Barfen

Katze barfen: Vorteile und Nachteile der Rohfleischfütterung

Die Barf-Ernährung für Katzen basiert auf dem Prinzip, rohes Fleisch zu füttern – nach Vorbild der natürlichen Ernährungsgewohnheiten von Katzen in der freien Wildbahn. Diese Ernährung kann für Ihren Stubentiger Vorteile und Nachteile haben. Welche das sind, verraten wir Ihnen hier.

Wenn Sie Ihre Katze barfen, also mit Rohfleisch ernähren, wissen Sie genau, was in ihrem Napf landet – Shutterstock / SERGEY DOLGIKH

Wenn Sie Ihre Katze barfen, also mit Rohfleisch ernähren, wissen Sie genau, was in ihrem Napf landet – Shutterstock / SERGEY DOLGIKH

Anstelle der englischen Version "bones and raw food" hat sich im Deutschen die Bezeichnung "biologisch artgerechtes, rohes Futter" für Barf durchgesetzt. Die Fütterungsmethode gilt als die natürlichste Art und Weise, Katzen zu ernähren. In der freien Wildbahn steht Ihrem Stubentiger schließlich auch kein Fertigfressen aus der Dose zur Verfügung. Der Magen und der Verdauungstrakt von Katzen sind darauf ausgelegt, Futtertiere zu verarbeiten. An genau dieser Stelle setzt die Barf-Ernährung an.

Vorteil Barf: Wissen, was im Fressnapf landet

Ein großer Vorteil der Barf-Ernährung ist, dass Sie genau wissen, was Ihre Samtpfote zu sich nimmt. Schließlich bereiten Sie das Futter selbst nach Rezept zu. Wichtig ist, dass Sie sich im Vorfeld gründlich über den Nährstoffbedarf von Katzen informieren und sich in der Hinsicht auch von Ihrem Tierarzt beraten lassen.

Katze barfen: Was füttern?

Mit rohem Fleisch alleine ist es beim Barfen nicht getan. Sie müssen zusätzlich mitunter noch Ballaststoffe und Mineralien ergänzen, damit es Ihrer Fellnase an nichts fehlt. Zudem sind nicht alle Fleischsorten für die Rohfütterung geeignet – rohes Schweinefleisch ist beispielsweise tabu, da es das tödliche Aujeszky-Virus enthalten kann.

Beachten Sie das alles, wird Ihr Salonlöwe mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Gleichzeitig umgehen Sie mit dem Barfen die Gefahr überflüssiger Inhalts- und Zusatzstoffe im Katzenfutter. In industriell hergestelltem, minderwertigem Katzenfutter befinden sich in der Regel allerhand Füllstoffe oder Lebensmittelzusatzstoffe, die die schlechte Futterqualität kaschieren sollen. Das kann auf Dauer zu Mangelerscheinungen oder Unverträglichkeiten führen.

Positive Auswirkungen auf Verhalten und Aussehen

Viele Katzenbesitzer berichten von der positiven Wirkung, die eine Umstellung aufs Barfen haben kann. Ihre Katze wird dadurch insgesamt gesünder. Das macht sich sowohl in ihrem Aussehen als auch in ihrem Verhalten bemerkbar. Wenn Sie alles richtig machen, können Sie die folgenden Veränderungen an Ihrem Stubentiger beobachten:

● glänzendes Fell

● gesundes Körpergewicht

● muskulöser Körperbau

● gesunde Zähne, kaum Zahnstein oder Zahnfleischentzündungen

● gesunde Verdauung

● weniger Mundgeruch

● gestärkte Abwehrkräfte

● aufgewecktes, fröhliches Wesen

Erkrankungen mit der Barf-Fütterung vermeiden

Durch diese natürliche Art der Ernährung können auch sogenannte Zivilisationskrankheiten bei Katzen gelindert oder sogar vermieden werden. Dazu gehören insbesondere Futterallergien, die Hauskatzen heutzutage immer häufiger entwickeln. Die Stoffe im Fertigfutter, auf die diese Katzen mit einer Unverträglichkeit reagieren, sind in Rohfleisch nicht enthalten.

