Verhalten

Overgrooming: Katze putzt sich ständig

Katzen sind reinliche Tiere, die sich gern und ausgiebig ihrer Fellpflege widmen. Doch es gibt auch Samtpfoten, die mit dem Putzen gar nicht aufhören können. Dieses Zwangsverhalten nennt man Overgrooming. Aber ab wann ist es zu viel des Guten? Und: Welche Ursache liegt der Putzsucht eigentlich zugrunde?

Wenn sich eine Katze ständig putzt, ist die Rede von Overgrooming - Bild: Shutterstock / turlakova

Wenn sich eine Katze ständig putzt, ist die Rede von Overgrooming - Bild: Shutterstock / turlakova

Wenn eine Katze es mit der Fellpflege übertreibt, dann ist von Overgrooming die Rede. Das zwanghafte Verhalten kann sowohl körperliche als auch seelische Ursachen haben. In jedem Fall sollten Sie jedoch einen Tierarzt aufsuchen, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze davon betroffen ist.

Wie viel Putzen ist normal?

Katzen sind reinliche Tiere. Nicht jede Katze, die sich säubert, leidet also gleich an einer Erkrankung. Im Durchschnitt betreibt eine Katze mit Pausen dazwischen etwa dreieinhalb Stunden Fellpflege am Tag. Bevorzugt waschen sich die Vierbeiner nach dem Schlafen, Fressen, der Jagd oder intensiven Sozialkontakten. Das Putzen kann nur wenige Sekunden aber auch bis zu zehn Minuten dauern.

Warum putzen sich Katzen?

Die Fellpflege hat mehrere Funktionen. Die Katze hält sich damit nicht nur sauber, sondern regt auch die Durchblutung der Haut an. Das ständige Lecken, Zerren und Rupfen am Fell animiert die Talgdrüsen dazu, Fett abzusondern. Das macht den Pelz schön geschmeidig und wasserabweisend. Ein frisch gereinigtes Fell schützt die Katze vor Witterungseinflüssen wie Kälte und Feuchtigkeit.

Das Fellputzen setzt außerdem Glückshormone frei. Es dient damit auch dem Abbau von körperlichen Anspannungen, etwa in Stress- oder Angstsituationen. Was hat es also zu bedeuten, wenn sich eine Katze ständig putzt?

Warum putzen Katzen sich gegenseitig? Ansehen

Overgrooming und seine Ursachen

Das übertriebene und zwanghafte Putzverhalten von Katzen wird als Overgrooming bezeichnet. In seinem Putzwahn reagiert das Tier nicht mehr auf die Ansprache durch seinen Besitzer. Zugunsten der Fellpflege ignoriert der Vierbeiner alles andere, was ihm lieb ist. Dazu gehören auch Leckerlis und das Lieblingsspielzeug.

Die Ursachen, warum Katzen sich ständig putzen, können körperlicher Natur sein. Es kann ein Anzeichen für Allergien, Pilzinfektionen, Schmerzen oder Diabetes mellitus sein. Auch Parasiten wie Milben sind denkbar. Denn die damit einhergehenden Hautreizungen versuchen Katzen mit häufigem Putzen zu lindern.

Da die Fellpflege aber auch eine stressabbauende Funktion hat, kann Overgrooming zudem psychische Ursachen haben. Es gibt einen Hinweis darauf, dass die Katze Unruhe und Stress ausgesetzt sein könnte. Mögliche Gründe hierfür sind beispielsweise ein hektischer Haushalt, ein fehlender Rückzugsort oder ein Halterwechsel.

Oft bleibt es beim Overgrooming nicht nur beim Lecken der Körperstellen, betroffene Katzen reißen sich mitunter sogar Fell aus. Kahle Flecken, Hautirritationen sowie tiefe Wunden können die Folge sein.

Katze putzt sich ständig – was tun?

Wenn Sie ein exzessives Putzverhalten bei Ihrer Katze feststellen, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Er kann eine mögliche medizinische Ursache hinter dem ständigen Putzen identifizieren.

Ist das Verhalten auf psychische Ursache zurückzuführen, kann es helfen, wenn Sie das Verhalten Ihres Tieres beobachten und notieren. Auf diese Weise können Sie herausfinden, was genau Stress und Unruhe bei Ihrer Katze auslöst. Werden die stressauslösenden Faktoren schließlich beseitigt, dann nimmt auch das zwanghafte Putzen ab.

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