Trainingsmethoden

Zughundesport: Welche Hunde haben Freude daran?

Nicht nur Schlittenhunde haben Spaß am Zughundesport – im Prinzip können alle Hunde mitmachen. Allerdings sollten sie ein paar gesundheitliche Voraussetzungen erfüllen und Ausrüstung sowie Training müssen stimmen, um Verletzungen zu vermeiden.

Dieser Australian Shepherd übt mit seinem kleinen Hundekumpel für den Zughundesport – Shutterstock / Lee319

Dieser Australian Shepherd übt mit seinem kleinen Hundekumpel für den Zughundesport – Shutterstock / Lee319

Zughundesport ist sehr vielseitig: Mit dem Begriff sind verschiedene Sportarten gemeint, bei denen die Hunde ein Gefährt oder ihren Menschen ziehen. Je nachdem, wie kräftig oder schnell der Vierbeiner ist, sind andere Disziplinen besser für ihn geeignet.

Was ist Zughundesport?

Ursprünglich wurden Zughunde als Arbeitstiere eingesetzt. Schlittenhunde wie der Husky halfen ihren Menschen bei der Fortbewegung durch verschneite Landschaften, Berner Sennenhunde wurden vor einen Karren gespannt und konnten auf diese Weise die Waren der Bauern transportieren. Erst, seitdem Hunde vor allem Familienmitglieder und Weggefährten sind, hat sich aus den früheren Arbeitsaufgaben ein Sport entwickelt. Der Zughundesport dient als Oberbegriff für verschiedene Disziplinen, dazu gehören:

  • ● Schlittenhundesport
  • ● Hundewagen bzw. Bollerwagen ziehen
  • ● Dog Trike (Trainingswagen mit drei Rädern)
  • ● Sacco Cart (Trainingswagen mit vier Rädern)
  • ● Dogscooter (Zughundesport mit Tretroller)
  • ● Bikejöring (Fahrradfahren mit Zughund)
  • Canicross (Laufen mit Zughund)
  • Dogtrekking (Wanderungen mit Zughund)

Ist Zughundesport nur etwas für bestimmte Hunderassen?

Manche Hunderassen wurden vor allem als Schlittenhunde oder Lastenziehhunde gezüchtet und sind deswegen für den Zughundesport besonders geeignet. Klassische Schlittenhunderassen sind neben dem Siberian Husky auch der Samojede, Grönlandhund und der Alaskan Malamute. Der Berner Sennenhund ist ein berühmtes Beispiel für Lastenziehhunde, doch auch andere Sennenhunde sowie Leonberger und der japanische Akita haben früher ihren Menschen bei der Arbeit geholfen.

Grundsätzlich kann aber jeder gesunde Hund Zughundesport ausüben. Kräftige Hunde, die nicht so schnell sind, können gut Hundewagen, den Dog Trike oder Sacco Cart ziehen. Sie haben jedoch in der Regel auch Spaß am Dogtrekking. Hunde, die nicht so kräftig, aber schnell sind, kommen bei den anderen Zughundesportdisziplinen auf ihre Kosten. Die Rasse ist dabei zweitrangig, es kommt auf den individuellen körperlichen Zustand des Vierbeiners und seine Vorlieben an.

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Dürfen kleine Hunde auch mitmachen?

Typischerweise verbindet man den Zughundesport eher mit großen Hunderassen, doch das heißt nicht, dass kleine Hunde nicht auch Spaß daran haben können. Allerdings sind sie als Lastenziehhunde tatsächlich nicht kräftig genug, aber Canicross oder Dogtrekking erfordert keine außergewöhnliche Muskelkraft. Diese Disziplinen können Sie auch mit einem Jack Russell Terrier oder Beagle ausüben, sofern er fit ist. Sehr lauffreudige kleine und mittelgroße Hunde finden außerdem möglicherweise am Bikejöring Gefallen, so wie die beiden Fellnasen im Video:

Gesundheitliche Voraussetzungen für den Zughundesport

Bevor Sie mit dem Training zum Zughundesport Ihrer Wahl beginnen, lassen Sie Ihren Hund von Kopf bis Fuß beim Tierarzt untersuchen. Hunde mit Herz-Kreislauf-Problemen dürfen leider nicht mitmachen, da die Sportart für sie körperlich zu anstrengend wäre. Auch Welpen und Junghunde, die noch nicht ausgewachsen sind, dürfen noch nicht als Zughunde eingesetzt werden. Ein Grenzfall sind Hunde mit Gelenkproblemen, etwa einer Hüftdysplasie (HD) – unter professioneller Anleitung und mit Einverständnis des Tierarztes können manche Zughundesportarten die Hundemuskeln stärken und somit den Verlauf einer HD positiv beeinflussen.

Damit Ihr Zughund gesund bleibt, sollten Sie nicht einfach drauflos trainieren. Nach dem Check-up beim Tierarzt ist es das Beste, wenn Sie Schritt für Schritt mit einem speziell ausgebildeten Trainer Ihren Liebling an das neue Hobby heranführen. Außerdem ganz wichtig: die richtige Ausrüstung. Zughunde brauchen unbedingt ein passendes Geschirr, das explizit für den Zughundesport hergestellt wurde. Dabei gibt es verschiedene Ausführungen; einige Geschirre werden an Zugstangen (Pulkastangen) befestigt, andere direkt mit der Leine verbunden. Auf keinen Fall dürfen Sie Ihren Hund mit einem Führgeschirr oder – noch schlimmer – am Halsband Lasten ziehen lassen. Schwere Verletzungen könnten die Folge sein. Fragen Sie im Zweifel Ihren Hundetrainer um Rat, wo Sie eine geeignete Ausrüstung finden.

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