Tiere und Menschen

In Hundestreit eingreifen: Ja oder Nein?

In den meisten Fällen dient ein Hundestreit dazu, die Rangordnung zwischen zwei Vierbeinern zu klären. Es kann aber auch sein, dass daraus ein ernster Kampf wird, bei dem die Tiere versuchen, einander zu verletzen. Wie können Sie in einem solchen Fall eingreifen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen?

"Das machen die unter sich aus": Was ist dran an diesem Satz zum Hundestreit? – Shutterstock / Katho Menden

"Das machen die unter sich aus": Was ist dran an diesem Satz zum Hundestreit? – Shutterstock / Katho Menden

Lautes Bellen, Zähnefletschen, Knurren – auf Menschen wirkt so ein Hundestreit schnell furchteinflößend. Dabei handelt es sich meistens um Imponiergehabe, bei dem beide Hunde zeigen wollen, dass sie stärker sind als der andere. Eingreifen müssen Sie dann normalerweise nicht. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Hundestreit: Harmlos oder Ernstkampf?

Meist ist Hundestreit eine Art Dominanzverhalten: Die Hunde wollen die Rangordnung klären. Anschließend sind sie ein Herz und eine Seele – es sei denn, die Rangordnung wird wieder infrage gestellt. In Hundekämpfe, bei denen vor allem viel Lärm gemacht und kräftig angegeben wird, sollten Sie besser nicht eingreifen. Einerseits verhindern Sie damit die Klärung der Rangordnung, andererseits missverstehen die Hunde Ihr Verhalten vielleicht und könnten Sie verletzen oder noch aggressiver werden.

Ein harmloser Hundestreit kann aber auch zum Ernstkampf werden, zum Beispiel, wenn keines der beiden Tiere nachgibt. Ein Ernstkampf kann auch zwischen Hündinnen entbrennen, insbesondere während der Läufigkeit. Hündinnen streiten sich seltener aus Dominanzverhalten, sie wollen kein Revier verteidigen, sondern ihren – reellen oder imaginären – Wurf. Dafür wird es schnell bitterernst, wenn zwei weibliche Hunde einmal aufeinander losgehen. Einen Ernstkampf erkennen Sie daran, dass die Hunde zubeißen und gezielt versuchen, ihren "Gegner" zu verletzen.

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Bei ungleichen Chancen eingreifen

Sowohl bei einem Ernstkampf als auch bei ungleichen Chancen sollten Sie möglichst eingreifen. Ungleiche Chancen bestehen zum Beispiel zwischen einem sehr kleinen und einem sehr großen Hund oder zwischen einem erwachsenen Hund und einem Welpen. Um Verletzungen zu vermeiden, müssen Sie sich mit dem Halter des anderen Hundes absprechen. Packen Sie beide die Streithähne an den Hinterläufen über den Pfoten, schieben Sie sie gleichzeitig erst nach vorne und ziehen Sie sie dann weit auseinander. Indem Sie sie erst wie bei einer Schubkarre nach vorne schieben, werden die Kontrahenten überrascht und öffnen ihre Mäuler, sodass Sie sie dann ohne Verletzungen trennen können.

Funktioniert das nicht, und hat sich einer der Hunde sogar schon im Fell des anderen festgebissen, können Sie das Maul Ihres Hundes mit einem Stück Holz öffnen, während der andere Hundehalter seinen Vierbeiner wegzieht. Ist auch das nicht möglich, versuchen Sie es mit einem Eimer Wasser, den Sie über den kämpfenden Hunden auskippen. Einen ähnlich schlichtenden Überraschungseffekt können Sie erzielen, indem Sie und der andere Hundehalter Ihre Jacken über die Streithähne werfen, sodass sie nichts mehr sehen können. Im äußersten Notfall kann auch Pfefferspray als letzte Option eingesetzt werden.

Achtung: Sicherheit geht vor!

Im ernsten Hundestreit ist Ihr sonst friedlicher, verschmuster Liebling völlig außer sich, sodass er Ihre guten Absichten nicht erkennen kann, wenn Sie eingreifen. Er könnte Sie dann im Eifer des Gefechts schwer verletzen. Seien Sie daher sehr vorsichtig. Spannt sich die Körperhaltung Ihres Hundes beim Anblick eines Artgenossen stark an, sagen Sie "Komm", drehen Sie sich um und gehen Sie mit Ihrem Hund woanders lang. Denn am besten ist es natürlich, wenn Sie einen solchen Hundestreit von vornherein vermeiden können.

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