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Freigängerkatzen und Nachbarschaftsrecht: Was ist erlaubt?

Freigängerkatzen und Nachbarschaftsrecht – ein Thema, das viele Katzenhalter und ihre Nachbarn im Alltag beschäftigt. Leider kommt es immer wieder zu Streit, wenn Samtpfoten über die eigenen Grundstücksgrenzen hinaus auf Wanderschaft gehen. Hier erfahren Sie, wie die Rechtslage dazu aussieht.

Freigänger bleiben nur selten innerhalb des eigenen Gartenzauns – Shutterstock / Anatoliy Lukich

Freigänger bleiben nur selten innerhalb des eigenen Gartenzauns – Shutterstock / Anatoliy Lukich

Kot auf der Terrasse, Kratzer im Autolack, Schäden an Pflanzen – Freigängerkatzen sind nicht überall gern gesehene Besucher. Geduldet werden müssen sie trotzdem, sofern alles im Rahmen bleibt. Die Rechtslage zum Thema ist leider ziemlich schwammig, sodass es meist auf den Einzelfall ankommt. Ein paar Richtlinien für Katzenhalter gibt es jedoch.

Fremde Freigängerkatzen müssen grundsätzlich geduldet werden

Der Deutsche Tierschutzbund informiert: Nach gefestigter Rechtsprechung müssen Grundstückseigentümer dulden, dass eine Katze des Nachbarn das Grundstück betritt und sich darauf bewegt. Dies basiert juristisch auf dem sogenannten nachbarrechtlichen Gemeinschaftsverhältnis und zwischenmenschlich auf gegenseitiger Rücksichtnahme und Toleranz. Die Fellnasen dürfen ins Freie und genießen speziell in Gebieten mit "Vorortcharakter" wie Reihenhaussiedlungen unumstrittene Freiheit, sich über Gartenzäune hinweg zu bewegen. Die Duldungspflicht erstreckt sich laut eines Rechtspruchs des Lüneburger Landgerichts auf maximal zwei Katzen. Wenn es mehr fremde Tiere werden, entscheidet der Einzelfall, ob dies zugemutet werden kann oder nicht.

Das Bundesgesetzbuch (BGB) ist schwammig

Die Gesetzeslage wird hierzu am deutlichsten in §906 BGB, in dem es heißt, dass Beeinträchtigungen der Grundstücksnutzung durch Lärm, Gerüche und ähnliche Einwirkungen in zwei Fällen geduldet werden müssen. Dann, wenn sie unwesentlich sind und dann, wenn sie zwar wesentlich aber ortsüblich sind. Das Problem ist in der Praxis oft die Definition der Wörter "unwesentlich" und "ortsüblich". Pauschalurteile fallen schwer, da die Meinungen darüber, was eine wesentliche und eine unwesentliche Beeinträchtigung und was ortsüblich und was ortsunüblich ist, mitunter stark auseinandergehen können. Im Zweifel muss das Gericht darüber entscheiden, was noch im Rahmen und was zu viel ist. Besser ist es, wenn sich alle Parteien außergerichtlich einigen und einen Kompromiss im Sinne der Katze finden.

Wann stößt die Duldungspflicht an ihre Grenzen?

Die Duldungspflicht endet, wenn der Besuch von Freigängerkatzen aus der Nachbarschaft nicht mehr zugemutet werden kann. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Katzen regelmäßig größere Mengen Kot im fremden Garten absetzen, Fische aus dem Gartenteich angeln, Blumenbeete durchwühlen oder andere Schäden anrichten. Insbesondere in Schadensersatzfällen kommt es oft zum Nachbarschaftsstreit. Grundsätzlich haftet der Tierhalter für alle Schäden, die sein Haustier verursacht – etwa Kratzer auf der Motorhaube, die besonders im Winter, wenn von ihr noch Wärme ausgeht, ein gern genommener Platz zum Schlafen und Dösen ist. Allerdings besteht hier immer eine Beweispflicht des Geschädigten. So muss der Autobesitzer beweisen, dass es die Katze des Nachbarn war, die das Auto zerkratzt hat – oft ist der Beweis in solch einem Fall nur schwer vorzubringen, da Fotos oder Zeugenaussagen nicht immer gegeben sind.

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Nachbarschaftsstreit vermeiden: Dies können Katzenhalter tun

Wenn Sie Freigängerkatzen besitzen, sollten Sie – so gut es geht – ein Auge auf sie haben. Sehen Sie beispielsweise, dass Ihre Samtpfote in den Sandkasten des Nachbarn macht oder sich gemütlich auf dessen Auto niederlässt, sollten Sie Ihre Katze zurückholen. In besonders brenzligen Nachbarschaftsverhältnissen kann ein Katzenzaun dafür sorgen, dass Ihre Miez auf dem eigenen Grundstück bleibt. Mehr dazu finden Sie im Ratgeber: "Katzenzaun für den Garten: Darauf sollten Sie achten".

Grundsätzlich ist eine offene und konstruktive Kommunikation mit den Nachbarn immer der richtige Weg. Wenn ein Nachbar Probleme mit Ihren Freigängerkatzen hat, sollten Sie gemeinsam einen Kompromiss finden und einen handfesten Rechtsstreit vermeiden. Wichtig ist es, dass jede Partei die andere ernst nimmt und gemeinsam an einer Lösung gearbeitet wird, mit der auch die Katzen leben können.

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  • 2017-01-14 15:04:04
    Barbara Hutter: ich finde, dass hier ein eklatanter und für mich logisch nicht nachvollziehbarer unterschied zwischen katze und hund exitstiert. wenn ein hund ständig im garten des nachbarn sich aufhält und - gott behüte - dort seine häufchen hinterlässt, dann gibt das ziemliche probleme, ev. sogar ein gerichtliches nachspiel. wenn eine katze oder deren mehrere auf der terrasse des nachbarn ihr lustiges andenken hinterlässt, ist das "hinzunehmen", laut gesetzgeber....? das kann ja wohl nicht wahr sein. meine mutter hat jahrelang jeden tag katzenkot aus ihrem garten entfernt. hundehalter werden angehalten, die hinterlassenschaften zu entfernen, und zwar zu recht, ähnlich sollte man auch mit katzenhaltern umgehen.
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