Verhalten

Sind Katzen kitzelig an den Pfoten?

Viele Katzen ziehen ruckartig ihre Pfötchen zurück, wenn Menschen sie sanft an den Fußsohlen berühren. Dass die meisten Miezen es gar nicht schätzen, wenn man ihren Bauch anfasst, ist kein Geheimnis. Doch was ist der Grund dafür? Sie die Fellnasen tatsächlich einfach nur kitzelig?

Katzenpfoten sind hochempfindlich – Shutterstock / Naviya

Katzenpfoten sind hochempfindlich – Shutterstock / Naviya

Menschen und Katzen sind sich in so manchen Dingen sehr ähnlich und manchmal ist es auch einfach nur verlockend, das Verhalten unserer Stubentiger als allzu menschlich wahrzunehmen. Da liegt die Vermutung nahe, dass Katzen ebenso kitzelig sind wie Menschen. In jedem Fall reagieren Katzen auf einen Kitzelreiz ebenso individuell unterschiedlich wie Menschen.

Zwei Arten von Kitzeln: Knismesis und Gargalesis

Knismesis ist ein sanfter, zum Teil leicht irritierender Kitzelreiz, wie ihn etwa die Berührung einer Feder oder ein einzelnes Haar auf dem nackten Oberarm hervorruft. Diese Form der Kitzelempfindung kann bei vielen Tierarten beobachtet werden, darunter auch Menschen und Katzen.

Gargalesis ist hingegen die intensive, zum Teil sogar schmerzhafte Stimulation einzelner Körperregionen, die sich in unkontrollierten Lachattacken entlädt. Forscher haben verschiedene Theorien über Ursprung und Funktion dieser Reaktion, wobei sich letztendlich alle Theorien auf das Sozialverhalten beziehen. Beobachtet wurde dieses Verhalten bisher allerdings nur bei Menschen, Primaten und Ratten.

Das heißt, selbst wenn Sie davon ausgehen, dass Ihre Katze kitzelig ist, wird sie niemals in wildes Kichern verfallen oder das Kitzeln als liebevolle Geste verstehen. Wesentlich wahrscheinlicher ist, dass Ihr Tier einfach nur genervt ist.

Auf Samtpfoten dem Tastsinn der Katze auf der Spur Ansehen

Warum sind Katzenpfoten so empfindlich?

Nicht nur bei Katzen, sondern in Grunde bei allen laufenden Wesen sind die Fußsohlen besonders empfindlich. Über sie werden ununterbrochen wichtige Reize aus der Umgebung aufgenommen: Wärme, Kälte, Bodenbeschaffenheit, Schmerz. Diese Empfindungen sind überlebensnotwendig. Deshalb nehmen sie, ähnlich wie die Reize, die über die Lippen und die Zunge wahrgenommen werden, im Gehirn mehr Raum ein als die Reize, die andere Sinnesorgane vermitteln. Das Gehirn ist also darauf ausgelegt, den Reizen und Informationen, die von diesen sensiblen Körperstellen gesendet werden, besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Was passiert, wenn Sie Ihre Katze kitzeln?

Die Reaktion der Stubentiger reicht von Gleichgültigkeit oder Rückzug bis hin zu Aggression – also im Grunde ganz wie beim Menschen. Die Katze verbindet das irritierende Gefühl mit größter Wahrscheinlichkeit mit einem Reiz wie etwa einem Insektenstich oder einem spitzen Gegenstand auf dem Boden. Beides bedeutet "Gefahr" und löst einen Abwehrreflex aus. Manche Salonlöwen erlauben ihren Menschen dennoch, ihre weichen Samtpfötchen zu berühren. Das mag an der Art des Reizes liegen.

Ein sanfter Massagedruck zum Beispiel wird eher akzeptiert als ein menschentypisches Kitzeln mit der Fingerspitze. Nicht zuletzt ist es aber eine Frage des individuellen Charakters und der aktuellen Gemütslage. Wenn Ihre Katze generell keine Berührung an den Füßen mag, sollten Sie ihr diese Form der Zuwendung ersparen. Es mag zwar niedlich aussehen, wenn die Füßchen zucken, es bedeutet dennoch Stress für Ihren Flauschkumpanen.

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