Trainingsmethoden

Targettraining für Hunde: Was ist das und wie geht es?

Beim Targettraining für Hunde geht es darum, dass Ihr Vierbeiner mit einem Körperteil wie etwa der Pfote oder der Nase ein Ziel (englisch: Target) berührt. Das vielseitige Training bietet dabei verschiedene Möglichkeiten und ist für nahezu jeden Hund geeignet, egal ob Welpen oder Senioren, egal ob klein oder groß.

Eine klassische Übung beim Targettraining ist das Kinngeben, bei dem der Hund seinen Kopf auf die geöffnete Hand legt – Shutterstock / a katz

Eine klassische Übung beim Targettraining ist das Kinngeben, bei dem der Hund seinen Kopf auf die geöffnete Hand legt – Shutterstock / a katz

Ihr Hund lernt beim Targettraining, mit Pfote, Nase, Kinn, Stirn und nahezu allen denkbaren Körperteilen ein von Ihnen festgelegtes Ziel zu berühren. Dies kann beispielsweise Ihre Hand sein, aber auch ein bestimmtes Zielobjekt, auf das Sie zeigen. Am bekanntesten ist wahrscheinlich das klassische Pfötchengeben, was eine Basisübung beim Targettraining ist, und unten näher erklärt wird. Die meisten Hunde haben großen Spaß dabei, die Aufgabe zu erfüllen und verbessern gleichzeitig ihre Geschicklichkeit bei den Übungen.

Targettraining mit dem Hund: Basics

Die grundlegenden Übungen beim Targettraining mit dem Hund sind insbesondere das Pfotentarget (Pfötchengeben), Nasentarget, Körpertarget und Looktarget:

  • Pfotentarget: Beim Pfötchengeben geht es in der Basis darum, dass der Hund Ihre Hand mit seiner Pfote berührt, sobald Sie ihm diese hinhalten. Die Übung kann wie die anderen auch beliebig erweitert werden. So soll der Hund beispielsweise einen Gegenstand mit der Pfote berühren oder seine Hinterpfoten auf etwas draufstellen.
  • Nasentarget: Das Nasentaget funktioniert quasi wie das Pfotentarget, nur, dass die Berührung mit der Hundenase vollzogen wird. So soll der Wuff beispielsweise Ihre Hand mit der Nase anstupsen.
  • Körpertarget: Neben Pfoten und Nase können theoretisch auch alle anderen Körperteile beansprucht werden, etwa die Hundestirn oder das Kinn.
  • Looktarget: Diese Form des Targettrainings kommt ganz ohne Körperkontakt aus. Es geht beim Looktarget nur darum, dass der Hund das Ziel anschaut und nicht berührt.

Targettraining für Anfänger: Pfötchengeben leicht gemacht

Für das Pfötchengeben – wahrscheinlich die einfachste Übung des Targettrainings – benötigen Sie ein paar Leckerlis und ein wenig Geduld. Um Ihrem Hund den Trick beizubringen, zeigen Sie ihm das Hundeleckerli und verstecken es dann in ihrer Faust. Ihr Hund wird nun versuchen, an das gute Stück zu gelangen. Wenn er irgendwann mit einer Pfote gegen Ihre Faust stößt, geben Sie ihm das Leckerli. Dies wiederholen Sie über einen gewissen Zeitraum so lange, bis Ihr Hund den Zusammenhang zwischen Leckerli und Pfotenberührung versteht.

Im nächsten Schritt sagen Sie immer ein bestimmtes Kommando, wenn Ihr Hund durch Pfotegeben an das Leckerli gelangt. So konditionieren Sie Ihren Vierbeiner auf das Kommando – etwa "Pfote", "Gib Fünf" oder "Pfötchen". Wiederholen Sie auch das so lange, bis Ihr Hund die Zusammenhänge versteht und lassen Sie nach und nach die Leckerlis weg. Trainieren Sie das Pfötchengeben nur, wenn Ihr Hund mit dem Hinterteil auf dem Boden sitzt und die Vorderpfoten frei hat.

Konsequenz in der Hundeerziehung: Tipps Ansehen

Targettraining mit einem Targetstick

Ein beliebtes Hilfsmittel beim Targettraining ist der Targetstick. Der Stab wird circa einen halben Meter von Ihrem Hund entfernt auf dessen Nasenhöhe gehalten. Warten Sie nun ab, bis der Stab das Interesse Ihres tierischen Partners weckt und er näher kommt. Stupst Ihr Hund den Stab mit der Nase an, geben Sie ihm sofort ein Leckerli oder klicken Sie, wenn Sie einen Clicker verwenden. Wiederholen Sie das Ganze so lange, bis Ihr Sofawolf den Zusammenhang zwischen Nasestupsen (Nasentarget) und Leckerli versteht. Stößt er den Targetstab mit der Zeit sicher an, auch nachdem Sie die Gabe von Leckerlis abgesetzt haben, können Sie versuchen, den Targetstab an bestimmte Gegenstände zu halten. Ihr Hund sollte nun die berührten Gegenstände auch mit der Nase anstupsen und dafür dann wieder Leckerlis erhalten, die Sie natürlich wieder nach einer gewissen Zeit absetzen.

Wichtig: Beim Targettraining mit dem Hund sollten Sie niemals die Geduld verlieren. Ihrem Hund muss die Aufgabe Spaß machen – Zwang und Ungeduld sind kontraproduktiv. Seien Sie geduldig und überfordern Sie Ihren Hund bitte niemals.

Diese Themen zur Hundeerziehung könnten Sie auch interessieren:

Welche Hunderassen eignen sich für Agility?

Labrador-Training: Mit Hundesport für Auslastung sorgen

Darum geht es beim Obedience Training für den Hund

14.04.2018 - 07:00 Uhr Niedrige und hohe Reizschwelle: Was heißt das? In Zusammenhang mit Hunden ist oft von Reizschwelle die Rede. Doch was genau bedeutet der Begriff eigentlich? ... Weiterlesen
09.04.2018 - 08:19 Uhr Dem Hund das Kommando "Fuß" beibringen Wenn Sie Ihrem Hund das Kommando "Fuß" beibringen möchten, sollten Sie das Training am besten schon im ... Jetzt ansehen
28.03.2018 - 10:00 Uhr Hundeerziehung: Brauchen Hunde Abhärtung? Auf Hundewiesen, beim Spaziergang oder in der Hundeschule fällt gelegentlich der Satz: "Da muss er durch!" ... Weiterlesen
08.03.2018 - 08:20 Uhr Wann beginnt die Hundeerziehung? Die Hundeerziehung beginnt schon im sehr jungen Alter, wenn die Vierbeiner noch Welpen sind. Allerdings gibt ... Weiterlesen
04.03.2018 - 08:08 Uhr Tauziehen und Zerrspiele mit dem Hund Für Ihren Hund sind Zerrspiele wie Tauziehen eine wunderbare Gelegenheit, seinen Instinkten zu folgen und ... Weiterlesen
25.02.2018 - 10:00 Uhr Den Hund an die Leine gewöhnen Halsband und Leine sind für den Hund keine natürliche Sache, doch ohne geht es heute leider nicht mehr. ... Weiterlesen