Verhalten

Katze schreit laut: 5 mögliche Ursachen

Wenn Katzen miauen, schnurren und gurren, klingt das niedlich und liebenswert. Aber wenn eine Katze schreit, kann das durch Mark und Bein gehen. Warum die Stubentiger manchmal plötzlich laut aufkreischen oder ständig laut jaulen, kann verschiedene Ursachen haben. Hier erfahren Sie, was hinter dem Katzenverhalten stecken kann und wann Sie zum Tierarzt gehen sollten.

Wenn Sie herausfinden wollen, warum Ihre Katze schreit, ist der Kontext wichtig – Shutterstock / Rudmer Zwerver

Wenn Sie herausfinden wollen, warum Ihre Katze schreit, ist der Kontext wichtig – Shutterstock / Rudmer Zwerver

Manche Katzen sind gesprächiger als andere und miauen gern und viel, um mit ihren Lieblingsmenschen zu kommunizieren. Das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge. Auch, dass einige Fellnasen eine lautere Stimme haben als ihre Artgenossen, kann vorkommen und muss Sie nicht beunruhigen. Aber warum schreien Katzen manchmal wie am Spieß?

1. Katze schreit laut auf: Schreck, Zorn oder Schmerz?

Geht es Ihrer Katze insgesamt gut, wirkt sie gesund und zufrieden, schreit aber plötzlich laut auf, gibt es in der Regel drei Möglichkeiten: Schreck, Zorn oder Schmerz. Vielleicht ist in der Nähe Ihrer Katze plötzlich etwas mit lautem Scheppern umgefallen, sodass sie sich erschrocken hat. Oder draußen im Garten stand ihr unerwartet ein neuer Hund oder eine fremde Katze aus der Nachbarschaft gegenüber. Wenn Ihre Katze schreit, während Sie sie in ihre Transportbox stecken oder sie gegen ihren Willen festhalten wollen, zum Beispiel, um eine Zecke zu entfernen oder ihr ein Medikament zu verabreichen, ist sie vermutlich wütend.

Katzen schreien außerdem, wenn sie in Revierkämpfe verwickelt sind – aus Zorn, weil ein Eindringling ihnen ihr Territorium streitig machen will, vor Schreck oder vor Schmerzen, wenn sie von ihrem Rivalen einen Tatzenhieb mit ausgefahrenen Krallen abbekommen. Achten Sie darauf, wann Ihre Katze schreit, und was sie dabei tut. Jault sie beispielsweise beim Laufen herzzerreißend auf, hat sie sich womöglich an der Pfote verletzt und große Schmerzen beim Auftreten. In diesem Fall sollten Sie vorsichtshalber zum Tierarzt gehen, um eine eventuelle Verletzung versorgen zu lassen.

2. Katze schreit ständig: Woran kann es liegen?

Dass Katzen ständig schreien, ist sehr ungewöhnlich. Meistens handelt es sich dann eher um lautes Miauen oder Jaulen. Grund hierfür kann zum Beispiel Frustration oder Langeweile sein, aber auch Unsicherheit und Verwirrung können sich hinter diesem Verhalten verbergen. Ist Ihre Samtpfote gerade neu in Ihren Haushalt eingezogen oder gab es eine andere größere Veränderung in ihrem Leben? Dann braucht sie wahrscheinlich nur ein wenig Zeit, viel Liebe und Ruhe, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Lebt Ihre Fellnase alleine? Vielleicht fehlt ihr ein Artgenosse oder sie vermisst ausreichende Spiel- und Klettermöglichkeiten. In diesem Fall kann es helfen, ihr einen tierischen Freund an die Seite zu stellen und Ihre Wohnung mit Kletterwand, Kratzbaum, Verstecken und erhöhten Plätzen zum Katzenparadies umzudekorieren sowie häufiger mit ihr zu spielen.

Lässt das übermäßige Vokalisieren – wie ständiges Miauen, Jaulen, Weinen und Schreien in der Fachsprache heißt – aber einfach nicht nach, suchen Sie lieber einen Tierarzt auf. Vielleicht sind es Schmerzen oder gesundheitliche Probleme, die Ihre Katze verunsichern.

Wenn Katzen ständig miauen – woran liegt es? Ansehen

3. Alte Katze schreit nachts: Hat sie Demenz?

Wenn Ihre alte Katze schreit, vor allem nachts, wenn sie alleine ist, empfiehlt sich in jedem Fall ein vorsorglicher Tierarztbesuch. Es kann sein, dass der Grund für das Schreien harmlos ist – zum Beispiel hat sich Ihre Katze dieses Verhalten angewöhnt, weil sie gemerkt hat, dass sie dadurch Aufmerksamkeit oder Futter bekommt. Doch gerade bei alten Katzen können unbemerkt chronische Krankheiten wie Niereninsuffizienz, eine Herzerkrankung, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder ein Tumor entstehen. Je früher solche Krankheiten entdeckt werden, desto besser lassen sie sich behandeln.

Es ist aber auch denkbar, dass Ihre Katze im Alter geistig nachlässt und an Demenz erkrankt. Sie ist dann oft zutiefst verunsichert, verwirrt und verängstigt und schreit, miaut und weint deswegen. Katzensenioren haben überdies häufig mit nachlassenden Sinnesorganen zu kämpfen, was sie ebenfalls frustriert und beunruhigt. Wenn Ihre alte Katze schreit, wird sie möglicherweise taub oder blind. Neben der medizinischen Versorgung für Ihre alte Katze kann ein ruhiges Zuhause ihr helfen, sich besser zu fühlen. Stellen Sie möglichst keine Möbel um, vermeiden Sie Hektik und Stress, und zeigen Sie Ihrer Katze, dass Sie für sie da sind.

4. Katze schreit beim Fressen oder auf der Toilette

Ihre Katze schreit beim Fressen? Kontrollieren Sie in diesem Fall ihre Zähne – gut möglich, dass sie Zahnschmerzen oder entzündetes Zahnfleisch hat und ihr das Fressen wehtut. Beim Tierarzt können Sie die Katzenzähne reinigen und sich zeigen lassen, wie die Zahnpflege zu Hause funktioniert. Schreit Ihre Katze auf der Toilette, kann eine Harnwegserkrankung – zum Beispiel Harnkristalle – dahinterstecken. Verstopfung oder andere schmerzhafte Verdauungsprobleme kommen ebenfalls als Ursachen infrage. Auch das ist ein Fall für den Tierarzt.

5. Warum schreien Katzen, wenn sie rollig sind oder beim Geschlechtsakt?

Wenn Ihre Katze schreit, weil sie rollig ist, ist das vollkommen normal. Es handelt sich dabei um ein instinktives Verhalten, das den geschlechtsreifen, unkastrierten Katern in der Nähe Paarungsbereitschaft signalisiert. Umgekehrt neigen auch liebestolle Kater zu lautstarken Gesängen, die sich teilweise wie Schreien anhören können, um paarungsbereite Katzendamen zu bezirzen. Kommt es schließlich zum Deckakt, schreit die Katzendame ebenfalls laut auf. Das liegt daran, dass der Katerpenis Widerhaken besitzt, die beim Herausziehen nach dem Geschlechtsakt der Katze Schmerzen zufügen.

Tipp: Um unerwünschten Nachwuchs, übermäßigen Stress für Ihre Tiere und das Schreien während der Paarungszeit zu vermeiden, sollten Sie Ihre Katze oder Ihren Kater kastrieren lassen.

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