Tierkrankheiten

Reizdarm bei Katzen: Was ist das und wie äußert es sich?

Regelmäßiger Durchfall ist das Hauptsymptom bei Katzen mit Reizdarm. Die Ursachen dafür sind meist Stress oder Futterunverträglichkeiten. Doch da auch eine Menge anderer Gründe zu Verdauungsproblemen führen können, ist es wichtig, Ihre Samtpfote zum Tierarzt zu bringen.

Reizdarm bei Katzen: Wenn es im Bauch grummelt, ist der Weg zum Katzenklo manchmal zu kurz. — Bild: Shutterstock / Olga Maer

Reizdarm bei Katzen: Wenn es im Bauch grummelt, ist der Weg zum Katzenklo manchmal zu kurz. — Bild: Shutterstock / Olga Maer

Reizdarm bei Katzen heißt in der Fachsprache Irritable Bowel Syndrome (IBS) und wird aufgrund der ähnlichen Symptome häufig mit einer chronischen Darmentzündung namens Irritable Bowel Disease (IBD) verwechselt. Das Reizdarmsyndrom ist zwar unangenehm, doch wenn Sie Ihren Liebling aufmerksam beobachten, bekommen Sie das Problem mithilfe Ihres Tierarztes meist gut in den Griff.

Symptome von Reizdarm bei Katzen: Durchfall und Verdauungsprobleme

Das wichtigste Symptom von IBS ist der Durchfall: Wenn Sie häufiger große Mengen von flüssigem Kot im Katzenklo finden oder Ihr Liebling auch außerhalb der Katzentoilette immer mal wieder kleine Mengen Durchfall herauströpfeln lässt, liegt meist ein Verdauungsproblem vor. Das Tückische: Durchfall kann ein Symptom von ganz vielen Erkrankungen sein und ist allein noch kein Beweis für das Reizdarmsyndrom IBS.

Neben dem Durchfall leiden die Samtpfoten auch oftmals noch unter einigen der folgenden Symptome:

Blähungen

● Krämpfe

● Schmerzen beim Berühren des Bauchs

● Übelkeit

● Erbrechen

● Gewichtsverlust aufgrund des Durchfalls

● ganz plötzlicher Drang zum Stuhlgang

● Probleme beim Absetzen des Kots

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Ursachen von IBS: Stress und unverträgliches Futter

In den allermeisten Fällen ist es Stress, der zur Reizdarmproblematik führt. Da Katzen sehr empfindliche Wesen sind, können schon Kleinigkeiten für sie sehr belastend sein, wie etwa:

● neue Umgebung

● Veränderung ihrer Alltagsroutine

● zu wenig Beschäftigung, Langeweile

● fremde Menschen und andere Tiere

● Traumata und Angststörungen

Ein zweiter Auslöser kann das Futter sein, zum Beispiel durch:

● neues, ungewohntes Futter

● schwer verdauliches Futter

● ballaststoffarme Ernährung

● Unverträglichkeiten

Unterschied zwischen IBS und IBD

Bei IBS (Reizdarm) ist der Verdauungstrakt organisch völlig in Ordnung und eine Gewebeprobe würde keine auffälligen Veränderungen anzeigen – trotzdem hat Ihre Katze Verdauungsprobleme, weil der Darmtrakt zeitweise einfach sehr empfindlich reagiert. Bei IBD (chronischer Darmentzündung) hingegen ist der Darm ernsthaft entzündet – es liegt also eine eindeutige körperliche Ursache vor, die sich durch Tests nachweisen lässt.

Diagnose: Nur der Tierarzt gibt Sicherheit

Durchfall und Verdauungsprobleme sind sehr diffuse Symptome, die auch auf eine Menge anderer Probleme hindeuten können. Diese können wiederum ganz harmlos oder lebensgefährlich sein. Die Aufgabe des Tierarztes besteht deshalb zuerst darin, alle anderen typischen Ursachen auszuschließen. Nur der Tierarzt kann mithilfe von Tests ganz genau sagen, ob es sich bei den Beschwerden Ihrer Katze um IBS, also Reizdarm, handelt oder ob eine gefährliche Darmentzündung, IBD, vorliegt. Um die Diagnose stellen zu können, sind folgende Untersuchungen denkbar:

● Bluttest

● Stuhl- und Urinproben

● Röntgen

● Ultraschall

● Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Darm

● Fragen zu den Gewohnheiten Ihrer Katze (Anamnese)

Kommt der Tierarzt zu dem Schluss, dass Ihre Katze unter Reizdarm leidet, wird er mit Ihnen besprechen, was Sie am besten dagegen tun können. Er gibt Ihnen beispielsweise Tipps, welches Futter sich eignen könnte und wie Sie Ihrem Liebling den Stress nehmen können, der oft Auslöser der Verdauungsstörung ist.

Wenn die Katze Durchfall hat: Wann zum Tierarzt? Ansehen

Therapie bei IBS: Stress minimieren und Futter optimieren

Wie Sie das Stresslevel Ihres Salonlöwen senken können, hängt natürlich ganz davon ab, wodurch er ausgelöst wird – für mehr Beschäftigung zu sorgen, ist in der Regel leichter, als einen Umzug rückgängig zu machen. Pheromonsprays und ähnliche Beruhigungsmittel können in einigen Fällen sinnvoll sein, sollten aber am besten vorher mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Im Zoofachhandel gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Futtersorten speziell für sehr ernährungsempfindliche Katzen. Eventuell müssen Sie langsam und geduldig verschiedene Sorten ausprobieren und aufmerksam beobachten, wie Ihre Katze darauf reagiert. Generell bietet sich leicht verdauliches, ballaststoffreiches Futter an. Holen Sie sich auch dafür tierärztlichen Rat, damit Ihr Liebling alle wichtigen Nährstoffe bekommt.

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