Tiere und Menschen

Katze und Mensch: Warum jede Beziehung einzigartig ist

Samtpfoten wirken zwar manchmal unabhängig und individualistisch, dennoch können Katze und Mensch eine innige Freundschaft eingehen. Jede Beziehung zwischen Katzen und ihrem "Dosenöffner" ist dabei etwas Besonderes. Es scheint sogar so, dass die Stubentiger eine einzigartige Form der Kommunikation entwickeln, die speziell auf ihren Lieblingsmenschen eingestellt ist.

"Wir gehören zusammen", sind sich Katze und Mensch einig – Shutterstock / Renata Apanaviciene

"Wir gehören zusammen", sind sich Katze und Mensch einig – Shutterstock / Renata Apanaviciene

Ein Versuch der Universität in Wien unterstützt die Vermutung, dass jede Beziehung zwischen Katze und Mensch anders ist. Die österreichischen Forscher beobachteten in jeweils vier Sitzungen die Beziehung zwischen 40 Menschen und ihren Stubentigern, machten Videoaufnahmen und analysierten diese in Hinblick auf die Menschen- und Katzenpersönlichkeit.

Mensch-Katze-Beziehung: Eine Frage der Persönlichkeit?

Die Wissenschaftler besuchten die Mensch-Katze-Gespanne viermal in ihrem Zuhause für jeweils 45 Minuten um die Fütterungszeit der Samtpfoten herum. Sie wollten wissen, wie die Tiere und ihre Halter miteinander interagieren und sich verständigen. Des Weiteren interessierte die Forscher, ob sich bestimmte gemeinsame Charakterzüge zwischen den Persönlichkeiten der Halter und der Vierbeiner erkennen ließen. Die Menschen wurden mithilfe von Persönlichkeitstests eingeschätzt, die Katzen über Beobachtung ihres Verhaltens. So wurde beispielsweise die Zutraulichkeit und Anhänglichkeit einer Samtpfote dadurch geprüft, ob sie ihren Menschen zur Tür begleitet, wenn er geht, oder nicht. Oder es wurde die Reaktion des Tiers analysiert, wenn ihr Besitzer sie auf den Arm nahm. Die Wissenschaftler codierten die Daten, die sie aus den Videoaufnahmen ziehen konnten, speisten diese in ein Computerprogramm ein, welches dann nach gemeinsamen Verhaltensmustern in der Beziehung zwischen Katze und Mensch suchte.

Tatsächlich wurde der Computer fündig und entdeckte ein paar Gemeinsamkeiten. Demnach sei das Verhältnis zwischen sehr extrovertierten oder sehr gewissenhaften Menschen und ihren Tieren besonders komplex und offenbar sind die Beziehungen zwischen weiblichen Katzenhalterinnen und ihren Samtpfoten inniger und intensiver als die zwischen männlichen Katzenhaltern und ihren Stubentigern. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass nur zehn Männer an der Studie teilnahmen und dass auch 40 Teilnehmer insgesamt keine allzu repräsentative Menge ist. Dennoch scheint die Schlussfolgerung, die die Wissenschaftler aus ihren Beobachtungen zogen, spannend: Es scheint so, als ob gegenseitige Aufmerksamkeit und eine Art freundschaftlicher Körperkontakt wichtige Aspekte bei den Verhandlungen zwischen Katze und Mensch darstellen. Jede Beziehung zwischen einer Samtpfote und ihrem Halter ähnele den Beziehungen zwischen Menschen, hieß es.

5 Tipps für eine gelungene Mensch-Katze-Beziehung Ansehen

Kommunikation zwischen Katze und Mensch

Eine andere Studie der US-amerikanischen Universität von Cornell aus dem Jahr 2003 legt nahe, dass Katzen eine ganz individuelle Kommunikation mit ihren Menschen entwickeln. Das Miauen der Samtpfoten spielt zwischen Artgenossen kaum eine Rolle, jedoch zwischen Katze und Mensch. Anscheinend lernen die Tiere, dass Menschen sie besser verstehen und eher wie gewünscht reagieren, wenn sie Laute von sich geben, wie etwa das "Miau". Die Zeichen der Körpersprache verstehen Menschen wohl nicht so schnell wie Geräusche. Offenbar entwickelt dabei jede Mensch-Katze-Beziehung überdies ihre eigene Sprache, sodass jeder Katzenhalter genau begreift, was seine Miez von ihm möchte, je nachdem, wie das jeweilige "Miau" klingt.

Die amerikanischen Wissenschaftler nahmen von zwölf Katzen ihre Laute in verschiedenen Alltagssituationen auf Band auf und spielten die Aufnahmen ihren Besitzern vor. Diese sollten anhand des Klangs bestimmen, um welche Alltagssituation es sich handelte. Wie sich herausstellte, lagen nur die Besitzer der jeweiligen Katze mit ihrer Vermutung richtig. Nun sind zwölf Katzen ebenfalls ziemlich wenige Teilnehmer, doch jeder Katzenfreund weiß: Die Beziehung zwischen Haustier und Mensch ist immer einzigartig.

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