Tierschutz

Eichhörnchen als Haustier halten: Ist das erlaubt?

Sie sind süß, lustig anzuschauen und clever: Kein Wunder, dass sich viele ein Eichhörnchen als Haustier wünschen. Doch bei aller Bewunderung für den Nager: Er ist ein Wildtier und als solcher gehört er in die Wälder. Von der Regelung ausgenommen sind Zuchteichhörnchen.

Bei dem Anblick ist leicht zu verstehen, warum Mensch sich ein Eichhörnchen als Haustier wünscht. Erlaubt ist es jedoch nicht – Shutterstock / geertweggen

Bei dem Anblick ist leicht zu verstehen, warum Mensch sich ein Eichhörnchen als Haustier wünscht. Erlaubt ist es jedoch nicht – Shutterstock / geertweggen

Eichhörnchen fühlen sich in der freien Natur am wohlsten. Dort finden sie ihre Nahrung, einen Rückzugsort und können sich frei bewegen. Immer häufiger sieht man die Tiere auch in städtischen Gärten und Grünanlagen. Das ist einerseits der Waldrodung geschuldet, die die Nager aus ihrer ursprünglichen Heimat vertreibt. Andererseits finden sie ausreichend Nahrung im urbanen Raum, sodass sie zunehmend in städtische Gebiete umziehen.

Nur, weil die flinken Nager unter uns weilen und immer zutraulicher werden, ist es jedoch nicht erlaubt, sie zu Hause zu halten. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es klipp und klar verboten, Wildtiere, die in freier Natur geboren wurden, zu besitzen. Auch ein Kauf der Tiere ist in der Regel ausgeschlossen.

Eichhörnchen als Haustier halten: Kranke oder verletzte Tiere

Eine Ausnahme vom Verbot, Wildtiere zu Hause zu halten, bilden kranke oder verletzte Tiere. Wenn Sie ein in Not geratenes Eichhörnchen finden, ist es Ihnen erlaubt, den Nager aufzunehmen und wieder gesund zu pflegen. Wichtig: Wenn Sie das Tier aufgepäppelt haben, müssen Sie es wieder auswildern.

Sie dürfen den Nager auf keinen Fall als Haustier halten – es sei denn, es bleibt ein Handicap bestehen. In solch einem Fall müssen Sie das Wildtier behördlich anmelden und den Grund für den Verbleib des Tieres nennen. Je nach Bundesland unterscheidet sich der Zuständigkeitsbereich. In der Regel ist jedoch das Landesamt für Natur und Umwelt oder ein Naturschutzverbund der richtige Ansprechpartner.

Krankes oder verletztes Eichhörnchen gefunden: SOS-Maßnahmen

Hilfsbedürftige Eichhörnchen müssen Sie selbstverständlich nicht ihrem Schicksal überlassen. Berücksichtigen Sie bei der Rettung jedoch einige Dinge. Berühren Sie es nicht direkt mit der Hand, sondern ziehen Sie sich Handschuhe über oder nehmen es mit einem Handtuch auf. Als Fluchttier wird das Eichhörnchen vermutlich versuchen, sich zu verteidigen und könnte Sie mit den scharfen Nagezähnen verletzen.

Schützen Sie sich daher entsprechend. Bringen Sie es anschließend an einem ruhigen, abgegrenzten Ort in Ihrer Wohnung unter, wo es keinen Gefahrenquellen wie Steckdosen ausgesetzt ist und versorgen Sie es mit ausreichend Flüssigkeit. Noch besser ist es allerdings, das Tier in die Hände versierter Menschen zu übergeben. Die findet man in einer Eichhörnchen-Auffangstation. Die Nager-Experten versorgen die notleidenden Geschöpfe mit adäquater Nahrung und leisten medizinische Hilfe.

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Schlupfloch: Gezüchtete Eichhörnchen als Haustiere halten

Unter strengen Vorlagen können Sie ein Eichhörnchen kaufen – sofern es sich um ein Zuchttier handelt. Das Zuchteichhörnchen muss in den oben genannten Behörden angemeldet und ein vom Züchter ausgestellter Herkunftsnachweis vorgelegt werden. Der ist notwendig, um auszuschließen, dass das Tier eingefangen wurde.

Achtung: Auch Zuchteinhörnchen dürfen nicht in der Wohnung als Haustiere gehalten werden. Nur die Außenhaltung ist erlaubt.  Alles andere ist Tierquälerei und wird strafrechtlich geahndet. Bevor Sie ein Eichhörnchen kaufen, sollten Sie sich also fragen, ob Sie überhaupt ausreichend Platz für das aufgeweckte Tier mit ausgeprägtem Bewegungsdrang haben.

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