Ernährungstipps

Hundeernährung gegen Stress für nervöse Vierbeiner

In Sachen Hundeernährung ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Die einen Hundefreunde schwören aufs Barfen, die anderen auf hochwertiges Fertigfutter. Wenn Ihr Hund zu Nervosität neigt, unruhig oder unsicher ist, kann das richtige Futter dazu beitragen, seinen Stress zu lindern. Tipps dazu finden Sie hier.

Die Hundeernährung kann großen Einfluss auf Stimmung und Verhalten Ihres Vierbeiners haben – Shutterstock / Irina Kozorog

Die Hundeernährung kann großen Einfluss auf Stimmung und Verhalten Ihres Vierbeiners haben – Shutterstock / Irina Kozorog

Wichtig ist jedoch, dass Sie sich nicht nur auf die Hundeernährung verlassen, wenn Ihr Vierbeiner unter Stress leidet. Konditionierte Entspannung, der passende Hundesport und geistige Beschäftigung für Ihren Hund tragen ebenfalls dazu bei, dass Ihr tierischer Freund entspannt, ausgeglichen und glücklich ist. Nichtsdestotrotz hat die Ernährung einen Einfluss auf den Botenstoffwechsel im Gehirn und dieser beeinflusst wiederum die Stimmung und das Verhalten Ihres Haustiers.

Kohlenhydrate wichtig für die Hundeernährung

Anders als Katzen sind Hunde keine reinen Fleischfresser, sondern Allesfresser. Fleisch und hochwertige Proteine sind zwar unverzichtbar, aber Hunde brauchen auch Kohlenhydrate für einen gesunden Stoffwechsel. Der britische Tierpsychologe Roger Mugford hat sich mit der Hundeernährung und ihrem Einfluss auf das Hundeverhalten beschäftigt und fand Hinweise darauf, dass Hunde weniger aggressiv sind, wenn der Proteingehalt ihres Futters lediglich 15 bis 18 Prozent beträgt. Die restlichen 82 bis 85 Prozent sollten laut Mugford zu einem Großteil aus Kohlenhydraten bestehen und nur zu einem kleinen Teil aus hochwertigen Fetten und Ölen, da das Futter sonst zu kalorienreich wäre und die Hunde schnell Übergewicht bekämen.

Aber welche Kohlenhydrat-Lieferanten sind für Hunde gesund? Mit gekochten Kartoffeln machen Sie in der Regel nichts verkehrt, auch gekochte Süßkartoffeln vertragen Hunde in der Regel gut. Vollkornreis ist ebenfalls eine gute Quelle für Kohlenhydrate, ebenso das sogenannte Pseudo-Getreide Quinoa. Echtes Getreide in der Hundeernährung wird oft verteufelt, da in minderwertigem Fertigfutter oft qualitativ fragwürdiges Getreide als Füllstoff dient. Hochwertiges Vollkorngetreide wie Gerste, Dinkel, Roggen, Hirse oder Hafer bekommt den meisten Vierbeinern jedoch recht gut, vorausgesetzt, Sie weichen das Getreide über Nacht in Wasser ein und kochen es kurz auf. Sonst kann Ihr Hund es nicht gut verdauen und alle Nährstoffe aufspalten. Hafer- oder Hirseflocken sind außerdem eine mögliche Ergänzung zum Hundefutter.

Hundefutter: 5 Inhaltsstoffe, die kein Hund braucht Ansehen

Einfluss der Aminosäure Tryptophan gegen Stress

Proteine setzen sich aus sogenannten essenziellen Aminosäuren zusammen. Eine dieser Aminosäuren ist Tryptophan, das nach der Aufnahme über die Nahrung im Körper zum Botenstoff Serotonin umgewandelt wird. Dieser Botenstoff wiederum gilt als "Glückshormon", da er wesentlich zu einer positiven Grundstimmung beiträgt und für ein ausgeglichenes Verhalten sorgt. Ein Mangel an Serotonin hingegen sorgt bei Mensch und Tier für Depressionen und kann aggressives Verhalten begünstigen. Das heißt, eine Hundeernährung gegen Stress sollte die Serotoninproduktion im Gehirn anregen.

Nun wäre es aber zu einfach, schlichtweg mehr Tryptophan zu füttern, damit der Körper die Aminosäure zu Serotonin verstoffwechselt. Denn an der Serotoninbildung sind noch andere Nährstoffe beteiligt: Vitamin B6, Folsäure und Magnesium. Außerdem muss der Tryptophan-Gehalt im Futter im Verhältnis zu den anderen Aminosäuren höher sein, damit er einen Einfluss auf die Serotoninbildung hat. Das ist zum Beispiel bei Lammfleisch der Fall, es gibt jedoch auch Nahrungsergänzungsmittel mit Tryptophan.

Achtung! Wenn Ihr Hund unter Stress zu leiden scheint, sehr unruhig und nervös wirkt, sollten Sie zuerst zum Tierarzt gehen und Ihren Vierbeiner durchchecken lassen. Gut möglich, dass sein Verhalten auf eine Krankheit hinweist, und mit seiner Ernährung nicht so viel zu tun hat. Auch, bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel geben, ist ein vorheriger Tierarztbesuch ratsam. Der Mediziner kann Ihnen Tipps zur richtigen Dosierung und Zusammensetzung geben und gemeinsam mit Ihnen besprechen, ob sich die benötigten Nährstoffe nicht auch über die Hundeernährung alleine decken lassen.

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