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Was ist ein Einhorn? Wie die Legende um das Fabeltier entstand

Die Einhörner sind los! Spätestens seit dem Animationsfilm "Ich – Einfach unverbesserlich" von 2010 liegt das Einhorn wieder voll im Trend. Doch woher kommt die Legende um das Fabeltier eigentlich? Und warum sind Einhörner so beliebt?

Das Einhorn verdankt seine "Existenz" einem Übersetzungsfehler in der Bibel – Shutterstock / Marben

Das Einhorn verdankt seine "Existenz" einem Übersetzungsfehler in der Bibel – Shutterstock / Marben

Als die kleine Agnes im Film "Ich – Einfach unverbesserlich" mit leuchtenden Augen ein Plüscheinhorn in einer Bude auf dem Rummelplatz entdeckt, ist es um sie geschehen. "Es ist so flauschig, ich werd' wahnsinnig!", quiekt sie entzückt – und tritt damit einen neuen Hype rund um Einhörner los.

Inzwischen gibt es kaum etwas, das sich nicht verkaufen lässt, sobald ein Einhorn seine Hufe im Spiel hat: Stofftiere, Pantoffeln, Socken, pinkfarbene Smoothies, Süßigkeiten und sogar Bratwürste und Klopapier. Was es mit dem Mythos ursprünglich auf sich hat, das erfahren Sie hier.

Was ist ein Einhorn? Magische Eigenschaften des mythischen Wesens

Das Einhorn wird heutzutage als eine Art Pferd dargestellt, das ein langes, gewundenes Horn auf der Stirn trägt. Früher konnte das Einhorn auch in Gestalt einer jungen Ziege mit einem Horn daherkommen. Sein Fell ist meist silbrig-weiß, es wirkt anmutig und von betörender Schönheit. Einhörner symbolisieren für gewöhnlich das Gute und ihnen werden Zauberkräfte nachgesagt. Insbesondere das Horn ist magisch und soll Krankheiten heilen können. Wer aus dem Horn trinkt, soll außerdem immun gegen Gift und Feuer werden.

In Europa und der westlichen Kultur steht das Einhorn für Reinheit, Unschuld und Keuschheit. Das scheue, gütige Wesen hält sich in Wäldern versteckt auf. Der Legende nach können Einhörner nur von Jungfrauen gezähmt werden. In Japan nennt sich das Einhorn "Kirin" und ist ein mutiges Wesen, das Verbrecher aufspürt und mit seinem Horn durchbohrt. Das chinesische Einhorn heißt "Qilin" und ist durch und durch pazifistisch. Das friedfertige Fabeltier tut keiner Fliege etwas zuleide und seine Anwesenheit ist stets ein gutes Omen.

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Das Einhorn in der Bibel: Ein Übersetzungsfehler?

Der Mythos des Einhorns hat seinen Ursprung wahrscheinlich in einem Übersetzungsfehler. Im dritten Jahrhundert vor Christus wurde das Alte Testament der Bibel aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt. Dabei stießen die Übersetzer immer wieder auf ein mysteriöses Tier, das auf Hebräisch "Re'em" genannt wurde. Sie rätselten lange, um was für ein Geschöpf es sich dabei handeln könnte.

Sie einigten sich schließlich auf den Begriff "monókerōs", auf Deutsch: "Ein-Horn". Im Lateinischen wurde das Wesen als "unicornis" bezeichnet, was Martin Luther später mit "Einhorn" übersetzte, als er die Bibel ins Deutsche übertrug. Allerdings war nicht das pferdeähnliche Fabeltier mit dem magischen Horn gemeint, sondern der Auerochse. Der hat zwar zwei Hörner, wurde auf antiken babylonischen Reliefs und Wandmalereien aber von der Seite dargestellt. Im Profil aber verdeckt das eine Horn das andere, sodass es wie ein einziges Horn auf der Stirn erscheint.

Den Übersetzungsfehler entdeckte man erst im 18. Jahrhundert – als das Einhorn schon längst seinen festen Platz in der Welt der Mythologie hatte. Zudem beschwörten im Laufe der Geschichte immer wieder einflussreiche Persönlichkeiten wie Marco Polo, dass sie ein Einhorn gesehen hätten. In Wahrheit hatten sie vermutlich nur davon gehört, das Nashorn mit dem Einhorn verwechselt, oder eine Antilope mit einem abgebrochenem Horn erblickt. Möglich ist auch, dass sie ein Huftier zu Gesicht bekommen haben, das aufgrund einer Mutation zufällig nur ein Horn auf der Stirn tragen, wie das einhörnige Reh in Italien im Jahr 2008 aus dem Video:

Der Einhorn-Trend in der Gegenwart: Fabeltier in Literatur und Film

Das wunderschöne, liebenswerte Fabeltier ist heute aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken. Filme wie "Das Letzte Einhorn" (1982), das auf der Buch-Trilogie von Peter S. Beagle beruht, scheinen die Sehnsucht nach Frieden und Güte im Menschen zu berühren. Diverse Fantasy-Romane erwähnen Einhörner, die magische Kräfte haben, gleichzeitig aber sehr scheu und oft einsam sind.

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