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Ratten als Haustiere für Kinder: Darauf sollten Sie achten

Ratten sind aktiv, gesellig und intelligent, was sie zu vielseitigen Haustieren macht – auch für Kinder. Dabei gibt es allerdings das Eine oder Andere zu beachten.

Kuckuck, wer schaut denn da aus dem Ärmel? Da scheint sich die süße Ratte wohlzufühlen! Shutterstock / Anna Jurkovska

Kuckuck, wer schaut denn da aus dem Ärmel? Da scheint sich die süße Ratte wohlzufühlen! Shutterstock / Anna Jurkovska

Nicht jeder findet diese kleinen Nager niedlich: Ratten. Dabei wird ihr Haustierpotenzial von einigen unterschätzt. Fakt ist: Wer Ratten als Haustiere besitzt, dem wird so schnell nicht langweilig. Auch für Kinder sind die drolligen kleinen Gesellen gut geeignet, sofern einige Regeln beachtet werden.

Was für die Ratte als Haustier für Kinder spricht

Ratten dienen in Geschichten und Kinderfilmen oft als Bösewichte, wie zum Beispiel in "Der Nussknacker". Aber die kleinen Nager können genauso gut eine Bereicherung sein und sind als Haustiere ebenso gut geeignet wie Hamster, Meerschweinchen und Co.:

  • ● Die Pflege und Betreuung von Ratten lässt sich zeitlich gut in den Alltag integrieren. Auch wenn Sie berufstätig sind und Ihr Kind zur Schule geht: Ist der Käfig der Nager gut ausgestattet, ist es kein Problem für sie, sich den Tag über selbst zu beschäftigen. Idealerweise werden mehrere Tiere angeschafft, dann kommt im Käfig ohnehin keine Langeweile auf.
  • ● Die kleinen Nager sind außerdem in den Morgen- und Abendstunden aktiv. So hat Ihr Kind vor der Schule und nach den Hausaufgaben Zeit, sich um die süßen Fellburschen zu kümmern.
  • ● Ratten sind meist wunderbar gesellige Zeitgenossen. Sie lassen sich, wenn sie sanft an Menschenhände gewöhnt wurden, eher anfassen und streicheln als Meerschweinchen oder Kaninchen. Meist lassen sich die Nager sogar gern verwöhnen wie hier in diesem Video:

  • ● Ratten als Haustiere sind auf jeden Fall abwechslungsreich: Sie sind sehr lebendig, neugierig und schlau! Ratten können für Jung und Alt unter bestimmten Umständen prima Spielgefährten sein. Mit etwas Geduld und Geschick können sogar Kunststücke eingeübt werden!
  • ● Mit einem eigenen Haustier entwickelt Ihr Kind Verantwortungsbewusstsein. Es lernt, mit den Bedürfnissen eines anderen Lebewesens umzugehen und ihm gestellte Aufgaben selbstständig zu übernehmen. Was wollen Mama oder Papa mehr?

Ratten als Haustiere für Kinder: Ab welchem Alter?

Bedenken Sie, dass auch Ratten als Haustiere beschäftigt und umsorgt werden möchten. Kinder sind in bestimmten Phasen ihres Lebens nicht immer motiviert, sich um ein Haustier zu kümmern. Es ist wichtig, dass auch Sie als Eltern sich mit diesem Tier identifizieren können. Letztendlich hängt die Entscheidung, ab welchem Alter eine Ratte in Ihr Zuhause passt, von Ihnen ab: Wie viel Arbeit können oder möchten Sie selbst diesbezüglich übernehmen? Ist Ihr Kind noch keine 8 Jahre alt, rechnen Sie damit, dass Sie fast alle To-dos übernehmen müssen und Ihr Kind nur assistiert.

Kleineren Kindern könnte der Nager entwischen oder herunterfallen und sich verletzen. Auch die Reinigung des Käfigs stellt eine zu große Herausforderung für die Jüngsten dar. Ist Ihr Kind älter als 8 Jahre, hat aber noch keinerlei Erfahrung mit einem Haustier, kann es auch noch zu früh sein. Am besten kommen Ratten für Kinder ab 12 Jahren infrage. In dem Alter können die meisten Kids Aufgaben selbstständig übernehmen. Hier und da kann dennoch mal die Hilfestellung eines Erwachsenen vonnöten sein. Deshalb ist gute Vorbereitung hier das A und O. Informieren Sie sich vor dem Kauf über die artgerechte Rattenhaltung und das richtige Futter.

In jedem Fall ist es ratsam, die Ratten gemeinsam mit Ihrem Kind auszusuchen, den Käfig einzurichten und gleich am Anfang eventuelle Berührungsängste zu nehmen. Klären Sie Ihren Sprössling vorher darüber auf, dass es sich bei einer Ratte nicht um ein Kuscheltier handelt. Der Nager bringt dafür andere Vorzüge mit sich. Bereiten Sie Ihr Kind auch darauf vor, dass Ratten nicht länger als 2-3 Jahre leben. Ist das Tier dann 2 Jahre alt, sollte nochmals darauf hingewiesen werden, sonst ist das Ableben eines der geliebten Haustiere vielleicht ein unerwartet herber Schlag für Ihr Kind.

Ratten in der Gruppe: Unbedingt beachten

Da Ratten Rudeltiere sind und sich in der Gruppe am wohlsten fühlen, sollten Sie sich mindestens 2-3 Tiere anschaffen – je mehr Gefährten, desto besser. Bei einer Mischung aus männlichen und weiblichen Tieren sollte der "Hahn im Korb" frühestmöglich kastriert werden, denn Ratten pflanzen sich rasend schnell fort! Sind mehrere Männchen dabei, sollten diese bestenfalls aus einem Wurf sein. Einander fremde Männchen sind in getrennten Käfigen optimal aufgehoben, weil bei Zusammenführung durch das Revierverhalten Machtkämpfe die Folge sein können – was oft sogar tödlich für eines der Tiere ausgeht. Weibchen gehen mit Neulingen in der Gruppe meist friedlicher um.

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Vorsicht bei Freilauf in der Wohnung

Sicher freut sich Ihr Kind schon, die Ratten in der Wohnung auf Entdeckungstour zu schicken. Bedenken Sie aber unbedingt, dass es sich bei den Tieren um Nager handelt. Ratten wissen nicht, dass Stromkabel gefährlich sind, und können diese einfach durchknabbern. In einem Raum mit großen Schränken ist auch Vorsicht geboten: Ratten laufen gern durch enge Gassen. Ist ein kleiner Racker erstmal hinter dem Schrank verschwunden, ist es schwierig, ihn wieder hervorzulocken. Die Fellburschen sollten ohnehin immer beaufsichtigt werden, wenn Sie an Ihren Holzmöbeln und anderen Gegenständen hängen. Denn viele Materialien betrachten Ratten als durchaus appetitlich.

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