Tierkrankheiten

Meerschweinchen-Milben: Parasiten richtig behandeln

Wenn Meerschweinchen Milben haben, besteht kein Grund zur Panik. Ein solcher Parasiten-Befall ist bei den süßen Nagern gut zu behandeln. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie hier. 

Ein Milben-Befall kann bei Meerschweinchen ziemlich problemlos behandelt werden - Shutterstock / Dev_Maryna

Ein Milben-Befall kann bei Meerschweinchen ziemlich problemlos behandelt werden - Shutterstock / Dev_Maryna

Meerschweinchen-Milben sind völlig normal. Einige von ihnen leben ständig im Fell der Nager, ohne diese zu stören. Gerät der gesundheitliche Zustand des Meerschweinchens ins Ungleichgewicht, kann die Anzahl der Parasiten jedoch stark ansteigen. In der Folge kommt es zu starkem Juckreiz, Haarausfällen, kleieartigen Belägen, schuppig-krustigen Entzündungen, verdickten Hautpartien und borkigen Krusten.

Meerschweinchen-Milben: Symptome und Arten

Während in einigen Fällen ausschließlich Haarausfall zu beobachten ist, graben sich in anderen die Milben tief in die Haut ein. Die Folge sind ein intensiver Juckreiz und Hautentzündungen. Diese treten häufig an den inneren Schenkeln, den Schultern und am Hals des Meerschweinchens auf. Handelt es sich um tief in der Haut sitzende Milben, ist die Haut unter dem infizierten Fell häufig trocken oder ölig sowie verdickt oder verkrustet. Bei Meerschweinchen, die stark infiziert sind, kann es zu Gewichtsverlust kommen oder sie erscheinen energielos. Ein weiteres Symptom könnte sein, dass das Meerschweinchen aufgeregt im Käfig herumrennt. Lassen Sie die Erkrankung auf keinen Fall unbehandelt. Das Tier leidet sehr und kann bei fehlender Behandlung sterben.

Meerschweinchen werden im Wesentlichen von diesen Milben-Arten befallen:

- Grabmilben

Diese Parasiten sind die häufigste bei Meerschweinchen anzutreffende Art. Die Milben graben sich in die Haut der Nager, bohren ganze Gänge und legen ihre Eier hinein.

- Haarbalgmilben

Eine Milben-Art, die in den Haarfollikeln der Meerschweinchen lebt. Sie ernährt sich von Talg und Hautschuppen.

- Pelzmilben

Parasiten, die an den Haaren des Tieres zu finden sind. Zumeist wird diese Milben-Art mit neuen Tieren oder Gegenständen eingeschleppt.

Meerschweinchen und Kaninchen zusammen halten? Ansehen

Was sind die Ursachen für Meerschweinchen-Milben?

Ein hoher Milben-Befall ist ein Anzeichen dafür, dass der gesundheitliche Zustand des Tieres aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ursachen dafür können sein:

- Ansteckung bei anderen Meerschweinchen

- qualitative oder quantitative Fehl- oder Mangelernährung

- schlechte Haltungsbedingungen (zu wenig Platz, fehlende Hygiene)

- Stress

- Immunschwäche

So bekämpfen Sie Meerschweinchen-Milben

Für sämtliche Milben-Arten gilt:

Haben sich die Tiere bereits offene Wunden gekratzt, sollten Sie die Wunden mit Mitteln wie Betaisodona, Braunol oder Kodan desinfizieren. Cremen Sie die Stellen anschließend mit Wund- und Heilsalbe wie Bepanthen oder Hametum ein. Verabreichen Sie bei starkem Juckreiz in den ersten Tagen Fenistil, auch Pfotenverbände an den Hinterpfoten für einige Tage können für Entlastung sorgen. Wenn sich die Tiere die Wunden nicht immer wieder aufkratzen, kann die Heilung schneller einsetzen und das Risiko für weiteren Bakterien- und Pilzbefall über die wunden Stellen reduziert sich.

Grabmilben:

Behandeln Sie mit Ivermectin (z.B. Ivomec) dreimal im Abstand von sieben bis zehn Tagen – in Form einer Injektion oder Spot-On-Lösung. Alternativ mit Selamectin (z.B. Stronghold) ein- bis zweimal im Abstand von drei bis vier Wochen als Spot-On-Lösung. Für beide Medikamente benötigen Sie ein Rezept vom Tierarzt.

Haarbalgmilben:

Auch hier können Sie Ivermectin (z.B. Ivomec) verbreichen, dreimal im Abstand von sieben bis zehn Tagen als Injektion oder Spot-On-Lösung. Oder Selamectin (z.B. Stronghold) zwei- bis dreimal im Abstand von zwei Wochen als Spot-On-Lösung. Bei andauerndem Befall können Sie zusätzlich einmal pro Woche mit Amitraz (z.B. Ectodex) baden. Für die genannten Medikamente benötigen Sie ein Rezept vom Tierarzt.

Pelzmilben:

Behandeln Sie mit Propoxur (z.B. Bolfo als Flohpuder oder Spray) zweimal im Abstand von einer Woche. Oder sie benutzen einmalig Fipronil (z.B. Frontline), für dieses Medikament benötigen Sie ein Rezept vom Tierarzt.

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