Im Alter

Demenz bei Tieren: Warum eine Diagnose schwierig ist

Es kommt immer häufiger zu Demenz bei Tieren, da Hund und Katze durch Fortschritte in der Veterinärmedizin und in der Ernährung eine immer höhere Lebenserwartung haben. Wie beim Menschen tritt auch bei unseren tierischen Weggefährten Alzheimer vor allem im Alter auf. Warum ist die Diagnose aber trotzdem schwieriger?

Hund und Katze werden immer älter; dadurch steigen jedoch auch die Fälle von Demenz bei Tieren – Shutterstock / Chendongshan

Hund und Katze werden immer älter; dadurch steigen jedoch auch die Fälle von Demenz bei Tieren – Shutterstock / Chendongshan

Die Diagnose von Demenz bei Tieren wird dadurch erschwert, dass Hunde und Katzen nicht sprechen können. Viele Tests, die zur Alzheimerdiagnose bei Menschen eingesetzt werden, sind daher nicht möglich. Die Tierärzte gehen daher nach dem Ausschlussverfahren vor, wenn der Verdacht auf eine altersbedingte kognitive Dysfunktion besteht.

Demenz bei Tieren: Mögliche Symptome

Die Symptome einer Demenz bei Tieren ähneln denen von Alzheimer beim Menschen. Dazu gehören:

● Desorientiertheit und Verwirrung

● Interaktionsverhalten ändert sich

● Schlaf-Wach-Rhythmus ändert sich

● Verlust von Interessen und Antrieb

Stubenreinheit lässt nach

● Hunde vergessen bekannte Kommandos

Sie beobachten Ihre Katze oder Ihren Hund womöglich dabei, wie das Tier ziellos auf- und abläuft. Vielleicht bleibt es manchmal an einer Stelle stehen und wirkt, als hätte es vergessen, was es vorhatte. Hunde, die schon lange stubenrein waren, machen plötzlich wieder in die Wohnung, Katzen hinterlassen nicht mehr nur im Katzenklo Kot und Urin, sondern pinkeln ins Bett oder auf den Teppich. Nachts sind Tiere mit Demenz oft wach und fühlen sich verloren, was sich durch vermehrtes Bellen oder lautes Miauen bemerkbar macht. Menschen, die sich lange Jahre um sie gekümmert haben, erkennen betroffene Tiere teils nicht wieder. Ihre Verwirrung und Desorientiertheit kann sich zudem in aggressivem Verhalten niederschlagen, da sie stark verunsichert sind.

Demenz oder normale Alterserscheinungen?

Allerdings können diese Symptome auch durch andere Alterserscheinungen verursacht werden, die mit Demenz bei Tieren nichts zu tun haben. So sorgen zum Beispiel auch körperliche Schmerzen für Verunsicherung und verändertes Verhalten. Wenn tierische Senioren nicht mehr so gut hören und/oder sehen können, führt das ebenfalls zu Orientierungsschwierigkeiten. Lautes Bellen oder Miauen kann außerdem auf beginnende Taubheit hinweisen.

Harnwegserkrankungen sind weitere mögliche Gründe für Stubenunreinheit. Verhaltensveränderungen treten oft dann auf, wenn etwas mit dem Tier nicht stimmt, das muss jedoch keine Demenz sein, sondern es kommen auch andere Krankheiten in Betracht. Im Alter leiden viele Katzen und Hunde zum Beispiel an Nierenproblemen, Herzproblemen oder anderen Organerkrankungen.

Erst, wenn andere Alterserscheinungen ausgeschlossen werden konnten, stellt der Arzt die Diagnose Demenz bei Tieren. Heilbar ist die Erkrankung zwar nicht, sie lässt sich jedoch mit einer individuell angepassten Therapie verlangsamen. Auf diese Weise können die Lebensqualität und Lebenserwartung erkrankter Tiere verbessert werden.

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Nach der Diagnose: Tieren mit Demenz im Alltag helfen

Wenn die Diagnose einer Demenz bei Tieren feststeht, können Sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze helfen, trotz Krankheit einen schönen Lebensabend zu verbringen. Was Ihr Haustier nun braucht, sind Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit, aber auch altersgerechte Beschäftigung. Versuchen Sie, eine Routine in Ihren Alltag zu bekommen und diese beizubehalten. Umzüge, Änderungen bei der Inneneinrichtung oder häufige Urlaube sollten Sie möglichst auf später verschieben, wenn Ihr tierischer Weggefährte über die Regenbogenbrücke gegangen ist.

Gleichzeitig ist es jedoch sinnvoll, das Gehirn erkrankter Tiere zu stimulieren, wenn auch nicht zu überreizen. Gehen Sie mit Ihrem Hund zum Beispiel ab und zu einen anderen Weg spazieren oder bringen Sie ihm einen einfachen Trick bei. Mehr Tipps dazu finden Sie in unserem Ratgeber "Hund mit Demenz den Alltag erleichtern". Intelligenzspiele machen Hunden und Katzen im Alter gleichermaßen Freude. Katzen, die ihr Leben lang Freigänger waren, werden auf ihre Ausflüge wahrscheinlich nicht verzichten wollen. Dies ist allerdings riskant, da die Katzensenioren sich draußen verlaufen oder auf Gefahren zu spät reagieren könnten. Lassen Sie Ihre alte Fellnase daher nur unter Aufsicht in den Garten oder richten Sie ihr gesicherten Freigang beziehungsweise ein schönes Katzengehege ein.

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