Tierschutz

Milder Winter: Gefahr für die heimische Tierwelt?

In den letzten Jahren fielen die Temperaturen in den Wintermonaten relativ warm aus. Der milde Winter lockt jedoch viele Tiere früher aus ihrer Winterruhe oder verhindert, dass sie sich überhaupt in den Winterschlaf begeben. Bei den Wildschweinen stellt sich manchmal sogar schon der erste Nachwuchs ein. Doch wie groß ist die Gefahr, wenn ein erneuter Kälteeinbruch bevorsteht?

Milder Winter: Gefahr für die heimische Tierwelt? – Foto: Shutterstock / Pesat Jaroslav

Milder Winter: Gefahr für die heimische Tierwelt? – Foto: Shutterstock / Pesat Jaroslav

Die Durchschnittstemperaturen der letzten Winter lagen oft über der Nullmarke – offenbar ist der Klimawandel im vollen Gange. Die Folge: Die Natur erwacht sehr viel früher als gewohnt aus der Winterruhe. Für die heimische Tierwelt kann das sehr verwirrend, mitunter sogar schädlich sein.

Milder Winter sorgt für frühen Nachwuchs

In den vergangenen Jahren wurden teils schon im Januar die ersten Frischlinge gesichtet, die normalerweise erst im März geboren werden. Auch Rehe sind durch die milden Wintermonate früher dran mit ihrer Familienplanung. Solange die Temperaturen nicht wieder in den Keller gehen, besteht für den frühen Wildschweinnachwuchs und die Rehkitze keine Gefahr. Der Bestand kann im Gegenteil sogar explosionsartig wachsen. Kommt es aber doch noch zu einem Temperatursturz, können viele der Jungtiere den Kältetod sterben.

Gefahr für Schmetterlinge und andere Insekten?

Schmetterlinge wie der Kleine Fuchs oder das Tagpfauenauge überwintern bei kalten Temperaturen normalerweise in den warmen Innenräumen menschlicher Behausungen. Ein milder Winter gaukelt ihnen einen früheren Frühlingsanfang vor, sodass sie sich schon vor ihrer gewohnten Zeit aus ihren Winterquartieren wagen. Allerdings finden sie dann noch nicht genügend Nahrung, sodass viele von ihnen verhungern. Das gleiche Schicksal droht auch Bienen, die durch die warmen Temperaturen dazu verleitet werden, ihren Bienenstock früher zu verlassen.

Eichhörnchen stört ein milder Winter nicht

Für andere Tierarten ist der milde Winter allerdings weniger problematisch, da sie sich gut an die veränderten Verhältnisse anpassen. Eichhörnchen halten ohnehin keinen wirklichen Winterschlaf und wachen immer wieder mal auf, um die eine oder andere Nuss zu suchen. Allzu oft sollten sie das aber nicht tun, ansonsten reicht ihre Energie nicht für den ganzen Winter.

Für Igel, Molche, Kröten und Frösche, die normalerweise bei Kälte Winterschlaf halten, wird der milde Winter nur dann zum Problem, wenn die Temperaturen plötzlich doch noch in den Keller gehen. Es gelingt ihnen dann teilweise nicht schnell genug, sich wieder in ihr warmes Winterquartier zurückzuziehen, sodass einige von ihnen erfrieren können.

So können Sie Wildtieren im Winter helfen Ansehen

Was der milde Winter für die Vögel bedeutet

Für manche Vögel entpuppt sich der milde Winter sogar als Segen: Sie finden reichlich Nahrung auf Feldern, die nicht gefroren sind, Schwäne müssen nicht gegen zugefrorene Seen ankämpfen. Einige Arten – zum Beispiel Kraniche – überwintern mittlerweile nicht einmal mehr im wärmeren Süden, sondern bleiben in Deutschland. Doch auch hier gilt: Die Gefahr droht dann, wenn der Winter mit aller Kraft noch einmal zuschlägt: Wer jetzt schon balzt und Nester baut, hat nur geringe Überlebenschancen – zumindest, wenn die Zugvögel sich dann nicht doch noch für eine Reise in den wärmeren Süden entscheiden.

Milder Winter für Haustiere: Mögliche Risiken durch Zecken

Ein milder Winter ist leider auch für ungeliebte Tiere wie Zecken ein Segen. Sie finden bei den unerwartet warmen Temperaturen viele Wirte und vermehren sich daher besonders stark. Darüber hinaus erwachen die Parasiten dadurch früher aus ihrer Kältestarre, um auf Nahrungssuche zu gehen. Das bedeutet, dass Hunde und Katzen teils schon im Dezember und Januar vor den lästigen Biestern geschützt werden müssen.

Wenn Ihr Haustier an einer Pollenallergie leidet, kann es ebenfalls durch den milden Winter Probleme bekommen. Auch die Pflanzen fangen früher an zu blühen, wenn die warmen Temperaturen einen vorzeitigen Frühlingsanfang vorgaukeln. Ist Ihr Haustier allergisch, können sich infolgedessen früher Symptome zeigen.

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