Tierschutz

Katzenpflegestelle werden: Was Sie dafür tun müssen

Sie haben ein großes Herz für Katzen in Not und möchten etwas Gutes tun? Dann können Sie Katzenpflegestelle werden oder besser gesagt eine bei sich einrichten. Dabei arbeiten Sie mit Katzenschutzvereinen und Tierheimen zusammen, um bedürftige Fellnasen in Pflege zu nehmen. Bis zu seiner Vermittlung in ein dauerhaftes liebevolles Zuhause bleibt Ihr Schützling dann bei Ihnen. Hier erfahren Sie alles zu den Voraussetzungen und den Aufgaben einer Katzenpflegestelle.

Als Katzenpflegestelle umsorgen Sie Ihren flauschigen Schützling, bis er ein dauerhaftes Zuhause gefunden hat – Shutterstock / Africa Studio

Als Katzenpflegestelle umsorgen Sie Ihren flauschigen Schützling, bis er ein dauerhaftes Zuhause gefunden hat – Shutterstock / Africa Studio

Tierheime und Katzenschutzvereine suchen oft händeringend nach Pflegeplätzen für ihre vierpfotigen Bewohner. Häufig ist der Platz im Tierheim selbst begrenzt und auch an Zeit, sich mit den Katzen artgerecht zu beschäftigen, mangelt es nicht selten. Sobald Sie beziehungsweise ihr Heim Katzenpflegestelle werden, behandeln Sie Ihren vorübergehenden flauschigen Mitbewohner wie Ihr eigenes Haustier – und bereiten es so mit viel Liebe auf seine hoffentlich baldige Vermittlung in eine Familie fürs Leben vor.

Katzenpflegestelle werden? Das sind die Voraussetzungen

Wenn Sie also "Katzenpflegestelle" werden wollen, müssen Sie dafür ein paar Voraussetzungen erfüllen. An erster Stelle stehen natürlich ein großes Herz für Tiere und fundierte Kenntnisse zur artgerechten Haltung von Katzen. Hinzu kommen die folgenden wichtigen Faktoren:

● Zeit

● Platz

● Engagement

Ihre Pflegekatze braucht Zeit, um sich bei Ihnen einzugewöhnen. Aus diesem Grund sollten Sie die Möglichkeit haben, auch kurzfristig ein paar Tage Urlaub zu nehmen. So können Sie Ihrem Schützling all die Aufmerksamkeit und Zeit geben, die er braucht, um sich bei Ihnen einzuleben. Des Weiteren ist ausreichend Platz vonnöten. Generell brauchen Katzen die Möglichkeit, sich jederzeit bei Bedarf zurückziehen zu können. Raum für Verstecke und erhöhte Plätze sollte also vorhanden sein.

Manchmal brauchen Sie für die Anfangszeit ein eigenes Zimmer für die Pflegekatze – etwa, wenn sie chronisch krank oder sehr scheu ist und besondere Zuwendung benötigt. Sofern Sie bereits Katzen zu Hause haben, ist ein eigenes Zimmer für den Neuankömmling ebenfalls sinnvoll. Dann können Sie die Tiere einander schrittweise vorstellen, damit die Zusammenführung besser gelingt.

Engagement und Ausdauer brauchen Sie, weil eine Pflegekatze teilweise viel Arbeit machen kann. Zudem lässt sich in der Regel nicht vorhersagen, wie lange Ihr temporärer Mitbewohner auf vier Pfoten bei Ihnen bleibt. Das hängt davon ab, wie schnell das Tier in ein dauerhaftes Zuhause vermittelt werden kann. In einigen Fällen bleibt Ihr Schützling nur zwei Wochen in Ihrer Obhut. Es kann aber auch drei Monate und länger dauern, bis sich eine geeignete Familie findet.

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Die richtige Ausstattung für eine Katzenpflegestelle

Ihr Zuhause sollte katzengerecht ausgestattet sein. Sie brauchen für Ihre Pflegekatze im Prinzip alles, was Sie auch für eine eigene Fellnase benötigen. Dazu gehören:

Futternapf

Katzenfutter

● Trinknapf oder Trinkbrunnen

Kratzbaum

● Schlafplätze, Höhlen und Körbchen

Katzenklo

Streu

Spielzeug

Zeckenzange

Sollte Ihre Pflegekatze chronisch krank sein, kommen eventuell noch Medikamente und spezielles Futter dazu. Besprechen Sie dies am besten mit dem Tierheim oder Katzenschutzverein, von dem Sie die Samtpfote in Pflege genommen haben.

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Aufgaben einer Katzenpflegestelle: Fellnase sozialisieren

Als Katzenpflegestelle ist es Ihre Aufgabe, den Stubentiger zu umsorgen und zu erziehen. So helfen Sie Problemfällen dabei, leichter vermittelt zu werden. Oder Sie bieten Katzen ein schönes vorübergehendes Zuhause, sodass sie nicht auf engstem Raum mit Artgenossen im Tierheim aufeinanderhocken müssen. Die Pflegekatzen haben die unterschiedlichsten Biografien.

