Tierkrankheiten

Kaninchenschnupfen: Symptome, Ursachen, Behandlung

Kaninchenschnupfen ist eine häufig auftretende Infektionskrankheit bei den Langohren. Sie ist ansteckend und endet bei Nichtbehandlung tödlich. Erfahren Sie hier mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung der Krankheit bei Kaninchen.

Kaninchenschnupfen kommt besonders häufig in der kalten Jahreszeit vor – shutterstock / Sofiya Stoyakina

Kaninchenschnupfen kommt besonders häufig in der kalten Jahreszeit vor – shutterstock / Sofiya Stoyakina

Der Kaninchenschnupfen ist jedem Halter der Hasentiere bekannt und löst häufig große Ängste aus. Tatsächlich ist mit der ansteckenden Krankheit nicht zu spaßen. Andererseits leben die betroffenen Tiere bei richtiger Behandlung häufig lange und symptomfrei.

Welche Symptome deuten auf einen Kaninchenschnupfen?

Ein Kaninchenschnupfen äußert sich bei Kaninchen mit krankheitstypischen Symptomen. Zu diesen gehören:

● Die Nase der erkrankten Tiere sondert vermehrt Sekret ab. Dieses kann äußerlich von durchsichtig und flüssig bis eitrig variieren. Häufig verklebt es das Fell an der Nasenöffnung.

● Die Pfoten des Kaninchens sind mit Sekret verklebt, da das Kaninchen sich verstärkt putzt.

● Oft sind die Augen gerötet oder eitrig entzündet.

● Häufiges Niesen gehört wie eine gerötete Nase zu den bekannten Symptomen.

● Es entstehen in vielen Fällen ungewohnte Atemgeräusche, die auf eine erschwerte Nasenatmung hindeuten. Alternativ atmet das Tier vollständig durch das Maul.

● Ist der Kaninchenschnupfen auf die Lunge übergegangen und eine Lungenentzündung oder ein Abszess in der Lunge entstanden, hat das Tier starke Atemnot.

● Bei Ausweitung auf die Ohren kommt es zu einer Mittelohr- und/oder einer Innenohr-Entzündung. Typisch sind hier Symptome wie apathisches Verhalten, Fress-Unlust und ein schief gehaltener Kopf.

Der ansteckende Kaninchenschnupfen und ein Schnupfen im Zuge einer normalen Erkältung müssen unterschieden werden. Bei Ersterem, auch "Pasteurellose" genannt, handelt es sich um eine durch bakterielle Erreger ausgelöste Erkrankung. Zu den Haupterregern gehören Bordetella bronchiseptica und Pasteurella multocida. In vielen Fällen können auch Sekundärkeime wie Pseudomonas nachgewiesen werden. Die Erkrankung verläuft stets chronisch, ist ansteckend und nur schwer vollständig heilbar. Die gute Nachricht: Ihre Langohren können häufig auch mit der Erkrankung ein langes und glückliches Leben führen.

Bei einer "normalen Erkältung" lassen sich die Erreger vollständig abtöten und das Kaninchen ist anschließend geheilt. Ob es sich um vergleichsweise harmlosen Schnupfen oder um die ansteckende Seuche handelt, können Laien nicht unterscheiden. Für eine Diagnose und Behandlung ist zwingend ein Tierarztbesuch notwendig. Dieser kann zum Beispiel mit einer Spülprobe aus der Nase nachweisen, ob es sich um einen Kaninchenschnupfen-Erreger oder Erkältungsviren handelt.

Kaninchen-Krankheiten: Gefahren für die Gesundheit Ansehen

Welche Ursachen stecken hinter dem Kaninchenschnupfen?

Verschiedene Bakterienarten oder sogenannte Mykoplasmen lösen typischerweise den Kaninchenschnupfen aus. Die Keime befallen vor allem die Atemwege und führen zu eitrigen Entzündungen. Die Krankheit wird durch direkten Kontakt oder durch den beim Niesen abgegebenen Sprühnebel übertragen. Die Tiere können sich auch indirekt anstecken, etwa durch Weitergabe der Bakterien durch Menschen nach dem Besuch bei einem erkrankten Tier.

Auch verbreitete Umgebungs- und Krankheitskeime, die beim Menschen sowie Hunden und Katzen vorkommen, kommen als Ursachen für Schnupfen bei Kaninchen in Betracht. Wenn Sie zum Beispiel selbst unter einer Erkältungskrankheit oder anderen Infektionen leiden, sollten Sie den Kontakt zu Kaninchen meiden. Desinfizieren Sie sich die Hände, wenn Sie Futter schneiden und tragen Sie unter Umständen einen Mundschutz. Auch wenn es schwerfällt: Nehmen Sie eine Auszeit vom Streicheln und Kuscheln.

Diese Risikofaktoren begünstigen eine Ansteckung:

● Durch einen Transport oder durch ungewohnte Umgebung ausgelöster Stress: Dieser vermindert die Abwehrkräfte und macht anfällig für Infektionen.

● Eine zu enge Haltung Ihrer kuscheligen Freunde: Hier steigt die Gefahr, dass sich das Kaninchen bei einem der Artgenossen ansteckt.

● Das falsche Futter: Auch für Kaninchen sind bestimmte Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe enorm wichtig. Fehlen sie, leidet ihr Abwehrsystem. Tipps, um dem vorzubeugen, finden Sie in unserem Ratgeber "Kaninchen: Ernährung und Futter für die Mümmelnasen".

● Nachlässige Hygiene: Wenn Sie den Käfig nicht oft genug ausmisten, reizt Ammoniak in der Atemluft die Atemwege des Kaninchens. Dies begünstigt Kaninchenschnupfen und andere Erkrankungen der Atemwege.

● Der Winter: Kaninchenschnupfen kommt besonders häufig in der kalten Jahreszeit vor.

Wie wird der Kaninchenschnupfen behandelt?

Vorderstes Ziel bei einem Kaninchenschnupfen ist es, eine Ausbreitung der Erreger zu verhindern. Dafür verschreibt der Tierarzt Antibiotika, die einige Tage bis Wochen verabreicht werden müssen. Das Medikament soll die Bakterien abtöten beziehungsweise im Wachstum hemmen. Bei langwierigen Krankheitsverläufen werden zusätzlich Medikamente gegeben, die das Immunsystem unterstützen. Auch Schleimlöser können in niedrigen Dosierungen verabreicht werden. In vielen Fällen ist es nicht möglich, die Erreger ganz zu eliminieren. Dann muss man die Tiere bei Ausbruch der Erkrankung erneut mit immunsteigernden Medikamenten und Antibiotika behandeln.

Die Gabe von Antibiotika ist aufgrund fehlender Wirkung und Resistenzbildung nicht immer erste Wahl. Sie sollten gemeinsam mit dem Tierarzt je nach Entwicklung der Erkrankung stets umfassend abwägen, ob eine alternative Therapieform infrage kommt. Vor allem die Inhalation bietet sich als Alternative oder unterstützende Maßnahme an. Hier eignen sich vor allem Kaltinhalatoren für Kinder und als Inhalationslösung die Verwendung einer Mischung aus Kochsalzlösung und Emser Salz. Wärme über eine Rotlichtlampe stabilisiert den Kreislauf und beruhigt den Organismus – sorgen Sie aber für genug Platz, dass Ihr Haustier der Wärme ausweichen kann. Darüber hinaus können Sie Thymiantee aufbrühen und im Zimmer der Kaninchen verdampfen lassen. Er wirkt antibakteriell.

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