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Kaninchen und Hasen: Gemeinsamkeit und Unterschied

Umgangssprachlich werden Kaninchen und Hasen oft gleichgesetzt, dabei handelt es sich in Wirklichkeit um verschiedene Tierarten. Sie haben lediglich eine gemeinsame Familie: die Hasenartigen. Vergleichbar ist dies mit Menschen und Schimpansen, die beide zu den Primaten gehören, aber trotzdem verschiedene Unterarten darstellen. Doch wie erkennt man den Unterschied zwischen den beiden Langohren?

"Gestatten, mein Name ist Hase, auch bekannt als Meister Lampe", stellt sich dieser hübsche Feldhase vor – Shutterstock / Soru Epotok

"Gestatten, mein Name ist Hase, auch bekannt als Meister Lampe", stellt sich dieser hübsche Feldhase vor – Shutterstock / Soru Epotok

Sind Kaninchen und Hasen ausgewachsen, ist der Unterschied recht leicht zu erkennen. Feldhasen sind deutlich größer als Wildkaninchen, wirken insgesamt schlanker und haben längere Ohren. Allerdings haben die Tierchen auch ganz unterschiedliche Lebensgewohnheiten.

Gemeinsame Familie von Kaninchen und Hasen

Zunächst aber zu den Gemeinsamkeiten von Kaninchen und Hasen: ihre entfernte Verwandtschaft. Die Hasenartigen gehören wie Primaten und Nagetiere zu den höheren Säugetieren. Zu den Primaten zählen Affen, zu denen auch Menschen, Schimpansen und Gorillas gehören. Nagetiere sind beispielsweise Meerschweinchen, Chinchillas, Mäuse, Ratten, Biber und Hamster. Kaninchen und Hasen sind entgegen einem weit verbreiteten Irrtum keine Nagetiere. Ihre Ernährung kann zwar Gemeinsamkeiten aufweisen (Hasen, Meerschweinchen und Kaninchen essen beide rein vegan), aber sie verspeisen ihr Futter auf unterschiedliche Art und Weise. Hasenartige machen seitliche, kreisende Kieferbewegungen, um ihre Zweige und Gräser zu zerkleinern. Nagetiere können ihr Futter mit den Vorderpfoten festhalten und zermahlen es durch Vor- und Rückwärtsbewegungen mit ihren Mäulchen.

Die Ordnung der Hasenartigen lässt sich in zwei Familien einteilen: die Hasen (Leporidae) und die Pfeifhasen (Ochotonidae). Wildkaninchen und Feldhasen gehören beide zu den Leporidae, sind aber verschiedene Unterarten innerhalb dieser Familie. Sie können sich nicht miteinander paaren, eine Kreuzung beider Tierarten ist nicht möglich – genauso wenig wie bei Menschen und Gorillas.

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Unterschied im Aussehen der Hasenartigen

Feldhasen sind fast doppelt so groß wie Wildkaninchen. Bei einer Körperlänge zwischen 50 und 70 Zentimetern können sie vier bis sieben Kilogramm wiegen – etwa so viel wie eine Katze. Wildkaninchen werden nur 25 bis 40 Zentimeter lang und bringen lediglich ein bis drei Kilogramm auf die Waage. Feldhasen wirken zudem insgesamt schlanker und länglicher als Wildkaninchen, deren Körperbau rundlicher und gedrungener ist. Die Löffel – also die Ohren der Hasenartigen – unterscheiden sich ebenfalls. Beim Feldhasen sind sie länger als sein Kopf und mit schwarzen Spitzen versehen. Wildkaninchen haben viel kürzere Löffel ohne schwarze Ohrspitzen.

Darüber hinaus haben Wildkaninchen oft dunkle, fast schwarze Knopfaugen, während sich die Pupillen des Feldhasen deutlich von der hellbraunen Iris abheben. Der Unterschied bei der Fellfarbe ist vorhanden, aber auf den ersten Blick nicht leicht zu erkennen. Feldhasen wirken eher erdfarben, das Braun der Wildkaninchen ist leicht gräulich.

Hasen leben anders als Kaninchen

Feldhasen und Wildkaninchen haben ganz unterschiedliche Lebensräume und Gewohnheiten. Das fängt schon bei der Geburt an. Während Kaninchen Nesthocker sind und nach einer Tragzeit von rund 30 Tagen blind, taub und nackt zur Welt kommen, sind Hasen Nestflüchter. Ähnlich wie Meerschweinchenbabys werden Hasenjunge mit Fell, offenen Augen und fertig entwickeltem Gehör geboren. Die Nesthocker bleiben mehrere Wochen tief verborgen in der Kaninchenhöhle, warm eingekuschelt und vor Raubtieren geschützt, bis sie groß genug sind, um von alleine hinauszuhoppeln und vorsichtig auf Erkundungstour zu gehen. Die Nestflüchter werden auf offenem Feld in einer Gras- oder Erdmulde – der sogenannten Sasse – geboren. Einmal am Tag kommt die Mutter zum Säugen vorbei, sonst sind die Minihasen auf sich gestellt und laufen rasch in ein Versteck, wenn eine Gefahr auftaucht.

Feldhasen sind Einzelgänger und kommen nur für die Paarung zusammen, Wildkaninchen sind Rudeltiere, die in größeren Gruppen zusammenleben. Im Gegensatz zu Kaninchen werden Hasen nicht als Haustiere gehalten und stehen zudem unter Naturschutz. Aus Wildkaninchen wurden die unterschiedlichsten Hauskaninchenrassen gezüchtet, die unterschiedlich groß sein können; teilweise größer als Feldhasen. Sie haben jedoch alle das Wildkaninchen als Vorfahren und haben die gleichen Bedürfnisse. Einzelhaltung ist für sie Tierquälerei und sie brauchen Versteckmöglichkeiten – in der Wildnis sind sie Kurzstreckensprinter und flüchten schnell in ihren Bau. Feldhasen haben eine längere Ausdauer und flüchten auch über weitere Strecken durch ihre atemberaubende Geschwindigkeit.

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