Tierkrankheiten

Meerschweinchen: Krankheiten der kleinen Nagetiere

Bei artgerechter Haltung, Fütterung und Pflege leiden Meerschweinchen selten an Krankheiten. Dennoch kann es passieren, dass dem kleinen Nager etwas fehlt – wie Sie das erkennen und wann Sie unbedingt zum Tierarzt gehen sollten, erfahren Sie hier.

Vorsichtiges Abtasten hilft dabei, Meerschweinchenkrankheiten wie Abszesse frühzeitig zu entdecken – Shutterstock / Mendelex

Vorsichtiges Abtasten hilft dabei, Meerschweinchenkrankheiten wie Abszesse frühzeitig zu entdecken – Shutterstock / Mendelex

Ein gesundes Meerschweinchen ist munter, fröhlich und hat ein glänzendes, sauberes Fell. Beobachten Sie Ihr Schweinchen genau und halten Sie Ausschau nach Veränderungen im Fell, auf der Haut, am Gebiss und im Verhalten. Wenn Sie die Symptome von Meerschweinchenkrankheiten frühzeitig erkennen und Ihren kleinen Nager schnell zum Tierarzt bringen, lassen sie sich meist besser behandeln.

Meerschweinchen: Krankheiten der Atemwege

Steht der Meerschweinchenkäfig im Durchzug oder zu nah am Fenster, können sich die Nagetiere erkälten. Begünstigt wird eine Erkältung zusätzlich durch trockene Heizungsluft, die die Schleimhäute empfindlicher macht sowie Stress, schlechte Hygiene und Nährstoffmängel, die das Immunsystem der Schweinchen schwächen. Gehen Sie rasch zum Tierarzt, wenn Ihr Meerschweinchen niest, seine Nase läuft, es keinen Appetit zu haben scheint oder es Mühe beim Atmen hat. Dann lässt sich der Schnupfen behandeln, bevor sich daraus schlimmere Krankheiten wie eine Lungenentzündung entwickeln.

Abszesse und Tumore rechtzeitig erkennen

Dringen Bakterien in Operationswunden oder kleine Verletzungen ein, kann sich die Stelle entzünden und zu einem Abszess anschwellen, der sich mit Eiter füllt. Auch Zahnfehlstellungen können zu Abszessen führen, die vom Tierarzt möglichst schnell operiert werden sollten, da sie dem Tierchen Schmerzen bereiten und sein Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Der Tierarzt schneidet den Abszess auf, sodass der Eiter abfließen und die Wunde sauber verheilen kann. Manchmal ist es notwendig, den ganzen Abszess herauszuschneiden.

Sichtbar werden Abszesse meist erst, wenn sie schon recht groß sind, daher empfiehlt es sich, das Schweinchen beim Streicheln abzutasten, ob sich irgendwo unter dem Fell Schwellungen befinden. Diese Methode hilft auch dabei, Tumore möglichst noch im Anfangsstadium zu erkennen. Werden sie früh herausoperiert, bevor sie Metastasen bilden konnten, erholt sich das Meerschweinchen in der Regel wieder gut davon.

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Verdauungsprobleme und Harnwegserkrankungen bei Meerschweinchen

Bekommen Meerschweinchen Krankheiten der Harnwege oder des Verdauungstrakts, liegt dies meist entweder an falscher Ernährung oder an Infektionen. Die Tierchen sollten über ihr Futter weder zu viel Kalzium noch zu viel Fett oder zu viele Kohlenhydrate aufnehmen und brauchen ausreichend Rohfasern, damit der Verdauungsprozess richtig funktioniert. Zu viel Kalzium kann Blasensteine zur Folge haben und eine Fehlernährung kann Durchfall oder Verstopfung auslösen. Ist mit der Ernährung alles in Ordnung, liegt wahrscheinlich eine bakterielle oder virale Erkrankung vor. Um sicherzugehen, bringen Sie Ihr Meerschweinchen zum Tierarzt, wenn sein Kot verändert aussieht oder wenn es sich beim Urinieren vor Schmerzen krümmt. Apathie, Appetitlosigkeit und ein Blähbauch sind weitere Symptome dafür, dass mit der Verdauung etwas nicht stimmt.

Hautkrankheiten, Augen- und Zahnprobleme: Wann zum Tierarzt?

Haarlinge, Milben und Pilze machen nicht nur Katzen und Hunden zu schaffen, auch bei Meerschweinchen können sie zu Hautkrankheiten führen. Beobachten Sie bei Ihrem Nager kahle Stellen oder Verfilzungen im Fell, Hautrötungen, Schuppen oder Verkrustungen sowie häufiges Kratzen, ist ein Tierarztbesuch angesagt. Gesunde Meerschweinchenaugen sind sauber und klar; alles, was davon abweicht – Trübungen, Rötungen, Ausfluss oder Schwellungen –, kann auf Krankheiten, Entzündungen oder Verletzungen hinweisen und ist ebenfalls ein Fall für den Arzt.

Bei Nagetieren wachsen die Zähne kontinuierlich nach, da sie beim Fressen normalerweise abgerieben werden. Bekommen Meerschweinchen nicht das richtige Futter, welches einen Abrieb ermöglicht, wachsen die Zähne zu lang nach und führen zu Fehlstellungen und Verletzungen im Mundraum und Kieferbereich. Betroffene Tiere wirken krank und verlieren an Gewicht, weil sie mit ihren Zahnschmerzen kaum noch fressen mögen. Hochwertiges Heu und Frischfutter können dem vorbeugen, doch wenn es trotzdem zu Zahnproblemen kommt, muss Ihr Schweinchen zum Tierarzt. Fehlstellungen im Gebiss können auch genetisch bedingt sein und gehören dann ebenfalls schnell behandelt.

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