Krankheitssymptome

Katze hält den Kopf schief: Was hat sie?

Hält Ihre Katze den Kopf schief, leidet sie unter einer sogenannten Kopfschiefhaltung. In der Regel wird diese Haltung durch andere Krankheiten ausgelöst, die sich auf das Gleichgewichtsorgan des Tieres auswirken. Lesen Sie hier, was genau dahinterstecken kann.

Hält eine Katze den Kopf dauerhaft schief, kann eine Erkrankung dahinterstecken –  shutterstock / Nicola Bertolini

Hält eine Katze den Kopf dauerhaft schief, kann eine Erkrankung dahinterstecken – shutterstock / Nicola Bertolini

Eine längerfristige Kopfschiefhaltung ist bei Katzen das am häufigsten vorkommende Symptom einer Erkrankung des Gleichgewichtsorgans, auch als Vestibularsyndrom bezeichnet. Hält Ihre Katze nur kurzzeitig ihren Kopf schief, hat sie womöglich etwas im Ohr, das Hörorgan ist entzündet oder sie fühlt sich gestört. Den Kopf kann die Katze hier aber noch normal bewegen. Anders beim Vestibularsyndrom: Hier kann das Tier den Kopf für eine längere Zeit nicht gerade halten.

Weitere Symptome für ein Vestibularsyndrom

Neben der Kopfschiefhaltung treten in vielen Fällen weitere Symptome auf, die auf eine Störung des Gleichgewichtsorgans hindeuten. Zu diesen gehören:

● Das Tier kann möglicherweise nicht gerade laufen, kippt häufig zur Seite oder rollt in eine Richtung.

● Die Katze schielt.

● Das Horner-Symptom: Hier sind die Pupillen klein. Zudem kann das Auge tiefer in der Höhle liegen, das dritte Augenlid vorgefallen sein oder das untere hängen.

● Schwindel, Übelkeit und Erbrechen.

● Heftige Symptome wie eine Ohnmacht oder ein Krampfanfall lassen auf Störungen im Gehirn schließen, die das Gleichgewichtsorgan in Mitleidenschaft ziehen.

Ernst nehmen sollten Sie diese Symptome unbedingt, denn die Ursachen sind vielfältig und zum Teil äußerst gefährlich. Gehen Sie im Zweifel also immer mit Ihrer Katze zum Tierarzt.

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Kopfschiefhaltung aufgrund des Vestibularsyndroms: Ursachen

Die möglichen Ursachen betreffen oft Beeinträchtigungen und Schädigungen direkt am Gleichgewichtsorgan, die als periphere Erkrankungen bezeichnet werden. Zu ihnen gehören:

● Innenohr-Entzündung

● Verletzung des Trommelfells

● Mittelohr-Entzündung

● Polypen

● Angeborenes Vestibularsyndrom

● Idiopathisches Vestibularsyndrom, eine Sonderform mit bislang unbekannter Ursache. Es kann plötzlich und in jedem Alter auftreten. Zumeist erholt sich die Katze nach wenigen Tagen.

● Bruch des Felsenbeins, einer knöchernen Struktur am Innenohr

Tumore

● Vergiftungen

Andere Erkrankungen betreffen die Nerven oder das Gehirn. Sie lösen aus, dass die Informationen nicht mehr richtig verarbeitet werden können. Diese Beeinträchtigungen und Schädigungen heißen zentrale Erkrankungen. Zu ihnen zählen:

● Infarkt

Feline infektiöse Peritonitis (FIP)

● Blutung

● Eine Verletzung und damit einhergehendes Schädel-Hirn-Trauma

● Tumore im Gehirn und an den Nerven

● Mangel an Thiamin

● Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute (Meningoenzephalitis)

● Parasiten (Protozoen)

Ihre Katze hält den Kopf schief: So reagieren Sie richtig

Gehen Sie bei einer Kopfschiefhaltung zum Tierarzt. Er muss die genauen Ursachen herausfinden und das Vestibularsyndrom einer peripheren oder zentralen Erkrankung zuordnen. Hierfür ist im Normalfall eine umfassende Laboruntersuchung mit Blutbild, Serumbiochemie und einem Schilddrüsenhormonprofil nötig. Über eine Otoskopie kann der Tierarzt feststellen, ob eine Ohrentzündung der Auslöser ist.

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