Wissenschaft

Orientierungssinn von Hunden: Haben sie den Magnetsinn?

Hunde haben einen tollen Orientierungssinn, wie die meisten wissen. Oft finden die Vierbeiner scheinbar ohne Probleme zurück nach Hause, wenn sie einmal entlaufen sind. Jetzt fanden Forscher Bemerkenswertes zur Orientierung unser Sofawölfe heraus: Hunde können das Magnetfeld der Erde wahrnehmen.

Schön entlang der Nord-Süd-Achse aufstellen, Mister Hund! – Shutterstock / Reddogs

Schön entlang der Nord-Süd-Achse aufstellen, Mister Hund! – Shutterstock / Reddogs

Geschichten wie die des Mischlingshundes Zuco, der von Serbien bis nach Zagreb in Kroatien wanderte, gingen um die Welt. Hunde können nicht nur ausgezeichnet riechen und hören, sondern besitzen auch einen sechsten Sinn.

Hunde haben einen Magnetsinn

Vögel haben ihn, ebenso einige Fische, Schnecken und womöglich auch Kühe: den Magnetsinn. Diese Tiere können die Ausrichtung der Feldlinien des Erdmagnetfelds wahrnehmen und sich anhand dieser Linien orientieren. Vögel nutzen dies meisterlich während des Vogelzugs. Füchse richten ihren "Maussprung" an der Nord-Süd-Achse der magnetischen Pole aus und Kühe grasen meist in Nord-Süd-Richtung. Dass auch Hunde das Magnetfeld spüren, ist eine noch sehr junge Erkenntnis. Forscher um den Zoologen Hynek Burda an der Universität Duisburg-Essen konnten dies in Zusammenarbeit mit tschechischen Forschern der Agraruniversität Prag nachweisen.

Wenn Gassigehen zur Wissenschaft wird

In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie sich 70 Hunde unterschiedlicher Rassen positionieren, wenn sie ohne Leine in freier Wildbahn ihre kleinen und großen Geschäfte verrichten. Unter Berücksichtigung von Faktoren wie Tageszeit, Bekanntheit des Geländes und Umweltbedingungen wurden über 7.000 Fälle festgehalten. Bei der anschließenden statischen Auswertung stellten Burda und Co. zunächst fest, dass es keine bestimmte Körperausrichtung der Tiere beziehungsweise kein Muster gibt, nach dem die Hunde Blase und Darm entleeren.

Spannend wurde es bei einer weiteren Analyse: Die dokumentierten Daten wurden unter Berücksichtigung der Schwankungen des Erdmagnetfeldes im Zeitraum der Datenerhebung noch einmal ausgewertet. Es stellte sich heraus, dass sich die Fellprobanden doch nach einem Muster ausrichteten, während sie sich erleichterten. Die Hunde stellten sich zumeist an der magnetischen Nord-Süd-Achse entlang auf. Dies taten sie allerdings nur in Phasen, in denen das Erdmagnetfeld ruhig war. Zur Information: Es gibt Magnetobservatorien, die Richtung und Intensität der Feldlinien registrieren und online veröffentlichen. Das Fazit: Hunde haben nachweislich die Fähigkeit, das Magnetfeld zu spüren und nutzen diese auch.

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Orientierungssinn von Hunden trotzdem weiterhin ein Rätsel

Die meisten Hundehalter werden sich über die Ergebnisse nicht groß wundern, da sie schon oft genug erlebt haben werden, dass sich ihr vierbeiniger Partner sehr gut orientieren kann beziehungsweise einen hervorragenden Orientierungssinn hat. Wie oder womit die Tiere das Magnetfeld genau wahrnehmen, ist noch nicht klar. Es gibt tatsächlich Zellen, die für die magnetische Wahrnehmung verantwortlich sind, sogenannte Magnetitzellen. Diese konnten beim Hund allerdings noch nicht geortet werden.

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