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Mäusekäfig selber bauen: Tipps für das Nagerparadies

Wenn Sie einen Mäusekäfig selber bauen möchten, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihren possierlichen Nagern ein wahres Paradies zu basteln, das genau auf die Ansprüche der Kleinen abgestimmt ist. Die folgenden Tipps sollten Sie dabei beherzigen.

"So, dann komm ich mal aus dem Schlafhaus und schau mich ein wenig in meinem Mäusegehege um" – Shutterstock / Shcherbakov Ilya

"So, dann komm ich mal aus dem Schlafhaus und schau mich ein wenig in meinem Mäusegehege um" – Shutterstock / Shcherbakov Ilya

Natürlich können Sie ein Mäusegehege im Zoofachhandel kaufen, etwa in Form eines Terrariums. Leider erfüllen die gekauften Nagerheime selten alle Ansprüche an ein tiergerechtes Wohnen, sodass Sie auf der sicheren Seite sind, wenn Sie einen Mäusekäfig selber bauen. Dies können Sie, sollten Sie handwerklich geschickt sein, selber machen oder bei einem Fachbetrieb in Auftrag geben. Worauf es ankommt, lesen Sie im Folgenden.

Die richtige Größe des Mäusegeheges

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ihre Mäuse unterzubringen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Mäusekäfig groß genug ist. Dabei gilt: Zu groß gibt es nicht. Eine Mindestgröße von 80 (Länge) x 50 (Breite) x 50 (Höhe) Kubikzentimeter muss in jedem Fall gegeben sein – besser ist eine Länge von mindestens einem Meter für Ihre Mäusegruppe. Ideal ist für eine Mäusefamilie von zehn Tieren ein Gehege, das die Maße 120 x 60 x 80 Kubikzentimeter aufweist.

Mäusekäfig selber bauen: Grundlegende Tipps

Ein Eigenbau mit Gittern ist eine sehr empfehlenswerte Konstruktion. Der Mäusekäfig kann individuell und nach Ihren Wünschen gestaltet werden. Es herrscht ein guter Luftaustausch und Trinkflaschen sowie Etagen, Hängematten und Co. können einfach an den Gitterwänden befestigt werden. Wichtig ist, dass das Gitter von Käfigen einen Maximalabstand von 0,8 Zentimetern nicht überschreitet – andernfalls können sich die wendigen Nager hindurchquetschen oder zwischen dem Draht steckenbleiben und schlimmstenfalls ersticken. Eine Möglichkeit ist engmaschiger Volierendraht, ein verzinktes und punktgeschweißtes Gitter mit quadratischen Maschen.

Wenn Sie ein Mäusegehege selber bauen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie den einzelnen Tieren der Mäusegruppe genügend Rückzugsraum geben. Dies erreichen Sie durch das Einbauen mehrerer Etagen, auf denen die Fellnasen Nester bauen und herumlaufen können. Wichtig ist generell auch die Einstreu, beispielsweise Hanfstreu, Maisstreu, Leinstreu oder Miscantus. Naturgemäß fühlen sich Mäuse nur wohl, wenn sie ausreichend viel graben und buddeln können – sparen Sie daher nicht an der Einstreu.

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Auf giftige und scharfkantige Materialien und Gegenstände verzichten

Die Sicherheit Ihrer Tiere steht an oberster Stelle. Verzichten Sie auf giftige Stoffe im Mäusegehege. Denken Sie daran, dass Mäuse wie auch Hamster oder Ratten alles anknabbern und zum Beispiel Plastik- oder Silikonteile verschlucken könnten. Verwenden Sie nur ungiftige Lacke, um die Holzbauteile des Käfigs vor dem Urin der Heimtiere zu schützen. Gut sind für Kinderzimmereinrichtungen zugelassene Produkte, die keine schädlichen Ausdünstungen abgeben. Lacke auf Wasserbasis sind besonders schonend, was auch für Holzleim gilt, den Sie verwenden.

Was das Baumaterial selbst betrifft, kommt es auf das richtige Holz an. Verzichten Sie auf stark harzende oder riechende Hölzer wie die von Nadelbäumen. Besser geeignet ist unter anderem Holz von Esche, Birke, Buche, Erle, Linde, Walnuss oder Weide. Sperr- und Leimholz ist zu dünn für die Gehegewände, eignet sich aber prima zum Bau von Etagen. Auf rostanfälliges Metall sollten Sie grundsätzlich verzichten, da diese nicht gut für die Mäusepfoten sind und für ein schlechtes Klima sorgen. Was die Schrauben betrifft, sollten Sie spezielle Holzschrauben verwenden und darauf achten, dass diese nie ganz durch das Holz gehen (Verletzungsgefahr!). Generell ist es wichtig, dass keine scharfkantigen Ecken und Kanten und auch keine Spitzen im Gehege vorzufinden sind, an denen sich die Stupsnasen verletzen könnten.

Wie Sie Ihren Mäusekäfig einrichten, erfahren Sie im Ratgeber: "Mäusekäfig einrichten: Artgerechte Haltung der Nager".

Exkurs: Ein Terrarium oder Aquarium als Mäusekäfig – geht das?

Sie können theoretisch ein Terrarium oder ein umfunktioniertes Aquarium als Mäusegehege nutzen. Diese haben keine störenden Gitterstäbe, geben durch das Glas einen perfekten Blick ins Innere preis und Streu kann beim Graben der Wühler nicht herausfallen. Allerdings haben diese Gehege-Arten einen entscheidenden Nachteil: Es herrscht im Inneren ein sehr schlechter Luft- und Wärmeaustausch. Ein Mäuseterrarium beziehungsweise –aquarium muss daher entweder sehr groß oder sehr flach sein, damit speziell Gase aus Atmung und Ammoniak (Urin) entweichen können. Zudem kann sich Feuchtigkeit stauen, was zu Schimmelbildung führt.

Eine gute Belüftung ist hier Pflicht, da Ihre Tierchen sonst gesundheitliche Probleme bekommen könnten. Weitere Nachteile sind das nicht immer einfache Anbringen einer Trinkflasche und die Unhandlichkeit eines Glaskastens, was die Reinigung erschwert. Tipp: Besser ist es, wenn Sie die Glaswände durch mäusegerechtes Gitter ersetzen.

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