Verhalten

Verhaltensstörungen bei Meerschweinchen erkennen

In der Regel lassen sich Verhaltensstörungen bei Meerschweinchen auf Fehler in der Haltung zurückführen. Gesunde, glückliche Meeris sind aufgeweckt, laufen neugierig in ihrem Gehege umher und unterhalten sich leise quiekend mit ihren Artgenossen. Wirken die Tierchen auffallend ängstlich und scheu, sollten Sie diesem Verhalten auf den Grund gehen.

Dieses Meerschweinchen wirkt neugierig, munter und aufmerksam – ein rundum gesundes Verhalten – Shutterstock / Dev_Maryna

Dieses Meerschweinchen wirkt neugierig, munter und aufmerksam – ein rundum gesundes Verhalten – Shutterstock / Dev_Maryna

Tritt das auffällige Verhalten plötzlich oder erst seit Kurzem auf, empfiehlt sich zur Sicherheit ein Tierarztbesuch – Ihr Meerschweinchen ist möglicherweise krank. Das gilt vor allem für Meeris, die apathisch und antriebslos wirken. Ansonsten ist es sehr wahrscheinlich, dass die Haltungsbedingungen nicht optimal sind.

Wie äußern sich Verhaltensstörungen bei Meerschweinchen?

Meerschweinchen, die unter Stress stehen oder Angst haben, werden oft ganz still. Sie verfallen in eine sogenannte Angststarre. Das passiert zum Beispiel, wenn ein Meeri gestreichelt oder hochgehoben wird. Auch, wenn erwachsene Schweinchen sich ganz eng aneinanderschmiegen, ist das ein Zeichen für Angst. Entspannte Meerschweinchen liegen zwar in der Nähe voneinander, sodass sie sich sehen und riechen können, Körperkontakt ist aber eher ungewöhnlich.

Manchmal lassen sich gestresste Meeris daran erkennen, dass sie mit dem Kopf ihre Einrichtungsgegenstände im Gehege umstoßen. Weitere Verhaltensstörungen können das Knabbern am Käfiggitter und Gehegerand sowie das Fressen von Fell sein. Dabei nagen die Tiere das Fell ihrer Artgenossen an. Aggression ist bei den friedlichen Nagern selten und tritt meist nur im Rahmen von Rangordnungskämpfen und anderen Streitereien mit ihren tierischen Mitbewohnern auf.

Meerschweinchen kaufen: Darauf sollten Sie achten Ansehen

Häufige Ursachen

Sofern Ihr Meerschweinchen körperlich gesund ist, lassen sich die Verhaltensstörungen auf eine nicht artgerechte Haltung zurückführen. Häufige Fehler bei der Meerschweinchenhaltung sind ein zu kleines Gehege, zu wenige Beschäftigungsmöglichkeiten und zu wenige Unterschlupfe. Pro Schweinchen brauchen Sie mindesten 0,5 Quadratmeter Auslauffläche. Die Käfige aus dem Zoohandel sind oft zu klein. Bedenken Sie, dass Sie zusätzlich zur Auslauffläche noch Platz für die Schutzhäuschen, Unterschlupfe, den Futter- und Trinknapf sowie Spielzeug benötigen.

Ohne Spielzeug und andere meerschweinchengerechte Einrichtungsgegenstände wird Meeris schnell langweilig, was zum Beispiel zu Gitterknabbern führen kann. Noch schlimmer ist die Langeweile aber bei Tieren in Einzelhaltung. Meerschweinchen müssen immer mindestens zu zweit, besser noch in größeren Gruppen gehalten werden. Außerdem ist es für das Wohlbefinden der Fluchttiere wichtig, dass sie stets die Möglichkeit haben wegzulaufen und sich zu verstecken, wenn ihnen danach ist.

Ist die Einrichtung des Geheges artgerecht, aber Ihre Schweinchen verhalten sich dennoch merkwürdig, kann es an der Gruppenzusammensetzung liegen. Womöglich vertragen sich die Tiere untereinander nicht. In unserem Ratgeber "Meerschweinchen streiten sich: Was tun?" finden Sie ein paar Tipps, wie Sie Ihren Fellnasen in diesem Fall helfen können.

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