Auch Verdauungsprobleme oder Entzündungen des Harnwegbereichs können mit der Barf-Ernährung zurückgehen oder sogar ganz verhindert werden.

Barfen ist besser für die Umwelt

Darüber hinaus tun Sie auch der Umwelt einen Gefallen, wenn Sie Ihre Katze aufs Barfen umstellen. Da Sie keine Dosen oder Tütchen mehr öffnen müssen, um Ihre Fellnase zu füttern, verursachen Sie viel weniger Müll.

Des Weiteren kann Ihr Stubentiger das qualitativ hochwertige rohe Futter viel besser verwerten, sodass er weniger Kot ausscheidet. In der Folge müssen Sie seltener die Katzentoilette vollständig reinigen – auch das trägt dazu bei, Abfall einzusparen.

Barfen von Katzen: 4 Dinge, die Sie wissen sollten Ansehen

Katze barfen: Was sind Nachteile?

Die Ernährung nach dem Barf-Prinzip kann für Katzen durchaus auch Nachteile haben. Und genau diese sollten Sie kennen, wenn Sie die Ernährung Ihrer Samtpfote umstellen wollen.

Aufwendige Vorbereitung

Dose öffnen, in den Fressnapf füllen und fertig: Im Vergleich zu Trocken- und Nassfutter ist die Ernährung nach Barf nicht ganz so einfach. Bereits im Vorfeld sollten Sie sich mit der Thematik befassen. Schließlich gilt es, den Nährstoffbedarf des Tieres genau zu kennen.

Sie sollten wissen, wie Sie die Nahrung zusammenstellen, um eine artgerechte Ernährung für Ihre Katze zu gewährleisten. Die Mengen an Fleisch, Nähr- und Wirkstoffen sind abhängig von der Größe, dem Gewicht, dem Alter und der Aktivität Ihres Vierbeiners. Hilfestellung kann Ihnen an dieser Stelle unter anderem der Tierarzt oder Tierheilpraktiker geben.

Mehr Arbeitsaufwand und Kosten

Nicht nur die Informationsbeschaffung im Vorfeld der Barf-Ernährung ist aufwendig, sondern auch die Futterzubereitung an sich. Zutaten besorgen, schneiden, pürieren, Rationen selbst zusammenstellen – vergleicht man Barf mit handelsüblichem Futter veranschlagt die Ernährungsmethode eindeutig mehr Zeit.

Barfen kostet aber nicht nur Zeit, sondern geht im Vergleich zu Trocken- oder Nassfutter auch stärker ins Portemonnaie. Es gilt nämlich nicht nur Fleisch, sondern auch Gemüse und erforderliche Nahrungsergänzungsmittel für Ihre Katze zu besorgen.

Barfen – im Urlaub eine Herausforderung

Wollen Sie Urlaub mit Ihrem Vierbeiner machen, gestaltet sich die Barf-Ernährung schwierig. Denn unterwegs ist die Frischfleischfütterung nicht immer durchführbar, da oftmals schlichtweg Lagerungs- und Frostmöglichkeiten fehlen.

Gefahr durch Krankheitserreger

Während beim Kochen ein Großteil von Bakterien und Viren abgetötet wird, sind diese im Rohfleisch noch enthalten. Daher gilt es beim Barf ganz besonders auf ausreichende Kühlung und eine hygienische Verarbeitung zu achten.

Wie bereits oben erwähnt, sollten Sie Ihren Liebling auf keinen Fall mit rohem Schweinefleisch füttern. Es enthält unter Umständen Erreger der Aujeszky-Krankheit, die bei Katzen immer tödlich verläuft.

Katze barfen: Ja oder nein?

Wenn es um Ernährung geht, dann scheiden sich die Geister – so auch beim Thema Katze barfen. Die einen schwören auf diese Fütterungsmethode, die anderen raten davon ab. Fest steht, sollten Sie in Erwägung ziehen, Ihre Katze zu barfen, fragen Sie am besten Ihren Tierarzt diesbezüglich um Rat.

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