Freigänger

Brauchen Katzen Freigang, um glücklich zu sein?

Neugierig, unabhängig und aktiv – so kennen Sie Ihre Fellnase. Ist der Radius der Katzen aber ohne Freigang nur auf die eigenen vier Wände beschränkt, kann sich schnell Langweile breitmachen. Die Lösung sehen viele Katzenfreunde daher in Streifzügen durch die Natur. Aber brauchen die Miezen wirklich Freigang, um glücklich zu sein?

Freigänger können die freie Natur genießen, aber dort lauern auch Gefahren auf die Schmusetiger – Shutterstock / Olga Visav

Freigänger können die freie Natur genießen, aber dort lauern auch Gefahren auf die Schmusetiger – Shutterstock / Olga Visav

Freigänger oder Stubentiger? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Während die einen Ausgang in der freien Natur befürworten, führen die anderen vor allem die Gefahren auf, die draußen auf die Katzen warten. Manchmal haben Halter auch gar nicht die Möglichkeit ihre Haustiere nach draußen zu lassen – dennoch möchten sie ihren kuscheligen Familienmitgliedern ein rundum glückliches Leben bieten.

Den Entschluss für oder gegen Freigänge Ihrer Lieblinge müssen Sie individuell fällen. Der folgende Ratgeber kann Ihnen aber etwas Orientierung bieten.

Vorteile für Freigänger-Katzen

Die Pluspunkte beim Thema Freigang liegen auf der Hand: Die Katzen können ihrem Bewegungsdrang draußen völlig ungehemmt nachgehen und beugen so beispielsweise ungesundem Übergewicht vor. Daneben gestaltet sich die Beziehung zwischen Mensch und Tier auch anders – Sie müssen weniger Arbeit investieren. Denn hat sich das Wollknäuel so richtig ausgetobt, stehen daheim eher Kuscheln und Schlafen auf dem Programm als wilde Action.

Auch Ihre Möbel werden wahrscheinlich weniger in Anspruch genommen und müssen nicht als Kratzersatz herhalten. Daneben schärfen die Katzen durch das Jagen, Anschleichen, Lauern und den Kontakt mit anderen Tieren ihre Sinne. Der Umgang mit den Nachbarskatzen fördert außerdem das Sozialverhalten der Samtpfoten.

Nachteile für Freigänger

Sie sind schon fast überzeugt und möchten Ihre Fellnase am liebsten gleich in die Freuden des Freigangs entlassen? Vorsicht, vorab sollten Sie noch einen genauen Blick auf die Nachteile werfen, die dieses Verhalten mit sich bringen kann. Bewegt sich Ihr Haustier regelmäßig im Freien, ist es tatsächlich Situationen ausgesetzt, die eine reine Wohnungskatze so nicht erlebt. Neben den Gefahren des Straßenverkehrs kommen Revierkämpfe oder Begegnungen mit Mardern, Füchsen oder großen Hunden dazu.

Ein weiterer Minuspunkt ist der häufige Kontakt zu Parasiten, Giftködern oder giftigen Pflanzen. Leidet Ihr Stubentiger gar unter Allergien oder chronischen Krankheiten, die eine spezielle Ernährung erfordern, sollten Freigänge gut durchdacht sein. Was draußen gefressen wird, entzieht sich dann nämlich Ihrer Kontrolle.

Sicherheit für Freigänger Teil 1: Schutz bei Nacht Ansehen

Checkliste vor dem Freigang für Katzen

Sie haben sich für den Freigang entschieden? Dann sollten sie vorab unbedingt einige wichtige Fragen klären:

• Ist die Wohnlage sicher? Befindet sich etwa eine Schnellstraße in der Nähe, lauern hier Gefahren.

• Ist die Katze ausreichend geimpft (beispielsweise gegen Tollwut)?

• Ist Ihr Tier kastriert?

• Haben Sie Ihr Haustier markiert (beispielsweise mit einem Chip)? Von Halsbändern ist abzuraten. Die Miezen könnten sich irgendwo verheddern und sogar strangulieren.

• Hat sich die Samtpfote an Ihr Haus gewöhnt? Generell sollte sie sich vier bis sechs Wochen in Ihrem Zuhause einleben, bevor sie nach draußen gehen kann.

• Lässt sich eine Katzenklappe installieren? Vor allem im Winter sollte die Möglichkeit bestehen, schnell wieder ins Warme zu kommen.

Sicherheit für Freigänger Teil 2 Ansehen

Wohnungskatze: Rundum glücklich

Egal, ob durch äußere Umstände oder andere Gründe – Ihre Katze wollen Sie nicht nach draußen lassen. Keine Sorge, auch innerhalb einer Wohnung können Sie Ihrem Stubentiger eine artgerechte Haltung bieten. Neben einer Katzentoilette, Kratzmöglichkeiten und kuscheligen Schlafplätzchen sollten Sie für ausreichend Unterhaltung sorgen. Motorik und Muskulatur können Sie mit Kratzbäumen und Kletterwänden fördern. Feste Spielzeiten mit Ihrem Gefährten sollten ebenfalls fest im Tagesablauf verankert sein. Sind Sie beruflich stark eingebunden und oft außer Haus lohnt die Anschaffung eines Katzenkumpels.

Damit die Mieze doch etwas frische Luft schnappen kann, können Sie ihr den Gang auf den Balkon erlauben. Diesen sollten Sie vorab aber katzensicher machen. Sprechen Sie dafür mit Ihrem Vermieter und klären Sie, ob Sie ein Katzennetz anbringen dürfen.

Widmen Sie Ihrer Mieze Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe, spielt es keine Rolle, ob sie Ja oder Nein zum Thema Freigang sagen. Für ein glückliches Katzenleben haben Sie dann nämlich schon gesorgt.

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