Ernährungstipps

Was fressen Mäuse? Richtige Ernährung der kleinen Nager

Wer schon einmal Besuch von einer Hausmaus in der Speisekammer hatte, weiß: Mäuse sind bei ihrer Ernährung nicht unbedingt wählerisch und fressen alles Mögliche. Die zahmen Cousins der Hausmäuse brauchen allerdings ein etwas ausgewogeneres Futter, wenn sie ein langes, gesundes Leben führen wollen.

Was diese kleine Maus wohl zwischen ihren Pfoten hält? Es scheint ihr jedenfalls zu schmecken – Shutterstock / Nature Art

Was diese kleine Maus wohl zwischen ihren Pfoten hält? Es scheint ihr jedenfalls zu schmecken – Shutterstock / Nature Art

Die Fertigmischungen für Mäuse aus dem Handel sind nicht immer das optimale Futter für die kleinen Nager. Oft ist zu viel Fett enthalten und sogenannte Pellets fressen die Tiere nicht. Wie Sie stattdessen eine gesunde Ernährung für die Winzlinge zusammenstellen, verraten die folgenden Tipps.

Mäuse fressen vieles, aber nicht alles ist gesund

Der Grund, warum wilde Hausmäuse sich an allen verfügbaren Vorräten gütlich tun, ist der, dass ihnen keine andere Wahl bleibt. Schließlich haben die Nager viele Feinde – Katzen sehen sie als Beutetier, genau wie Füchse oder Raubvögel. Außerdem mögen die wenigsten Menschen eine Maus im Haus haben, eben da sie gern die Speisekammer plündert oder Kleidung zerknabbert, sich aus den Resten ein Nest baut oder sie als Toilette benutzt. Sprich: Die wilden Mausverwandten müssen fressen, was sie kriegen können und haben auch dann keine hohe Lebenserwartung. Bei zahmen Mäusen hingegen können Sie auf die Ernährung achten, damit sie weder zu viel noch das Falsche fressen. Zucker brauchen die Nager überhaupt nicht, Futter mit Salz sollte – wenn überhaupt – nur sehr sparsam gegeben werden. Darüber hinaus muss der Fettanteil im Auge behalten werden, denn bei zu fettreichem Futter droht Übergewicht.

Leider sind Fertigmischungen für Mäuse oft zu fetthaltig, da der Anteil an Sonnenblumenkernen und Erdnüssen zu hoch ist. Des Weiteren finden sich im Fertigfutter häufig sogenannte Pellets, bunte, gepresste kleine Stangen, bei denen niemand so genau weiß, was da drin ist, und ob es für die Nager gesund ist. Werfen Sie beim Kauf von Körnermischungen zunächst einen Blick auf die Zutatenliste auf der Verpackung. Der Anteil stärkereicher Körner wie Hirse, Weizen, Dinkel, Gerste, Buchweizen oder Grassamen sollte mindestens 60 bis 70 Prozent betragen. Reis- und Maisflocken sind ebenfalls in Ordnung. Der Anteil fetthaltiger Körner beträgt am besten nur zwischen fünf und zehn Prozent. Dazu gehören Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Hanf sowie Leinsamen und Sesam. Letztere sind durch ihren hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren besonders zu empfehlen. Der Rest sollte proteinreiche Kost enthalten, also Erbsenflocken, Hafer oder Glanz.

Ernährung: Grünfutter und Gemüse für Mäuse

Für eine gesunde Ernährung brauchen Mäuse zusätzlich sogenanntes Saftfutter. Damit sind frische, wasserhaltige Lebensmittel gemeint, zum Beispiel Gemüse, Obst, Gräser und Kräuter. Obst sollte nur in ganz kleinen Mengen, etwa ein winziges Stückchen zwei- bis dreimal die Woche, gegeben werden, da es viel Zucker enthält, den die Nager nicht gut verdauen können und der ihren Zähnen schadet. In der Natur fressen die Tiere gern Wurzeln, Knollen, Gras und Wildkräuter. Wurzelgemüse wie Karotten, Topinambur, Pastinaken und Steckrübe schmeckt den meisten Mäusen und enthält für sie wichtige Nährstoffe. In kleinen Mengen wird zudem Blattgemüse gut angenommen und vertragen. Bei Salat sollten Sie den Strunk und die äußeren Blätter entsorgen, da dort zu viele Schadstoffe enthalten sein können. Bekommt Ihre Maus davon jedoch Durchfall, verzichten Sie besser darauf.

Weitere geeignete Gemüsesorten sind zum Beispiel Brokkoli, Kohlrabi, Blumenkohl oder Chinakohl sowie Gurken. Des Weiteren freuen sich Mäuse über frisches Wiesengrün, etwa Gras oder Löwenzahn. Pflücken Sie jedoch nicht zu nah an einer viel befahrenen Straße und möglichst nicht an Stellen, wo Hunde sich oft aufhalten. Sonst ist das Grün womöglich mit Abgasen oder Urin belastet. Von Gräsern und Kräutern mit Vogelkot sollten Sie ebenfalls die Finger lassen, da es die Nager krank machen kann.

Wieso beißt die Maus keinen Faden ab? Ansehen

Wichtig für die Mäusezähne: Raufutter und Zweige

Wie bei anderen Nagetieren auch, wachsen die Mäusezähne kontinuierlich nach. Werden sie durch das Fressen nicht regelmäßig abgewetzt, kann dies zu Zahnfehlstellungen und schweren Verletzungen führen. Daher sollte unbedingt auch sogenanntes Raufutter auf dem Speiseplan stehen. Zudem sind die im Raufutter enthaltenen Rohfasern und Ballaststoffe für die Mäuseverdauung wichtig. Der kleine Mäusemagen hat nicht genug Kraft, um das Futter eigenständig in den Darm zu befördern, daher braucht es die Fasern und Ballaststoffe, um die Nahrung in den Verdauungstrakt zu schieben. Frisches, hochwertiges Heu gehört in jeden Mäusekäfig, aber auch Zweige sind zum Knabbern hervorragend geeignet. Ungiftige Zweige kommen zum Beispiel vom Apfel- und Birnenbaum, von der Pappel sowie dem Haselnuss-, Heidelbeer- und Johannisbeerstrauch.

Tierische Proteine dürfen nicht fehlen

Anders als Kaninchen brauchen Mäuse tierische Proteine, um gesund zu bleiben. Im Zoofachhandel gibt es dafür Mehlwürmer, Heimchen und Grillen, die den Nagern lebend gegeben werden können. Mehlwürmer enthalten allerdings viel Fett, gehören daher nur selten auf den Speiseplan. Erstaunlicherweise sind bestimmte Trockenfuttersorten für Hunde und Katzen auch für ihre Beutetiere verträglich. Dass kein Zucker darin sein darf, versteht sich von selbst, außerdem sollte es kein Taurin und so wenig Salz wie möglich enthalten. Kleine Stückchen von hartgekochten Eiern sowie zuckerfreie, magere Milchprodukte wie Quark und Joghurt sowie ungesalzener Hüttenkäse sind ebenfalls gute Proteinquellen. Auch, wenn es ein verbreitetes Klischee ist: Käse sollten die Nager wegen des hohen Salz- und Fettgehalts am besten gar nicht fressen.

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