Verhalten

Milchtritt der Katze: Warum treteln Katzen mit den Pfoten?

Der Milchtritt der Katze – auch "treteln" oder "kneten" genannt – ist ein natürliches Verhalten, das bereits die allerkleinsten Katzenbabys zeigen. Wenn Kätzchen Milch bei ihrer Mama trinken, massieren sie mit ihren Pfötchen den Bauch der Katzenmutter, damit die Milch besser fließt. Doch warum behalten die Fellnasen den Milchtritt bis ins hohe Alter bei?

Den Milchtritt machen kleine Kätzchen bereits instinktiv bei ihrer Katzenmama – Shutterstock / photoshooter2015

Den Milchtritt machen kleine Kätzchen bereits instinktiv bei ihrer Katzenmama – Shutterstock / photoshooter2015

Den meisten Katzenfreunden dürfte bekannt sein, dass eine Katze den Milchtritt aus ihrer Kindheit beibehalten hat. Doch welche Gründe genau hinter diesem Katzenverhalten stecken, ist wissenschaftlich noch nicht zweifelsfrei aufgeklärt. Welche Theorien es rund ums Treteln gibt, erfahren Sie hier.

Was ist der Milchtritt bei Katzen?

Wenn Katzen treteln oder den Milchtritt machen, drücken sie abwechselnd die linke und die rechte Pfote nach unten. Die Bewegung sieht ein wenig so aus, als würden sie Hefeteig kneten oder jemanden massieren. Manche Katzen fahren dabei ihre Krallen aus und wieder ein, andere machen die Trampelbewegung ohne Kralleneinsatz. Begleitet wird der Milchtritt in der Regel von ausgiebigem Schnurren und einem leicht entrückten Blick mit halb geschlossenen Katzenaugen. Bei kleinen Kätzchen dient das Treteln gegen den Bauch der Katzenmutter der Anregung des Milchflusses, so wie in dem Video:

Doch auch erwachsene Katzen machen den Milchtritt, üblicherweise in Situationen, in denen sie sich wohlfühlen. Die Schmusekatze im nächsten Video tretelt und schnurrt beim Kuscheln mit ihrem Lieblingsmenschen, was das Zeug hält:

Liebe ist ... wie Katzen ihre Zuneigung zeigen Ansehen

Katze macht es sich nach Milchtritt bequem

Da bereits neugeborene Katzenbabys treteln, um den Milchfluss anzuregen, besagt eine Theorie, dass der Milchtritt ein Überbleibsel aus der Katzenkindheit ist. Fühlen sich Katzen wohl und geborgen, wecke das Erinnerungen an die Wärme und Sicherheit, die sie bei ihrer Katzenmama verspürt haben. Und so fallen sie instinktiv zurück in ihr kindliches Kätzchenverhalten. Allerdings kann dies nicht die einzige Erklärung sein, da auch Findelkätzchen und Waisenkatzenbabys treteln, die von Menschen mit der Flasche großgezogen wurden.

Es wurde beobachtet, dass die Falbkatze – wilde Vorfahrin unserer Hauskatzen – ebenfalls eine Art Milchtritt durchführt, wenn sie sich ihr Schlaflager zurecht macht und dafür Laub oder Gräser flachdrückt. Trächtige Falbkatzen treteln ebenfalls auf einem bequemen Plätzchen ihrer Wahl herum, bevor sie sich für die Geburt dort hinlegen. Daher gibt es zusätzlich die Vermutung, dass Katzen ihren Schlaf- oder Ruheplatz möglichst weich kneten wollen, indem sie diesen mit ihren Pfoten bearbeiten. So, wie Menschen beispielsweise ihr Kopfkissen vorm Schlafengehen aufschütteln oder sich die Sofakissen für den Fernsehabend bequem zurechtlegen, massieren die Fellnasen dieser Theorie nach ihre Decke, ein Kissen oder ein Kleidungsstück ihrer Lieblingsmenschen mit den Pfoten, damit ihre Schlafplätze noch gemütlicher werden. Dabei werden auch Stofftiere nicht verschont, wie die süße Katze im folgenden Video zeigt:

Liebesbeweis, Rolligkeit und Co.: Weitere Gründe fürs Treteln

Ihre Katze besitzt unter ihren Pfötchen außerdem Duftdrüsen, die beim Kratzen, Krallenwetzen und beim Milchtritt freigesetzt werden. Die Duftmarken, die Ihre Katze dabei setzt, sind absolut einzigartig; sie markiert damit ihr Territorium und Eigentum. Es kann also auch sein, dass Katzen beim Treteln – ähnlich wie beim Köpfchengeben – ihre Lieblingssachen und Lieblingsmenschen als Eigentum beanspruchen und damit ihre Zuneigung ausdrücken. "Du gehörst zu mir, du bist meine Familie", will Ihre Katze Ihnen damit sagen. Der Milchtritt ist somit auch eine Art Liebesbeweis, selbst, wenn die scharfen Krallen manchmal ein wenig pieksen können. Sollte es zu doll stechen, lassen Sie sich vom Tierarzt zeigen, wie Sie die Katzenkrallen schneiden können.

Zudem lässt sich bei rolligen Katzendamen beobachten, dass sie sehr viel treteln und im Verlauf der Rolligkeit jaulende "Miau"-Laute von sich geben. Rollige Katzen sind auffallend schmusebedürftig, recken oft ihren Po in die Höhe, um Paarungsbereitschaft zu signalisieren, und laufen rastlos hin und her. Sollten Sie keinen Katzennachwuchs haben wollen, lassen Sie Ihre Katze am besten kastrieren, denn die unerfüllte Rolligkeit ist für sie eine große Belastung. Ähnlich wie das Schnurren dient der Milchtritt wahrscheinlich der Beruhigung. Ihre Katze versucht damit, sich selbst zu entspannen. Es ist also nicht auszuschließen, dass Ihre Katze krank ist oder unter Stress steht, wenn sie auffallend oft und viel zum Treteln neigt. Sollte Ihnen ihr Verhalten ungewöhnlich vorkommen, gehen Sie daher vorsichtshalber mit ihr zum Tierarzt.

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