Einige kommen aus dem Ausland und haben bis dahin auf der Straße gelebt. Andere sind ehemalige Streuner. Sie haben wenig menschlichen Kontakt erfahren oder schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Ihre Aufgabe ist es dann, das Vertrauen dieser Salonlöwen zu gewinnen und sie an Menschen zu gewöhnen. So bereiten Sie sie auf ein Leben in einer menschlichen Familie vor.

Nicht immer kommen die Katzen von der Straße. Möglich ist auch, dass ihr Vorbesitzer verstorben ist oder sich aus anderen Gründen nicht mehr um die Tiere kümmern kann. Teilweise kommen Pflegetiere aus Animal-Hoarding-Haushalten – also von Menschen, die zwanghaft Tiere sammeln und nicht rechtzeitig merken, dass Ihnen die Haltung und Pflege über den Kopf wächst. Auch diese Katzen brauchen Hilfe, um sich an ein artgerechtes Leben an der Seite von Menschen zu gewöhnen.

Im Wesentlichen müssen Sie die Pflegekatze also sozialisieren. Hin und wieder werden Pflegeplätze für Katzenmütter mit ihren Babys oder für verwaiste Kätzchen gesucht. Dann kommt zur Sozialisierung noch hinzu, dass Sie der Katzenmutter helfen, ihren Nachwuchs stubenrein zu bekommen und sie ausreichend mit Milch zu versorgen. Wirkt die Katzenmutter überfordert, müssen Sie eventuell mit Katzenersatzmilch zufüttern. Für verwaiste Katzenbabys stellen Sie den Mutterersatz dar. Die Kätzchen brauchen je nach Alter alle zwei bis vier Stunden Katzenersatzmilch.

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Katzenpflegestelle werden: Welche Kosten kommen auf Sie zu?

Rechnen Sie am besten damit, dass die Kosten für Ihre Pflegekatze ebenso hoch wie für eine eigene Katze ausfallen – zumindest für den Zeitraum der Betreuung. Der finanzielle Aufwand setzt sich aus den folgenden Kosten zusammen:

● Futter

● Zubehör, sofern noch nicht vorhanden

● Medikamente, sofern benötigt

● Eventuell Tierarztkosten

Normalerweise sind die Tiere bereits medizinisch grundversorgt, wenn sie zu Ihnen kommen. Das heißt, der Tierschutzverein übernimmt für gewöhnlich die Kosten für:

Kastration

Chippen

Standard-Impfungen

EU-Heimtierausweis

Wurmkuren

● Transport zur Pflegestelle

Doch wenn Ihre Pflegekatze regelmäßig Medikamente oder Spezialfutter braucht, kann es sein, dass Sie die Kosten tragen müssen. Wird Ihr Schützling akut krank, sollten Sie den Tierschutzverein sofort informieren und umgehend zum Tierarzt fahren. Unter Umständen übernimmt der Verein dann die Kosten für die Behandlung komplett oder zum Teil.

Pflegevertrag für Ihren Schützling: Was muss drinstehen?

Entscheiden Sie sich dazu, eine Pflegekatze in Obhut zu nehmen, schließen Sie mit dem verantwortlichen Tierschutzverein einen Pflegevertrag. Dort stehen sowohl Ihre als auch die Adresse des Vereins drin. Außerdem wird der "Vertragsgegenstand" genannt – dabei handelt es sich um die Pflegekatze mit allen nötigen Angaben, also:

● Name

● Geburtsdatum

● Rasse

● Fellfarbe

● Herkunftsort

● Impfungen

● Impfpass- und Chip-Nummer

● Gesundheitstests

● Parasitenbehandlung

Außerdem wird die Vertragsdauer genannt, wobei diese sich auf den Zeitraum von der Aufnahme des Pflegetiers bis zu dessen Vermittlung erstreckt. Die Kostenverteilung wird ebenfalls im Pflegevertrag geregelt. Des Weiteren sind dort Ihre Pflichten und ein Gewährleistungs- sowie Haftungsausschluss zu finden. Sofern dem Verein Vorerkrankungen der Pflegekatze bekannt sind, steht dies im Vertrag. Lesen Sie sich den Pflegevertrag daher gründlich durch, damit es später keine Probleme gibt.

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Was tun, wenn man die Pflegekatze behalten will?

Sie haben Angst, dass Sie sich nicht von Ihrer Pflegekatze werden trennen können? Dann erkundigen Sie sich beim Tierschutzverein, ob diese Pflegestellen mit Option auf Übernahme anbieten. In der Regel nehmen Sie die Samtpfote dann für 4 Wochen in Pflege, ohne dass sie weiterhin zur Adoption ausgeschrieben wird. Nach Ablauf der 4 Wochen können Sie die Fellnase dann endgültig übernehmen und einen Schutzvertrag abschließen. Oder die Katze wird wieder zur Vermittlung gestellt und bleibt dann nur noch so lange bei Ihnen, bis ein festes Zuhause für sie gefunden wird.

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