malinois / Belgischer Schäferhund

Shetland Sheepdog / Sheltie

● Collies

● Spaniel

Kooikerhondje

Spanischer Wasserhund / Perro de Agua Español

Welsh Corgi

Kontinentaler Zwergspaniel / Papillon

Löwchen

Bichon frisé

Bologneser

Malteser

Havaneser

Bindung zwischen Mensch und Hund erkennen Ansehen

"Will to please" in der Hundeerziehung nutzen

Ein Hund mit "will to please" wird meist als leicht erziehbar und für Anfänger geeignet betrachtet. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass der Hund sich von selbst erzieht oder den Menschen immer problemlos versteht. Sie müssen Ihrem freundlichen, kooperationsfreudigen Vierbeiner trotzdem erst noch Regeln und Kommandos beibringen, damit er weiß, was er darf und was nicht. Auch ist es notwendig, dass Sie mit Ihrem Hund klar, eindeutig und konsequent kommunizieren, damit er begreifen kann, was Sie von ihm erwarten. Sind Sie inkosequent, kann es passieren, dass Ihr tierischer Freund sich unerwünschte Gewohnheiten einprägt.

Außerdem sind diese Hunde nur glücklich, wenn sie entsprechend ihrer Rasse gefordert werden. Ein kleiner Gesellschaftshund hat womöglich mehr Spaß an Intelligenzspielen, Tricks und leichter körperlicher Betätigung, während ein Gebrauchshund, Schäferhund oder Jagdhund mit "will to please" richtige Arbeitsaufgaben, intensiven Hundesport und viel Bewegung benötigt, um glücklich und ausgelastet zu sein. Was allerdings tatsächlich einfacher bei Hunden mit "will to please" ist, sind Belohnungen und Motivation. Mit Loben, Streicheln und einem gemeinsamen Spiel lassen sie sich leicht für eine neue Aufgabe oder Trainingssession begeistern.

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