Tierpsychologie

Warum starren Katzen Menschen an?

Wenn Katzen Menschen in die Augen starren, sind die Reaktionen vielfältig. Was der eine als spannend und aufmerksam empfindet, lässt im anderen ein eher unangenehmes Gefühl aufsteigen. Eine Bandbreite an Gemütszuständen beim Empfänger der Blicke, die den Intentionen der Samtpfoten entspricht. Denn wenn die Mieze dem Zweibeiner in die Augen schaut, hat das unterschiedliche Bedeutungen.

Schau mir in die Augen, Kleines ... – Shutterstock / nrqemi

Schau mir in die Augen, Kleines ... – Shutterstock / nrqemi

Katzen starren gerne anderen Wesen in die Augen. Da sie über eine Hornhaut verfügen, die nicht wie beim Menschen fortlaufend über Wimpernschläge befeuchtet werden muss, können sie das besonders gut. Aber was genau will uns der Stubentiger damit sagen? Ist es wahr, dass die Katze ein Zurückstarren als Bedrohung empfindet und der geneigte Zweibeiner deshalb solche Blicke unbedingt vermeiden sollte? Eher weniger, wie unsere erste Erklärung beweist.

Starren aus Interesse und Aufmerksamkeit

Zunächst mal ist Starren Ihrer Katze ein Zeichen für ungeteilte Aufmerksamkeit. Wenn sich Ihre Maunz dabei nicht klein macht und auch nicht die Ohren anlegt, ist gegenüber dem Empfänger ihres Blicks weder Angst noch Aggression im Spiel. Sind Sie es als Katzenhalter, der diesen Blick Ihres Lieblings auffängt, dürfte viel eher stimmen: Ihre Katze "stalkt" Sie. Schließlich sind Sie nicht weniger als der Mittelpunkt im Universum des Vierbeiners. Natürlich dürfen Sie sich an dieser Stelle auf unterschwellige Botschaften Ihrer Samtpfote gefasst machen. Die häufige Aussage: "Du hast doch was zu futtern für mich, oder?"

Warum Katzen ihre Menschen ignorieren Ansehen

Starren als Drohung und Vorstufe zu einem Konflikt

Wenn Katzen zu anderen Artgenossen ein angespanntes Verhältnis haben, nutzen sie das Starren, um die Angelegenheit vor einer weiteren Eskalation zu klären. Sie fixieren sich, drohen sich dabei und lassen den jeweils anderen wissen: Ich bin hier der Chef. Manchmal gesellt sich in der Körpersprache zusätzlich ein angespannter Rücken und ein schlagender Schwanz hinzu. Der Konflikt ist entschieden, sobald einer klein beigibt und wegschaut.

In anderem Fall kann es zu einem Zusammenstoß kommen, der mit scharfen Krallen ausgetragen wird. In Bezug auf den Menschen erklärt dieses Starr-Verhalten übrigens einen Widerspruch: Vor allem diejenigen Besucher eines Katzenhaushalts, die unbedingt einen Bogen um den Stubentiger machen wollen, erhalten besonders viel "ungeteilte Aufmerksamkeit". Menschen hingegen, die Katzen mögen, tendieren dazu, den Fellnasen verstärkt in die Augen zu blicken. Nicht selten fühlt sich daraufhin die Samtpfote belästigt und reagiert mit Starren.

Starren mit Blinzeln aus Sympathie

Wird ein samt restlicher Körpersprache entspannt wirkendes Starren mit einem Blinzeln verbunden, ist Ihre Katze Ihnen gegenüber besonders gut drauf. In der Katzenforschung als das "Lächeln der Katzen" bezeichnet, handelt es sich um eine Geste des Vertrauens. Sie teilt mit: Ich habe es nicht nötig, ständig mit offenen Augen und aufmerksamem Blick meine Umwelt auf Gefahren abzutasten, ich kann auch mal ganz entspannt mit den Augen klimpern. Diese Geste dürfen Sie gerne erwidern: Blinzeln Sie betont langsam zurück, wird das Ihr Begleiter als positive Reaktion empfinden. Zuweilen lässt sich über ein solches Zublinzeln des Menschen auch das "Lächeln" der Katze provozieren, probieren Sie es aus.

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