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Kleinanzeigen zum Haustierkauf: Betrug erkennen

Für den Haustierkauf stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel auch Kleinanzeigen im Internet. Leider bieten nicht nur seriöse Züchter, anständige Privatleute und anerkannte Tierheime online Hunde, Katzen, Vögel und Kleintiere an, sondern auch Betrüger. Wie Sie einen potenziellen Betrug erkennen können, verraten die folgenden Tipps.

Wer so süße Hundebabys in Kleinanzeigen entdeckt, möchte sie am liebsten sofort kaufen. Aber ist das Angebot auch seriös? – Shutterstock / Okssi

Wer so süße Hundebabys in Kleinanzeigen entdeckt, möchte sie am liebsten sofort kaufen. Aber ist das Angebot auch seriös? – Shutterstock / Okssi

Grundsätzlich gilt: Zahlen Sie niemals in Vorkasse, ohne das Tier aus den Kleinanzeigen gesehen und sich vor Ort ein Bild der Haltungsbedingungen gemacht zu haben. Lassen Sie sich Zeit beim Haustierkauf, um mehrere Angebote zu vergleichen, sich über Ihr Wunschtier zu informieren und Kontakt mit den potenziellen Verkäufern aufzunehmen.

Sonderangebote in Kleinanzeigen als Warnzeichen beim Haustierkauf

Betrug erkennen Sie zum Beispiel daran, dass die Tiere zu einem ungewöhnlich niedrigen Preis angeboten werden. Eine seriöse Zucht ist teuer, das heißt, Rassekatzen, Hunde und andere Haustiere haben ihren Preis. Schauen Sie sich zunächst um, wie hoch die durchschnittlichen Kosten Ihres Wunschtiers sind, und seien Sie vorsichtig bei deutlich günstigeren "Schnäppchen". Es gibt mehrere Möglichkeiten, weshalb der Preis so niedrig ist:

● Das Haustier existiert nicht

● Das Tier ist gestohlen

● Das Haustier entstammt einer Massenzucht

● Das Tier ist krank

● Der Vorbesitzer will es schnell loswerden

Der letzte Punkt kann unter Umständen durchaus legitim sein. Sollten Sie ansonsten einen guten Eindruck von der Kleinanzeige haben, nehmen Sie Kontakt auf und machen Sie sich selbst ein Bild. Hören Sie dabei auch auf Ihr Bauchgefühl, möglicherweise ist mit dem Angebot alles in Ordnung. Sollten Sie nach Kontaktaufnahme um Vorkasse für bestimmte Gebühren, Transportkosten und ähnliches gebeten werden oder verweigern die Anbieter einen persönlichen Hausbesuch, heißt es hingegen: Finger weg!

Kein Fachwissen über die angebotene Tierart? Vorsicht!

Weiterhin können Sie Betrug erkennen, wenn in den Kleinanzeigen klar wird, dass die Anbieter von den Tieren keine Ahnung haben. Das ist zum Beispiel bei einem zu frühen Alter für die Abgabe der Fall. Hundewelpen sollten frühestens mit neun Wochen, Katzenbabys idealerweise erst mit zwölf Wochen von ihrer Familie getrennt und in ein neues Zuhause vermittelt werden. Stehen in der Anzeige nur Allgemeinplätze und keine spezifischen Informationen zur Rasse oder Tierart, rufen Sie am besten bei den Anbietern an und stellen ein paar gezielte Fragen – auf diese Weise können Sie deren Expertise überprüfen.

Vorsicht Schwarzzucht: Rassekatzen brauchen Stammbaum Ansehen

Betrug erkennen: Rechtschreibfehler und Co. in Kleinanzeigen

Des Weiteren sollten Sie skeptisch werden, wenn die Kleinanzeigen vor Rechtschreibfehlern strotzen oder in kaum verständlichem Deutsch formuliert sind. Dabei handelt es sich oft um automatische Übersetzungen, die kein Muttersprachler überprüft hat. Vor allem, wenn der Standort für das Angebot dennoch im deutschsprachigen Raum sein soll, können Sie daran Betrug erkennen. Dahinter verbergen sich zum Beispiel skrupellose Vermehrer oder die Hundemafia, die Welpen aus dem Kofferraum ihres Autos an einer Tankstelle oder einem Autobahnparkplatz verkaufen.

Schauen Sie am besten nach, ob es vielleicht mehrere gleiche Kleinanzeigen gibt, die jedoch verschiedene Standorte angeben – ein sicheres Zeichen für Betrug. Im Zweifel gilt allerdings auch hier: Rufen Sie die Händler an und prüfen Sie, was Ihre Intuition Ihnen sagt. Beim leisesten unguten Gefühl sollten Sie sich lieber noch weiter umsehen.

Angaben in Kleinanzeigen vorm Haustierkauf überprüfen

Leider kann es vorkommen, dass die Anzeige auf den ersten Blick seriös und ehrlich erscheint, aber dennoch Betrüger dahinterstecken. Schauen Sie daher genauer hin und überprüfen Sie die Angaben auf ihre Schlüssigkeit. Passt die Telefonnummer zum Standort? Wird überhaupt eine Festnetznummer angegeben? Wenn Sie bei den Anbietern anrufen, achten Sie darauf, ob diese versuchen, Sie unter Druck zu setzen und zur Vorkasse – meist über einen Bargeldtransferdienst – zu überreden. Fühlen Sie sich durch besonders rührselige Geschichten genötigt oder wirken die Informationen abstrus, lassen Sie sich nicht weichklopfen. Emotionale Erpressung ist eine beliebte Masche von Betrügern beim Haustierkauf.

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