Verhalten

Sozialverhalten von Kaninchen: So klappt das Zusammenleben

Kaninchen sind äußerst soziale Wesen. Ein Leben in der Gruppe ist aufgrund Ihres Sozialverhaltens nicht nur möglich, sondern auch notwendig für eine artgerechte Haltung. Aber es gilt, einige Dinge zu wissen.

Die geselligen Kaninchen leben am liebsten in einer Gruppe – Shutterstock / Rita Kochmarjova

Die geselligen Kaninchen leben am liebsten in einer Gruppe – Shutterstock / Rita Kochmarjova

Kaninchen sind sehr gesellige Tiere und leben auch in der freien Natur zumindest zeitweise in Gruppen, vor allem für mehr Sicherheit. Oft bleibt eine Häsin mit einem Rammler vereint und teilt sich mit ihm eine gemeinsame Höhle. Von der Einzelhaltung eines Hauskaninchens wird deshalb absolut abgeraten. Empfohlen wird die Haltung von mindestens einem Pärchen, zum Beispiel aus Männlein und Weiblein oder Geschwisterpaaren.

Das Sozialverhalten untereinander gestaltet sich bei Hauskaninchen auch etwas anders als bei freilebenden Wildkaninchen, weil letztere auf viele Faktoren wie Wetter, Temperaturen und natürliche Feinde wie Raubtiere eingestellt sind.

Kaninchen unter sich: Sozialverhalten

Wie verhalten sich Hauskaninchen im Bezug auf Konflikte, Territorium und Rangordnung? Grundsätzlich ist es so, dass die Tierchen im Zusammenleben untereinander viel Körperkontakt suchen – sofern alle Umstände bei der Gruppenhaltung optimal gestaltet sind, wie ausreichend Platz und genügend Unterschlupfmöglichkeiten für alle. Es kommt natürlich genauso wie bei Menschen darauf an, ob die Kaninchen sich gegenseitig "grün" sind. Die niedlichen Hasentiere erkennen sich untereinander an Gerüchen und dem äußeren Erscheinungsbild. Die Kommunikation läuft über Laute sowie ihre Körpersprache.

Oft schlafen oder spielen sie miteinander und betreiben gegenseitige Fellpflege – all dies stärkt die Bindung zwischen den Tieren. Bei Kaninchen gehört es auch dazu, gerade bei einer größeren Gruppe, dass es untereinander mal zu Rangordnungskämpfen kommt. Auf diese Weise wird die Hierarchie festgelegt oder erneuert. Eine Rangordnung ist wichtig für ein gut laufendes Gruppenleben. Machtkämpfe sind meist sogar unabhängig vom Geschlecht, also anders als bei vielen anderen Tierarten. Kommt es zu solchen Rangordnungsauseinandersetzungen oder gar Kämpfen um Futter, halten Sie sich zunächst heraus, es sei denn es kommt immer wieder zu Streitigkeiten zweier Kaninchen. Schreiten Sie lieber ein, bevor es arg blutig wird – trennen Sie beide Streithähne in dem Fall zeitweise voneinander. Ranghohe Tiere rammeln auch manchmal ihre Artgenossen, um das Machtverhältnis klar zu stellen.

Kaninchen artgerecht halten: So fühlen sich die Tiere wohl Ansehen

Verhalten bei Eingewöhnung neuer Gruppenmitglieder

Bei einer späteren Zusammenführung von einer Kaninchengruppe und einem neuen Gesellen kann es schon mal zu Reibereien kommen. In der Regel verteidigen Kaninchen vorerst ihr Revier. Oft klappt es später dann aber mit einem Zusammenleben. In der Natur sucht sich ein Weibchen einen Bau, vertreibt in der ersten Zeit jeden Artgenossen der mit einziehen will, duldet dann aber zu gegebener Zeit eine bestimmte Anzahl von Tieren in ihrem Zuhause. Innerhalb einer bestehenden Gruppe herrscht eine feste Rangordnung. Deshalb erweist sich das Eingewöhnen eines neuen erwachsenen Gruppenmitglieds als langwieriges Vorgehen, das Geduld bedarf. Viele Neulinge machen sich klein und stupsen Mitglieder ihrer neuen Gruppe vorsichtig an, um einen ersten Kontakt herzustellen und sich einzugliedern. In dem Fall nimmt Ihr neues Kaninchen die bestehende Rangordnung so an.

Oder eben die Karten werden anhand von Rangordnungskämpfen neu gemischt. Raufen sich der Neuling und ein Gruppenmitglied aber immer wieder, ist Ihre Kreativität gefragt, wenn die Zusammenführung glücken soll: erweitern Sie das Futterangebot und verteilen es an verschiedenen Orten im Gehege; stellen Sie Sichtschutzwände auf, damit sich die Streithähne aus dem Weg gehen können und sorgen Sie für ausreichend Möglichkeiten zur Beschäftigung. Oder teilen Sie das Gehege in einzelne Bereiche mit bestimmten Funktionen ein und trennen sie voneinander ab, wie zum Beispiel in separate Rückzugsorte, Futterstellen und Schlafplätze. Klappt es noch immer nicht mit beiden Tieren "unter einem Dach" sind sie gegebenenfalls nicht kompatibel miteinander und eine Zusammenführung missglückt – auch dies ist möglich. Dann muss der Neuankömmling in ein anderes, liebevolles Zuhause vermittelt werden.

Markierverhalten bei Kaninchen

Für das Markieren des eigenen Reviers haben Kaninchen ein spezielles Rüstzeug: ihre Duftdrüsen am Kinn. Durch das Reiben an Gegenständen beispielsweise wird nun die Geruchsmarke freigesetzt. Des Weiteren markieren Kaninchen mit ihren Fäkalien. Dies tun sie oft dann, wenn ein neues Gruppenmitglied dazukommt. Vor allem Rammler markieren an Reviergrenzen, indem sie Urin aber auch Kot absetzen. Dieses Markierverhalten bringt in dem Fall zeitweise etwas Unsauberkeit in den Käfig oder das Gehege. Ihre Kaninchen fressen gegenseitig ihren Kot? Keine Sorge, das ist unter den Tieren völlig normal und sogar gesund. Bei dem Kot, den Ihre Kaninchen fressen, handelt es sich um sogenannten Blinddarmkot. Er enthält viele lebenswichtige Mineralien.

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