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Scheu oder mutig: Was prägt die Katzenpersönlichkeit?

Wie kommt es, dass manche Katzen zutraulicher sind als andere? Ist die Katzenpersönlichkeit angeboren oder prägt das Umfeld den späteren Charakter einer Katze? Einer britischen Studie zufolge ist eine Mischung aus genetischer Veranlagung und Prägung für das Wesen des Tieres verantwortlich.

Die Katzenmama hat großen Einfluss auf die Katzenpersönlichkeit ihrer Babys – Shutterstock / Zanna Holstova

Die Katzenmama hat großen Einfluss auf die Katzenpersönlichkeit ihrer Babys – Shutterstock / Zanna Holstova

In der Studie wurden 1.853 Katzenbesitzer zur Katzenpersönlichkeit ihrer Lieblinge befragt. Unter den samtpfotigen Studienteilnehmern befanden sich sowohl Hauskatzen als auch Rassekatzen, Katzenbabys aus dem Tierheim, Freigänger und Wohnungskatzen. Auch Miezis, die die ersten acht Wochen ihres Lebens in der Wildnis verbracht hatten, und Waisenkätzchen aus Handaufzucht wurden mit einbezogen.

Kindheit entscheidend für die Katzenpersönlichkeit

Die ersten acht Wochen im Leben einer Katze sind offenbar besonders wichtig, wenn es darum geht, ob sie später eher mutig und zutraulich oder scheu und nervös sein wird. Die Katzenpersönlichkeit ist also zu einem großen Teil davon abhängig, wie das Tier aufgewachsen ist und welche Erfahrungen es als Baby gemacht hat. Das bedeutet nicht, dass seine Entwicklung nach acht Wochen endgültig abgeschlossen ist. Auch danach kann eine Katze noch lernen, ihre Schüchternheit zu überwinden oder umgekehrt durch schlechte Erfahrungen ängstlicher werden.

Die wesentlichen Charakterzüge der Katzenpersönlichkeit werden dennoch in dieser ersten Lebensphase geprägt. Eine Katze, die in der Wildnis aufwuchs und keinen Kontakt zu Menschen hatte, wird auch später Menschen gegenüber misstrauischer und scheuer sein als ein Kätzchen, das von Menschenhand aufgezogen wurde. Auch Tierheimkatzen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, sind meistens scheuer als ihre Artgenossen vom Züchter oder von Privatleuten. Dafür sind Flaschenkätzchen als Erwachsene anhänglicher und "gesprächiger" als Miezis, die von ihrer Katzenmama großgezogen wurden. Sie brauchen außerdem mehr Aufmerksamkeit. Katzen, die in den ersten acht Lebenswochen keine Menschenkinder um sich hatten, kommen später weniger gut mit Kindern zurecht. Insgesamt ist es wichtig, dass Kätzchen möglichst lange bei ihren Müttern bleiben und Alltagsgeräusche sowie Menschen, Kinder und möglicherweise andere Tiere kennen lernen.

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Gene spielen ebenfalls eine Rolle

Allerdings ist nicht alles eine Frage der "frühkindlichen" Prägung, bestimmte Veranlagungen der Katzenpersönlichkeit werden durch die Gene bestimmt. In der Studie stellte sich heraus, dass die Kätzchen freundlicher, zutraulicher Kater ebenfalls eher freundlich und zutraulich waren. Der Nachwuchs von zurückhaltenden, scheuen Katern hingegen entwickelte sich auch zu eher schüchternen Katzen.

Der Katzenvater hält sich normalerweise aus der Katzenerziehung seiner Babys heraus und geht seiner Wege. Das heißt, wenn der Kater Einfluss auf die Katzenpersönlichkeit seiner Kitten hat, dann ist dieser mit großer Wahrscheinlichkeit genetisch. Bei der Katzenmama lässt sich schwer unterscheiden, inwiefern die Kätzchen bestimmte Gene von ihr geerbt oder sich von ihrem Verhalten etwas abgeschaut haben.

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