Anschaffung

Frettchen als Haustier: Wichtige Infos vor der Anschaffung

Wer ein Frettchen als Haustier halten möchte, sollte diese Entscheidung nicht übereilt treffen. Die niedlichen Mardertiere brauchen unbedingt Artgenossen, ausreichend Platz und Spielmöglichkeiten sowie genug Auslauf. Hier finden Sie ein paar wichtige Hinweise, die Sie vor der Anschaffung beachten sollten.

Frettchen fühlen sich mit einem Frettchenkumpel am wohlsten – Shutterstock / Couperfield

Frettchen fühlen sich mit einem Frettchenkumpel am wohlsten – Shutterstock / Couperfield

Ein Frettchen als Haustier zu halten ist eine Bereicherung, aber nur, wenn der zahme Cousin vom Iltis sich in Ihrer Wohnung wohlfühlt. Mit den folgenden Tipps gewinnen Sie einen Eindruck darüber, ob die Tierchen für Sie geeignet sind.

Welchen Charakter haben Frettchen?

Wer sich ein Frettchen als Haustier zulegt, bekommt einen quirligen, pfiffigen und neugierigen kleinen Kobold. Die Marderverwandten sind außerdem sehr gesellig und brauchen unbedingt mindestens einen Artgenossen als Spielgefährten. In größeren Gruppen fühlen sie sich meist noch wohler. Frettchen erkunden gern ihre Umgebung und sind dabei nicht gerade zimperlich. Die entdeckungsfreudigen Fellschnuten wuseln bei ihren Touren überall herum – da gehen schnell Blumentöpfe und Vasen kaputt, Kabel werden angebissen oder Bücher aus den Regalen geräumt. Außerdem sind die frechen Kobolde sehr verspielt und brauchen ausreichend Beschäftigung. Sie lassen sich ein wenig erziehen, sind jedoch insgesamt recht eigensinnig. Trotzdem ist es möglich, sie stubenrein zu bekommen. In der Regel werden Frettchen als Haustier bei artgerechter Haltung recht schnell zutraulich und sind dann auch sehr verschmust und kuschelbedürftig. Viele lassen sich außerdem ans Laufen an der Leine gewöhnen.

Zehn Gründe, warum Frettchen gute Laune machen Ansehen

Wie viel Platz und Zeit braucht ein Frettchen als Haustier?

Die Fellschnuten lassen sich gut in der Wohnung halten, vorausgesetzt, diese ist frettchensicher eingerichtet und die Tierchen haben ein schönes großes Gehege. Für zwei Frettchen sollte die Grundfläche mindestens um die zwei Quadratmeter betragen, wobei das Gehege am besten über mehrere Etagen geht. Im Handel finden sich selten geeignete Käfige, ein Eigenbau ist meist das Beste. Auf diese Weise können die Schnuffelnasen klettern und spielen, während Sie bei der Arbeit sind. Noch toller ist es für die Frettchen, wenn sie in der Wohnung ein eigenes Zimmer für sich haben, das entsprechend eingerichtet ist, zum Beispiel, mit einem Katzenkratzbaum zum Klettern. Ein Gehege im Garten oder auf dem Balkon ist ebenfalls eine Möglichkeit, doch dieses ausbruchsicher und frettchentauglich einzurichten, gestaltet sich schwieriger als beim Innengehege, da die Kobolde echte Ausbruchskünstler sind.

Bis zu 18 Stunden täglich schlafen Frettchen und können sich dabei dem Tagesrhythmus ihrer Menschen anpassen. Das heißt, es ist normalerweise kein Problem, trotz Vollzeitjob ein Frettchen als Haustier zu halten, sofern Sie sich ausgiebig mit den Fellschnuten beschäftigen, wenn Sie zu Hause sind. Vier bis sechs Stunden Auslauf in der Wohnung brauchen Frettchen täglich, dann können sie auch die restliche Zeit in ihrem Gehege ruhen, fressen und spielen. Ein weiterer Hinweis: Nicht jeder Tierarzt kennt sich mit den Mardertieren und ihren Besonderheiten aus. Erkundigen Sie sich bei den Tierärzten in Ihrer Umgebung, ob ein Frettchenexperte dabei ist, damit es später keine Probleme gibt.

Weitere Grundausstattung für Frettchen als Haustier

Sie sehen zwar niedlich aus, doch Frettchen sind wie Hunde und Katzen Raubtiere und Fleischfresser. Dennoch haben sie eigene Ansprüche an ihr Futter, die sich von der Hundeernährung und Katzenernährung unterscheiden. Barfen, also Rohfleischfütterung, eignet sich auch für Frettchen, erkundigen Sie sich jedoch vor der Anschaffung beim Züchter oder bei der Frettchenhilfe danach, worauf Sie bei der Nährstoffzusammensetzung achten müssen. Ansonsten gibt es für die Mardertiere spezielles Trockenfutter und Nassfutter. Neben einem Fressnapf benötigen Frettchen einen Wassernapf und ein kleines Häuschen oder eine Höhle pro Tier bei der Futterstelle – die zahmen Iltis-Cousins fressen gern in Ruhe und Geborgenheit. Auch sonst brauchen Sie viele Verstecke, Ruheplätze und Klettermöglichkeiten für das Gehege: Tunnel, Hängematten, Höhlen, alte Kleidung, ausrangierte Handtücher und Stoffreste sorgen für Behaglichkeit. Spielzeug, das eigentlich für Katzen gedacht ist, lässt sich prima zum Bespaßen der Frettchen verwenden.

Als "stilles Örtchen" können Sie eine Katzentoilette ohne Abdeckung nutzen und diese mit Katzenstreu füllen. Die buddelfreudigen Gesellen freuen sich außerdem zusätzlich über eine Kiste mit Sand oder Erde und Laub zum Spielen. Bedenken Sie, dass Sie die gesamte Wohnung frettchentauglich vorbereiten müssen. Das bedeutet, dass sämtliche Kabel und Steckdosen gesichert, die Regale mit Büchern und anderen Sachen am besten verschließbar sind und es darf nichts herumliegen, was den Tierchen gefährlich werden könnte. Sie verstecken sich außerdem gern in Ritzen und Schlitzen, passen Sie also gut auf, wenn Sie sich aufs Sofa setzen, die Waschmaschine oder den Trockner anstellen. Zählen Sie lieber vorm Anschalten nach, ob alle Ihre Frettchen in Sicherheit sind.

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