Verhalten

Territorialverhalten beim Hund: Wenn es außer Kontrolle gerät

Jeder Hund zeigt ein gewisses natürliches Territorialverhalten, mit dem er sein "Revier" beschützen will – und sei das nur Ihre Zweizimmerwohnung. Wenn dieses Verhalten jedoch außer Kontrolle gerät und der Vierbeiner womöglich sogar aggressiv wird, müssen Sie einschreiten.

Knurren und Zähnefletschen: So sieht es aus, wenn der Hund übertriebenes Territorialverhalten zeigt – Shutterstock / Victoria Antonova

Knurren und Zähnefletschen: So sieht es aus, wenn der Hund übertriebenes Territorialverhalten zeigt – Shutterstock / Victoria Antonova

Ein Hund verteidigt sein Revier instinktiv – das äußert sich teilweise in einem übertriebenen Territorialverhalten, das nicht immer angenehm für Herrchen oder Frauchen ist. Zum Beispiel wenn der Vierbeiner bellt, sobald ein Besucher durchs Treppenhaus oder ans Gartentor kommt, oder durch Hochspringen an Personen. Im schlimmsten Fall versucht der Hund Eindringlinge in sein Revier durch Drohverhalten zu bedrängen oder beginnt sogar, sie zu beißen. In solchen Fällen spricht man von territorialer Aggression.

Der Hund verteidigt sein Revier

Unter dem Territorium versteht man das angestammte Revier eines Hundes. Dieses markiert der Vierbeiner mit Duftmarken, durch Urinieren oder durch Scharren im Boden - so wie Sie es als Hundebesitzer beim alltäglichen Gassigehen täglich erleben. Besonders intensiv bewachen die Kaltschnäuzer die Orte und Gegenstände, die ihnen besonders wichtig sind: So zum Beispiel ihren Futternapf oder das Körbchen. Ein solches, normales Territorialverhalten entwickeln Hunde, wenn sie erwachsen werden, meist ab dem zweiten oder dritten Lebensjahr. In manchen Fällen kann sich das natürliche Bedürfnis, das angestammte Revier zu beschützen, jedoch zu territorialer Aggression ausweiten.

Wie kommt es zu Territorialverhalten und territorialer Aggression?

Die Gründe für übertriebenes Revierverhalten und territoriale Aggression können vielfältig sein. Teilweise ist das Verhalten im Charakter des Hundes angelegt - vor allem dominante Hunde neigen zu extremem Territorialverhalten. Manche Hunderassen haben genetisch bedingt einen stärkeren Instinkt, ihr Revier zu verteidigen als andere. So zum Beispiel der Deutsche Schäferhund, der Dobermann oder auch manche Doggenarten.

Bei anderen Hunden kann die Ursache für das aggressive Verhalten auch in der Kindheit liegen. Fehlende Sozialisation als Welpe oder inkonsequente Erziehung durch Herrchen oder Frauchen spielen beispielsweise eine Rolle.

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Was tun, wenn der Hund aggressiv wird?

Ein Hund, der aggressiv wird, sobald ein Fremder sein Revier betritt, ist in der Regel ein Fall für den Hundetrainer. In weniger schwerwiegenden Fällen können Sie Ihrem Vierbeiner mit Obedience Training unter fachmännischer Aufsicht beibringen, dass Sie es sind, nicht er, die die Grenzen des Reviers und den Gefährlichkeitsgrad von Eindringlingen festlegen. In manchen Fällen reicht es dagegen bereits, dem Hund im Alltag mehr Abwechslung und Beschäftigung zu bieten – ein ausgelasteter Hund zeigt sich auch entspannter, wenn es um die Grenzen seines Territoriums geht.

Im Idealfall sorgen Sie dafür, dass ein solches Territorialverhalten gar nicht erst auftritt, in dem Sie Ihren Welpen von klein auf entsprechend erziehen. Es hilft bereits, wenn der junge Hund viel Kontakt mit Besuchern hat und lernt, dass Eindringlinge ihm sein Revier nicht streitig machen. Auch wird ein Hund, der sein Herrchen als Rudeloberhaupt respektiert, wenig aggressives Territorialverhalten zeigen, weil er anerkennt, dass es sein Menschenfreund ist, der die Grenzen des Reviers für ihn kontrolliert und verteidigt.

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